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Versicherungen im Check

Diese Versicherungen braucht wirklich jeder – und auf diese könnt Ihr verzichten

Stapel Ordner mit Geldscheinen
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Ein Wechsel des Versicherungsanbieters oder -tarifs beziehungsweise die Eliminierung überflüssiger Policen ermöglichen erhebliche finanzielle Einsparungen.

Viele Menschen zahlen jährlich hohe Beträge für Versicherungen – doch nicht jede Police ist wirklich notwendig. Ein Versicherungs-Check hilft, überflüssige Verträge zu identifizieren und Kosten zu senken. Welche Versicherungen unverzichtbar sind und wo sich Einsparungen lohnen, erfahrt Ihr hier.

In deutschen Privathaushalten fließen jährlich durchschnittlich 1.500 Euro – etwa 125 Euro monatlich – in Versicherungsverträge. Dabei sind Beiträge zu Lebens- und Rentenversicherungen sowie zur privaten Pflege- und Krankenversicherung nicht berücksichtigt. Doch eine Vielzahl von Versicherungen garantiert nicht automatisch einen optimalen Schutz. Es ist entscheidend, Prioritäten zu setzen. Existenzielle Risiken sollten zuerst abge­sichert sein.

Warum ein Versicherungs-Check sinnvoll ist

Welche Versicherungen außerdem empfehlens­wert sind, richtet sich auch nach der individuellen Lebens­situation. Eine Familie mit Kindern hat einen anderen Absicherungs­bedarf als Singles oder ein Rentner­paar. Es kann sich lohnen, regel­mäßig – etwa alle fünf Jahre – den Versicherungs­ordner aufzuräumen.

  • Veränderte Lebenssituation: Ereignisse wie der erste Job, die Geburt eines Kindes, ein Umzug, das Zusammenziehen mit dem Partner, der Rentenbeginn oder der Tod des Partners erfordern oft Anpassungen der bestehenden Verträge.
  • Aktualisierte Vertragsbedingungen: Neue Versicherungsverträge bieten häufig bessere Leistungen als ältere. Versicherer überarbeiten ihre Bedingungen regelmäßig, sodass aktuelle Policen oft einen umfangreicheren Schutz bieten und dabei günstiger sind.
  • Kosteneinsparungen: Ein Wechsel des Anbieters oder Tarifs kann erhebliche Einsparungen ermöglichen. Tests zeigen, dass Versicherte in manchen Fällen mehrere Hundert Euro im Jahr weniger zahlen, beispielsweise mit einer günstigeren Autoversicherung.
  • Eliminierung überflüssiger Policen: Die Kündigung unnötiger Versicherungen entlastet das Budget. Kaum jemand benötigt beispielsweise eine Handy- oder Reisegepäckversicherung. Häufig ärgern sich Kunden, weil der Versicherer nach einem Schaden nicht leistet. Oft zahlt er zu Recht nicht: Bei genauem Lesen des Kleingedruckten stellt sich heraus, dass manche Schadensfälle gar nicht versichert sind.

Welche Versicherungen sind wirklich notwendig?

Anders als in der Werbung dargestellt, reichen für viele Menschen einige wenige, aber essenzielle Policen aus:

Unverzichtbare Versicherungen

  • Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung: Sie ist Pflicht, sofern man sich nicht privat krankenversichern kann oder will oder einen anderen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall hat. Eine private Kranken- und Pflegepflichtversicherung ist wichtig für Beamte, weil für sie die Privatversicherung meist günstiger ist als die gesetzliche. Für alle freiwillig gesetzlich Versicherten überlegenswert, wenn sie bessere Leistungen als die der gesetzlichen Kasse wünschen und bereit sind, dafür langfristig viel zu zahlen.
  • Privathaftpflichtversicherung: Jeder sollte eine besitzen. Unverheiratete Kinder sind in der Regel bis zum Ende ihrer Ausbildung über den Vertrag der Eltern mitversichert.
  • Kfz-Haftpflichtversicherung: Fahrzeughalter sind gesetzlich verpflichtet, eine solche abzuschließen.
  • Tierhalter-Haftpflichtversicherung: Hunde- und Pferdebesitzer benötigen eine - Für Hundehalter ist sie in manchen Bundesländern Pflicht.
  • Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung: Besitzer von Öltanks sollten eine abschließen, um Umweltschäden abzudecken.

Sehr empfehlenswerte Versicherungen

  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Personen, die von ihrem Arbeitseinkommen leben, sollten eine solche haben. Wer aus Kostengründen keine abschließen kann oder wegen seines hohen Risikos keine bekommt, sollte sich um eine Alternative kümmern.
  • Risikolebensversicherung: Sinnvoll für alle, die für andere sorgen, insbesondere für Familien mit Kindern.
  • Auslandsreise-Krankenversicherung: Lohnt sich für gesetzlich Krankenversicherte und Privatversicherte, wenn der Schutz für die Kostenübernahme für medizinisch notwendige Rücktransporte aus dem Ausland fehlt oder der versicherte Zeitraum nicht ausreicht.
  • Wohngebäudeversicherung: Eigentümer eines Wohnhauses sollten eine mit Naturgefahren-Schutz abschließen.
  • Bauherren-Haftpflichtversicherung: Für Bauherren unerlässlich, um sich gegen Risiken während der Bauphase abzusichern.
  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung: Eigentümer und Vermieter von Immobilien sowie von unbebauten Grundstücken sollten diese Versicherung in Betracht ziehen.
  • Kinder-Invaliditätsversicherung: Kinder und Jugendliche sollten bis zum Ende ihrer Ausbildung eine solche haben. Danach sollte der Berufsunfähigkeitsschutz gesichert werden.

