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Dispo-Zinsen nach wie vor sehr hoch

Raus aus dem Minus – Vier Schritte aus der Dispo-Falle

Ein Kontoauszug zeigt die derzeit üblichen Zinsen für einen Dispositionskredit
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Der Dispositionskredit ist einer der flexibelsten, aber auch einer der teuersten Kredite.

Aufgrund gestiegener Preise und Nebenkosten überziehen immer mehr Menschen regelmäßig ihr Girokonto - und zahlen längerfristig einen hohen Preis dafür. Wie Betroffene wieder aus dem Minus herauskommen und welche Alternativen es gibt, erfahrt Ihr hier.

Wenn regelmäßig Geld, wie etwa Lohn- oder Rentenzahlungen, auf einem Girokonto eingehen, räumen Kreditinstitute jedem volljährigen Kontoinhaber mit positiver Schufa einen unbefristeten Überziehungsrahmen ein, den sogenannten „Dispositionskredit” (Dispo). Er wird von Banken und Sparkassen unbürokratisch und in der Regel in der Höhe von drei Netto-Monatsgehältern festgelegt.

Unkomplizierte und schnelle Finanzspritze 

Das Besondere an einem Dispo im Vergleich zu anderen Krediten ist, dass Verbraucher weder Sicherheiten stellen noch explizit diesen Kredit beantragen müssen. Der Dispo ist dafür gedacht, unkompliziert kurzfristige Liquiditätsengpässe gerade am Monatsende aufzufangen. Ein Beispiel: Das Gehalt für den Monat ist noch nicht eingegangen, aber die Stromabschlagszahlung wird schon abgebucht.

Den Dispo solltet Ihr aber unbedingt nur zur vorübergehenden Deckung eines Geldbedarfs in Anspruch nehmen, da er hohe Folgekosten nach sich zieht. 

Dispositionskredit: Einer der flexibelsten, aber auch einer der teuersten

Gegen die kurzfristige Nutzung eines Dispositionskredites ist nichts einzuwenden. Ist das Konto jedoch ständig überzogen, ist der Dispo ein sehr teurer Kredit, denn mit derzeit durchschnittlich zwölf Prozent Zinsen pro Jahr sind die Dispozinsen im Vergleich zu anderen Kreditzinsen sehr hoch. Jede Bank legt selbst fest, wie hoch der variable Zinssatz für den Dispo ist. Auch wird für den Dispo keine Rückzahlungsvereinbarung getroffen. 

Verbraucher, bei denen das Geld aufgrund der gestiegenen Lebensmittel-, Gas- und Strompreise knapp ist, sind dazu verleitet, ihn nicht abzubezahlen, sondern ständig in Anspruch zu nehmen. Reicht der Dispo dann nicht mehr aus, wird das Konto darüber hinaus überzogen. Für eine „geduldete Überziehung“ werden häufig Zinssätze über 15 Prozent pro Jahr berechnet.

So kommt man aus der Dispofalle heraus

Wer über einen längeren Zeitraum den Dispo in Anspruch nimmt, sollte nach Alternativen suchen, um die hohen Zinsen durch eine entsprechende Umschuldung abzufedern.

Schritt 1 

Verschafft Euch einen Überblick über die eigene finanzielle Lage. Dies kann mittels der Kontoauszüge oder durch das Führen eines Haushaltsbuches erfolgen: Prüft, welche Ausgaben wirklich notwendig sind und wo Einsparpotential besteht. Gibt es überflüssige Versicherungen, ein Abo bei einem Fitnessstudio, das Ihr nicht mehr besucht oder einfach Dinge, die sich im Alltag eingeschlichen haben?

Schritt 2

Fühlen sich Verbraucher mit der Situation überfordert, sollten sie keine Scheu davor haben, Hilfe bei einer gemeinnützigen Schuldnerberatungsstelle zu suchen.

Schritt 3 

Es gilt, konkrete Maßnahmen umzusetzen und etwas am eigenen Ausgabeverhalten zu ändern. Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit, sich einen günstigeren Strom- und Gasanbieter zu suchen und überflüssige Verträge zu kündigen, um die Ausgaben zu reduzieren.

Schritt 4

Es ist ratsam, den Kontakt zur Hausbank zu suchen und den Dispositionskredit durch einen günstigeren Kredit, etwa einen Ratenkredit, abzulösen. Bei einem Ratenkredit sind Laufzeit, Zinssatz und Rate festgelegt. Es besteht somit eine feste Rückzahlungsvereinbarung, die zur Eigendisziplin zwingt. 

Wichtig ist jedoch, nachdem der Dispo in einen kostengünstigeren Ratenkredit umgeschuldet wurde, nicht gleich wieder das gerade ausgeglichene Konto zu überziehen. 

Genehmigt die Bank einen Ratenkredit nicht, ist ein eigens erstellter Rückzahlungsplan eine Alternative. Dabei vereinbaren Verbraucher mit sich selbst die Höhe einer Rate, durch die sich der Sollsaldo auf dem Girokonto Monat für Monat verringert. 

Wichtig ist, den Rückzahlungsplan zu Beginn schriftlich zu fixieren. Am Monatsende lässt sich der tatsächliche Kontostand des Girokontos mit dem Wert des jeweiligen Monats auf dem Plan abgleichen und abhaken.

Eine weitere Option: Der Rahmenkredit

Wer seine Finanzen und den Kontostand grundsätzlich im Griff hat, aber trotzdem auf Nummer sicher gehen möchte, für den ist der sogenannte „Rahmenkredit” eine Option. 

Hierbei handelt es sich um eine Art Mischung aus Dispo- und Ratenkredit. Die Bank räumt dem Kunden, ähnlich wie beim Dispo, eine maximale Kreditlinie ein. Diese wird allerdings nicht auf das Girokonto eingeräumt, sondern auf ein gesondertes Kreditkonto gebucht. 

Wie wenn der Kunde ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto hätte, kann er nun bis zur maximalen Kreditlinie absolut flexibel entsprechende Beträge auf sein Girokonto umbuchen und ist somit wieder liquide. 

Auch der Rahmenkredit lässt sich, wie der Dispo, jederzeit teilweise oder ganz zurückzahlen. Allerdings besteht hier zusätzlich die Möglichkeit, mit der Bank eine monatliche Rückführungsrate zu vereinbaren.

Zeitlich ist der Rahmenkredit ebenfalls wie der Dispo unbefristet und kann jederzeit erneut in Anspruch genommen werden. Die Zinsen beim Rahmenkredit liegen etwas unterhalb derer für einen Dispokredit.

as mit Material des VerbraucherService Bayern

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