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Überraschende Weitsicht

„Marius, ein Nichts“: König Haralds Schwester sah Marius Borg Høibys Schicksal voraus

Es habe schon lange Warnzeichen rund um Marius Borg Høiby gegeben, behauptet jetzt eine Autorin, die sich mit den Hintergründen von Marius’ Leben auseinandergesetzt hat.

Olso – Als Marius Borg Høiby (28) am 4. August vergangenen Jahres verhaftet wurde, war kaum abzusehen, dass die Vorwürfe der Körperverletzung und Sachbeschädigung gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (51) nur der Anfang sein würden. Die Liste der ihm vorgeworfenen Gewalttaten ist lang und die Schuldfrage nur mühsam zu klären. Dass es schon früh Warnhinweise gegeben habe, behauptet jetzt ein Hörbuch, das gerade auf der schwedischen Plattform Storytel erschienen ist.

Autorin Wendela Antephol ist der Meinung, dass es schon weit vor August Warnsignale gab

Das Werk bringt ein längst vergessenes, im Jahr 2003 aber skandalöses Interview mit der verstorbenen Prinzessin Ragnhild (82, † 2012) und die ernste Lage, in der sich Marius Borg Høiby heute befindet, in Zusammenhang. „Bonusprinsen: En Kunglig Skandal“ (dt.: Der Bonusprinz: Ein königlicher Skandal) greift eine alte Dokumentation auf, an der Prinzessin Ragnhild, die ältere Schwester König Haralds von Norwegen (88) mitwirkte.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

Norwegens König Haakon VIII. legt am 1. September 2026 im Storting den Eid gemäß der Verfassung ab.
König Haakon VIII. ist zwar zwei Jahre jünger als seine Schwester Prinzessin Märtha Louise, ursprünglich hatten die Männer in Norwegens Monarchie jedoch Vorrang. Erst in den 1990ern wurde die Verfassung geändert, jedoch nicht rückwirkend. Demnach folgte Haakon seinem Vater Harald nach dessen Tod auf den Thron. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Am 25. August 2001 heiratete Haakon Mette-Marit Tjessem Høiby und machte sie so zur zukünftigen Königin Norwegens. Mette-Marit brachte ihren damals vierjährigen Sohn Marius mit in die Ehe, gemeinsam mit Kronprinz Haakon hat sie zwei Kinder. Wie 2018 bekanntgegeben wurde, ist die Kronprinzessin unheilbar an chronischer Lungenfibrose erkrankt. © Lise Åserud/NTB/AFP
Königin Sonja und König Harald 2023 bei einer Audienz im Palast vor der Verleihung des Friedensnobelpreises.
König Harald V. von Norwegen übernahm am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. († 87) das Zepter und blieb seinem Versprechen treu, bis zu seinem Lebensende zu regieren. Seine bürgerliche Ehefrau Sonja durfte er erst heiraten, nachdem er gedroht hatte, andernfalls für immer ledig zu bleiben. Sonja trägt auch nach Haralds Tod am 28. August 2026 weiterhin den Titel Königin. Am 29. August 2026 hätten die beiden ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. © picture alliance/dpa/NTB/Hanna Johre
Norwegens Kronprinzessin Ingrid Alexandra bei der Vereidigung ihres Vaters König Haakon VIII. am 1. September 2026 im Storting in oslo.
Kronprinzessin Ingrid Alexandra ist das erstgeborene Kind von König Haakon und Königin Mette-Marit, nach der Verfassungsänderung hat sie in der Thronfolge Vorrang vor ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Sverre Magnus, Prinz von Norwegen, trifft im Storting ein, wo König Haakon VIII. am 1.9.2026 gemäß der Verfassung seinen Eid ablegt.
Prinz Sverre Magnus ist der jüngere Bruder von Prinzessin Ingrid Alexandra und belegt in der norwegischen Thronfolge aktuell Rang zwei. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Terje Pedersen
Prinzessin Märtha Louise von Norwegen 2025 bei der Aufzeichnung einer Talkshow in Stockholm.
Prinzessin Märtha Louise ist das älteste Kind von König Harald und Königin Sonja, aufgrund der damaligen Verfassung landet sie in der Thronfolge allerdings hinter ihrem älteren Bruder Haakon und dessen Kindern. In erster Ehe war Märtha Louise mit dem Schriftsteller Ari Behn († 2019) verheiratet, die beiden ließen sich 2017 scheiden. © IMAGO/TT
Maud Angelica Behn, Emma Tallulah Behn und Leah Isadora Behn bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett in Geiranger.
Maud Angelica, Emma Tallulah und Leah Isadora stammen aus Prinzessin Märtha Louises Ehe mit Ari Behn. Maud belegt in der norwegischen Thronfolge Platz 5, dahinter folgt Leah auf Rang 6, an 7. Stelle steht Emma. © picture alliance/dpa/NTB/Cornelius Poppe
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett bei ihrer Hochzeit am 31. August 2024 in Geiranger.
Am 31. August 2024 heiratete Prinzessin Märtha Louise in Geiranger den selbsternannten Schamanen Durek Verrett. Die Beziehung ist in Norwegen umstritten, nach der Verlobung kündigte Märtha Louise an, keine offiziellen Aufgaben mehr für das Königshaus zu übernehmen. Ihren Prinzessinnen-Titel will sie zudem nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Durek Verrett ist trotz Hochzeit kein offizielles Mitglied der norwegischen Königsfamilie. © IMAGO/PPE
Marius Borg Høiby 2022 bei den Feierlichkeiten zu Prinzessin Ingrid Alexandras 18. Geburtstag.
Ebenfalls kein offizielles Mitglied der königlichen Familie ist Marius Borg Høiby. Der erstgeborene Sohn von Mette-Marit wuchs gemeinsam mit seinen beiden Halbgeschwistern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus auf, sorgte jedoch regelmäßig für negative Schlagzeilen. Im August 2024 wurde der negative Höhepunkt erreicht, nachdem Marius wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen wurde. Hinzu kam der Vorwurf der Vergewaltigung, weshalb Marius im November 2024 eine Woche in Untersuchungshaft verbrachte. © Lise Åserud/NTB/AFP
Prinzessin Astrid 2024 bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett.
Prinzessin Astrid ist die ältere Schwester von König Harald. Prinzessin Ragnhild, die älteste Tochter von König Olav V., verstarb 2012 im Alter von 82 Jahren. © IMAGO/PPE