Sinnvolle Versicherungen je nach Bedarf

  • Hausratversicherung: Haushalte mit höherwertigem Hausrat sollten sie in Betracht ziehen.
  • Rechtsschutzversicherung: Für Selbstständige, Angestellte, Verkehrsteilnehmer, Mieter und Privatleute je nach Rechtsschutzpaket sinnvoll. Preiswerteren Rechtsschutz bieten für spezielle Probleme oft Gewerkschaften (Arbeitsrecht) oder Vereine (Mietrecht).
  • Zahnzusatzversicherung: Hilft gesetzlich Krankenversicherten, die eine höherwertige Zahnversorgung wünschen, als sie die Kassen bieten.
  • Stationäre Zusatzversicherung: Für gesetzlich Krankenversicherte, die im Krankenhaus Chefarztbehandlung und ein Ein- oder Zweibettzimmer wünschen.
  • Krankentagegeldversicherung: Für gesetzlich versicherte Selbstständige und Angestellte mit hohem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze sinnvoll. Für privat versicherte Selbstständige ist das Krankentagegeld unbedingt notwendig, wenn es die einzige Absicherung gegen Verdienstausfall bei längerer Krankheit ist.
  • Kfz-Vollkaskoversicherung: Für Besitzer neuer und teurer Fahrzeuge sinnvoll; eine Teilkasko ist für Besitzer höherwertiger älterer Autos empfehlenswert.
  • Pflegezusatzversicherung: Für diejenigen, die die Leistungen der Pflegeversicherung aufstocken möchten.
  • Tierkrankenversicherung: Für Besitzer von Pferden, Hunden oder Katzen, die sich gegen hohe Tierarztkosten absichern möchten.
  • Unfallversicherung: Sinnvoll für Kinder und Jugendliche, sofern keine Kinderinvaliditätsversicherung vorhanden ist, sowie für Erwachsene, wenn sie weder Berufs- noch alternativen Schutz bekommen, um ihr Arbeitseinkommen abzusichern. Eine Senioren-Unfall­versicherung mit Hilfeleistungen ist sinnvoll für ältere Menschen, die nach einem Unfall niemanden haben, der sich um sie kümmert.

Mit Einschränkung sinnvolle Versicherungen

  • Reiserücktrittsversicherung: Besonders für teure Reisen, ältere Reisende oder Familien mit kleinen Kindern sinnvoll.
  • Autoschutzbrief: Kann günstig über die Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden und hilft bei Pannen oder Unfällen.

Welche Versicherungen sind meist überflüssig?

  • Krankenhaustagegeld-Versicherung: Der Verdienstausfall bei Krankenhausaufenthalten wird bereits durch das Krankengeld der Kasse oder private Krankentagegeld-Versicherungen abgedeckt.
  • Sterbegeldversicherung: Oft zu teuer – besser gezielt für die Bestattung sparen.
  • Handy- und Tabletversicherung: Meist unwirtschaftlich, da hohe Selbstbeteiligungen fällig werden.
  • Insassenunfallversicherung: Mitfahrende sind durch die Kfz-Haftpflicht des Fahrers abgesichert. Besser: Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung.
  • Reisegepäckversicherung: Meist überflüssig, da Hausratversicherung und Reiseveranstalter oft Schutz bieten.

Fazit

Nicht jede Versicherung ist notwendig. Wer regelmäßig seinen Versicherungsschutz überprüft, kann unnötige Policen kündigen und gleichzeitig sicherstellen, dass wirklich existenzielle Risiken abgedeckt sind. Ein Versicherungs-Check alle paar Jahre lohnt sich – finanziell und in Sachen Sicherheit.

Zudem ändern sich gesetzliche Rahmenbedingungen und Marktangebote ständig. Beispielsweise können neue Versicherungstarife günstigere Konditionen oder besseren Schutz bieten als ältere Verträge. Auch staatliche Förderprogramme, etwa für die private Altersvorsorge oder Pflegezusatzversicherungen, können sich auf den individuellen Versicherungsbedarf auswirken.

Wer unsicher ist, sollte sich von unabhängigen Experten beraten lassen – Verbraucherzentralen oder Honorarberater helfen dabei, überflüssige Policen zu identifizieren und sinnvolle Absicherungen zu optimieren. So bleibt der Versicherungsschutz aktuell, effizient und kostengünstig. (as/Stiftung Warentest)

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