Hundesprache verstehen
Hund zeigt Bauch: Was Euer Vierbeiner Euch damit wirklich sagen will!
Wenn der Hund seinen Bauch zeigt, denken viele Besitzer sofort an eine Einladung zum Kuscheln. Doch Vorsicht: Die vermeintlich niedliche Geste kann auch etwas ganz anderes bedeuten. Erfahrt hier, wie Ihr die Körpersprache Eures Vierbeiners richtig deutet.
Der Anblick ist herzerwärmend: Der Hund rollt sich auf den Rücken und präsentiert seinen Bauch. Für viele Hundebesitzer ist das der Moment, in dem sie nicht widerstehen können und sofort mit dem Streicheln beginnen. Doch was so eindeutig erscheint, kann in Wirklichkeit verschiedene Bedeutungen haben - von echter Zuneigung bis hin zu einem stummen Hilferuf.
Wenn der Bauch nicht nach Streicheln ruft
Experten warnen davor, das Zeigen des Bauches vorschnell als Aufforderung zum Kuscheln zu interpretieren. Tatsächlich kann diese Geste auch ein Zeichen der Unterwerfung sein oder gar bedeuten, dass sich der Vierbeiner unwohl fühlt, Stress oder Angst hat oder einfach Abstand braucht. Besonders in fremden Umgebungen oder stressigen Situationen sollten Hundebesitzer genau hinschauen: Liegt der Hund starr da, mit von sich gestreckten Beinen und vermeidet den Blickkontakt? Dann ist es besser, ihm seinen Freiraum zu lassen.
Wenn Ihr rausfinden wollt, aus welchem Grund genau sich Euer Vierbeiner gerade auf den Rücken gerollt hat, so beobachtet genau die Körpersprache des Hundes.
- Vertrauen: Dreht sich der Hund auf den Rücken, wenn er in einer vertrauten Umgebung ist und zudem ein Mensch anwesend ist, dem er vertraut, so handelt es sich wahrscheinlich um eine Aufforderung, ihn zu streicheln. Seine Lefzen, Beine und Ohren sind dabei absolut entspannt, sein Blick ist sanft. Der Hund fühlt sich sichtlich wohl.
- Unterwerfung: Ein Hund dreht sich auch auf den Rücken, wenn ein dominantes Tier anwesend ist. Dann handelt es sich um ein Zeichen der Unterwerfung, der Hund möchte beschwichtigen, er meint damit: „Tu mir bitte nichts!“. Er vermeidet direkten Blickkontakt. Hunde sind in dieser Situation gestresst und Streicheleinheiten damit fehl am Platz.
- Stress: Wenn ein Hund Stress verspürt, spricht er dabei eine ganz klare Körpersprache: Seine Ohren sind angelegt, sein ganzer Körper ist angespannt, womöglich streckt er zudem die Beine starr von sich. Liegt er so vor Euch auf dem Rücken, so ist das ein klares Zeichen von Unwohlsein oder sogar Angst.
- Auch diese Zeichen solltet Ihr kennen: Hecheln und Lippenlecken sind ebenfalls ein Zeichen von Stress. Achtet auch darauf, ob der Hund Blickkontakt mit euch aufnimmt oder diesem eher ausweicht. Spätestens wenn quietschen oder leises knurren hinzukommen, sollte man Abstand zum Hund einnehmen. Der Hund möchte nun keine Nähe.
Streicheleinheiten für den Hund: Den richtigen Zeitpunkt erkennen
Kuscheln und Streicheln sind unheimlich wichtig für die Verbindung zwischen Mensch und Tier. Doch wie bei uns Menschen gibt es auch bei Hunden den richtigen Zeitpunkt dafür. Der ideale Moment für Streicheleinheiten ist, wenn Euer Hund entspannt ist und von sich aus die Nähe sucht. Vermeidet das Kuscheln dagegen in folgenden Situationen:
- Während des Spielens mit anderen Hunden
- Bei sportlichen Aktivitäten oder Training
- In fremden, noch unbekannten Umgebungen
- Wenn der Hund sichtlich gestresst oder müde vom Tag ist
Besonders beliebt sind bei vielen Hunden übrigens Streicheleinheiten im Ohrenbereich - ein Verhalten, das sich von der natürlichen Kommunikation unter Artgenossen ableitet. Auch eine sanfte Rückenmassage mit kreisenden Bewegungen entlang der Wirbelsäule kann für pure Entspannung sorgen.
Jeder Hund ist ein Individuum mit eigenen Vorlieben beim Kuscheln. Die Kunst besteht darin, diese kennenzulernen und zu respektieren. Wenn Ihr aufmerksam die Körpersprache Eures vierbeinigen Freundes beobachtet, werdet Ihr schnell lernen, wann er wirklich nach Streicheleinheiten verlangt - und wann er lieber seine Ruhe haben möchte. (rr)