Oft am Ende des Sommerurlaubs
Antriebslosigkeit und Frust: Das „Post-Holiday-Syndrom“ und was Ihr dagegen tun könnt
Nach dem Sommerurlaub ist die Rückkehr in den Arbeitsalltag oft besonders schwer. Was Experten empfehlen, um den Wiedereinstieg so schonend wie möglich zu gestalten, lest Ihr hier:
Man möchte meinen, dass man nach einem erholsamen Urlaub besonders motiviert und aufgetankt wieder in die Arbeit startet. Oft ist aber das Gegenteil der Fall: viele Menschen sind nach der Rückkehr unmotiviert und antriebslos, dazu kommt oft eine unerklärliche Müdigkeit. Psychologen sprechen dabei vom „Post-Holiday-Syndrom“. Keine Sorge: das ist keine Krankheit, sondern vielmehr ein normales Stimmungs- und Leistungstief, das in der Regel nach einigen Tagen wieder verschwindet. Der Grund dafür: war man im Urlaub frei und ungebunden, kommen mit der Arbeit auch Verantwortung und Stressfaktoren zurück. Sich darauf umzustellen, kann einige Tage in Anspruch nehmen – Symptome sind dann Schlafprobleme, einer erhöhte Reizbarkeit, Antriebslosigkeit oder vage Nostalgie- und Angstgefühle.
Planung ist das A und O
Mit bestimmten Maßnahmen könnt Ihr dem „Post-Holiday-Syndrom“ aber gut vorbeugen. Dazu gehört zunächst gute Zeitplanung: bucht Euren Urlaub so, dass Ihr einige Tage vor Arbeitsbeginn schon wieder daheim seid. Außerdem kann es helfen, die Urlaubstage so zu nehmen, dass Ihr nicht zum Wochenanfang, sondern erst Mitte der Woche wieder in die Arbeit startet – dann ist die erste Arbeitswoche etwas kürzer. Aber auch die Zeit vor dem Urlaub kann entsprechend genutzt werden, dem „Post-Holiday-Syndrom“ zuvorzukommen: Schließt große Aufgaben, wie zum Beispiel Präsentationen, vor dem Urlaub ab – so müsst Ihr Euch bei Eurer Rückkehr nicht gleich stressigen To-Do‘s widmen.
Während des Urlaubs Kontakt mit der Arbeit vermeiden
Während des Urlaubes kann es sinnvoll sein, nicht allzu sehr von dem normalen Schlafrhythmus abzuweichen, oder ihn zumindest in den letzten Tagen wieder einzuführen. So startet Ihr nicht übermüdet und mit Schlafproblemen in die Arbeitswoche. Was Ihr aber auf keinen Fall machen solltet, ist Arbeitsmails während des Urlaubs zu checken oder anderweitig mit der Arbeit in Kontakt zu bleiben. Wenn Ihr Euch nämlich nicht entsprechend entspannt, seid Ihr bei Eurer Rückkehr womöglich noch gereizter. Viele Psychologen sehen, dass die verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit für mehr Stress sorgen.
Lasst es langsam angehen
An den ersten Arbeitstagen nach dem Urlaub solltet Ihr es ruhig etwas gemütlicher angehen lassen. Stellt zum Beispiel Eure Abwesenheitsnotiz auf ein paar Tage länger ein – damit habt Ihr genügend Zeit, die angefallenen Mails zunächst abzuarbeiten. Ihr könnt Eure Kollegen auch um entsprechende Rücksicht bitten. Regelmäßige Pausen sowie Sport und Entspannungsübungen im Feierabend können zudem dabei helfen, den Stress zu reduzieren. Wer in den Ferien viel Zeit mit Freunden und Familie verbracht hat, sollte dafür auch während der Arbeit Zeit einplanen. Generell können Pläne für das erste Wochenende dabei helfen, den Start in den Arbeitsalltag etwas abzufedern.
Und zum Abschluss: selbst wenn das „Post-Holiday-Syndrom“ nach ein bis zwei Wochen noch nicht verschwunden ist, heißt das nicht zwingend, dass Ihr im falschen Job seid. Es kann auch ein Zeichen dafür sein, dass Ihr gerade überlastet seid, womöglich wegen Personalengpässen. In diesem Fall kann es ratsam sein, das Gespräch mit den Vorgesetzten oder der Personalabteilung zu suchen. Hierbei kann man auch anstoßen, eine Arbeitskultur zu schaffen, die den Wiedereinstieg in den Berufsalltag erleichtert. Dazu gehören zum Beispiel eine Verringerung der Meetings oder gewisse Postfachfreigaben, damit sich Mitarbeiter nicht nach Ende des Urlaubs durch tausende Nachrichten arbeiten müssen.
fso