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Das sollte man unbedingt beachten

Böller-Panik beim Hund: Last-Minute-Tipps gegen die Silvester-Angst

Collage: Feuerwerk/ängstlicher Hund
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Viele Hunde geraten Silvester in Panik.

Lautes Krachen, Zischen und Pfeifen - der Silvester-Tag ist laut und jagt vielen Hunden eine Heidenangst ein. Um den Vierbeinern wenigstens etwas durch den Tag zu helfen, kann man sich vorbereiten.

Für empfindliche Hundeohren ist Silvester ein angsteinflößendes Ereignis - lautes Knallen, Krachen und Explodieren strapaziert die Nerven und lässt nicht wenige Hunde völlig kopflos werden. Diese Angst wird man auch jetzt nicht mehr in den Griff bekommen. Aber es gibt einige „Last-Minute-Tipps“, die durchaus Wirkung zeigen können.

Sicher draußen unterwegs

Gerade an diesem Tag flüchten übermäßig viele Hunde in Panik und bringen sich und andere in Lebensgefahr, in dem sie z.B. auf eine viel befahrene Straße rennen. Darum gilt:

  • Hunde beim Gassi-Gehen nicht von der Leine lassen - auch wenn diese sonst keine Angst zeigen. Ein plötzlicher Knall kann das Tier so erschrecken, dass es ohne Vorwarnung wegläuft.
  • Ängstliche Hunde doppelt sichern (mit einem Sicherheitsgeschirr, das über dem normalen Geschirr angebracht wird). Das gilt auch für die Tage vor und nach Silvester, nicht alle halten sich nämlich an die behördlich vorgegebenen Böller-Zeiten.
  • Eine längere Leine benutzen und diese am Körper festmachen. Große Hunde reißen sich oft so unvermittelt los, dass man sie nicht mehr halten kann. Flexi-Leinen vermeiden, sie versetzen den Hund bei der Flucht durch das Geklapper oft in noch größere Panik und er rennt viel weiter weg.
  • Für die Gassi-Runden möglichst ruhige Zeiten suchen: Frühmorgens und das letzte Mal vor Sonnenuntergang
  • Am besten ruhige Waldwege, abseits von Wohngebieten nutzen
  • Ausgedehnte Spaziergänge powern den Hund aus, so ist er ruhiger - auch Suchspiele lenken ab und beschäftigen
  • Sollte Euer Hund auch beim kleinsten Knall schon in Panik verfallen, kann man an diesem Tag auf große Runden verzichten und die Geschäfte im Garten oder auf dem Balkon erledigen lassen - falls vorhanden und das Ganze natürlich ebenfalls angeleint.

Sicher zu Hause

Zunächst mal ist wichtig, dass man dem Hund Sicherheit vermittelt, ihn nicht den ganzen Abend alleine lässt. Möchte man nicht auf die Party verzichten, ist es wichtig, dass das Tier an einem ihm vertrauten Ort betreut wird - von einer Person, die er gut kennt. Bei besonders panischen Hunden sollten dennoch immer Herrchen oder Frauchen daheim bleiben, denn sie sind nun mal der wichtigste Halt eines jeden Hundes.

  • Verhaltet Euch möglichst normal, so zeigt Ihr, dass er sich nicht zu fürchten braucht. Kein „bemitleiden“, das verunsichert eher.
  • Denkt daran: Ihr seid der „Safe-Space“ Eures Hundes, lasst also ausnahmsweise zu, wenn der Hund zu euch ins Bett oder auf die Couch möchte. Nähe und Streicheln schüttet das Hormon Oxytocin aus, das sogenannte „Kuschel-Hormon“. Es beruhigt und hilft bei der Stress-Bewältigung.
  • Manche Hunde mögen zusätzliche Streicheleinheiten, andere werden dadurch eher nervös.
  • Ein Bad ohne Fenster oder auch der Keller können ideale Rückzugsorte sein: die Geräusche von draußen dringen gedämpfter nach innen, Licht und Blitze sind nicht zu sehen. Richtet Eurem Hund dort eine Höhle als Rückzugsort (z.B. mit der Transportbox) ein, die Tür immer angelehnt lassen, damit er rein und raus kann.
  • Fenster und Türen geschlossen halten, Jalousien herunterlassen, damit möglichst wenig von draußen nach innen dringt.

Sicher während der größten Knallerei um Mitternacht

Mitternacht ist sicher die schlimmste Zeit für die Tiere - die Böllerei ist auf dem Höhepunkt und es kracht nicht mehr nur vereinzelt. Hecheln, Unruhe, Zittern, übermäßiges Schlecken oder Gähnen können Anzeichen sein.

  • Ist der Hund dazu bereit, kann man ihn während dieser Phase mit Leckerli und Spielen ablenken. Ein gefüllter Hunde-Kong (mit Geflügelleberwurst, Hüttenkäse etc.) kann den Vierbeiner einige Zeit beschäftigen - Kauen und Lecken beruhigt. Tipp: in gefrorenem Zustand hat der Hund besonders lang zu tun.
  • Radio und Fernsehen, die sonst vermutlich auch laufen, ein wenige lauter drehen (angenehme Lautstärke) sie können den Lärm übertönen - zudem gehören sie zur gewohnten Geräuschkulisse, das beruhigt in vielen Fällen.

Und wenn gar nichts hilft?

  • Wenn bekannt ist, dass der Hund sehr leidet über die Silvester-Tage, dann sollte man rechtzeitig vorher den Tierarzt aufsuchen und mit ihm die Lage besprechen. Der kann dem Hund ein Medikament verordnen, das ihm die Angst - zumindest teilweise - nimmt. Sediert, also ruhig gestellt, sollte der Hund auf keinen Fall werden, das würde bedeuten, er ist bewegungsunfähig, kann seine Angst nicht zeigen, fühlt die Panik aber dennoch.
  • Auch eine Reise an ruhigere, ländliche Orte kann man Erwägung ziehen. Abseits vom Trubel oder einfach dort, wo Böllerverbot herrscht, wie in historischen Altstädten, Berghütten oder an der Küstenregion, wo wegen der Reetdächer Feuerwerk untersagt ist. In Ländern wie Schweden oder Frankreich ist das Böllern weitgehend eingeschränkt worden, bzw. hat keine solche Tradition wie in Deutschland. Hier kann man vergleichsweise ruhige Silvestertage verbringen.
  • Langfristig sollte man mit einem guten Hundetrainer an der Angst arbeiten, das Tier quasi auf den Lärm sensibilisieren. Doch Vorsicht - keine Experimente, die am Ende alles schlimmer machen. Sucht euch erfahrene Experten, die sich auskennen, Zeit lassen und den Hund nicht unter Druck setzen. So hilft man dem Tier langfristig, diese für ihn verstörenden Tage, gelassen zu verbringen.

si

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