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„Ich habe schreckliches Mitleid mit ihrem Sohn. Wenn sie ein Kind bekommen, ist der arme Marius ein Nichts. Er ist sechs Jahre alt, wird aber verstehen, dass es einen Unterschied gibt. Damit werden sie Probleme haben.

Prinzessin Ragnhild

Zur zeitlichen Einordnung: Die Dokumentation lief kurz nach der Geburt von Prinzessin Ingrid Alexandra (21) im Fernsehen und rief scharfe Kritik hervor. Ragnhild wurde vorgeworfen, verbittert zu wirken, doch sie selbst sagte unter anderem gegenüber dem Magazin Se og Hør, dass sie zu allem stehe, was sie gesagt habe. Inzwischen kommt ihre mutige Warnung, die sie offen und ungefiltert äußerte, fast einer Vorhersage gleich.

Prinzessin Ragnhild, die Rebellin des norwegischen Königshauses

Prinzessin Ragnhild galt als die „Rebellin“ des norwegischen Königshauses: 1953 heiratete sie den Schiffsreeder Erling Sven Lorentzen (98, † 2021) — eine Liebesheirat, die in Oslo viel Aufsehen erregte. Prinzessin Ragnhild war das erste Mitglied des norwegischen Königshauses, das einen Bürgerlichen heiratete. Nur kurz nach der Hochzeit zog sie mit ihrem Mann nach Rio, wo sie drei Kinder bekam. Sie kehrte nur zu Großereignissen an den Hof zurück. Ihre Ehe galt als glücklich und hielt bis zu ihrem Tode.

Prinzessin Ragnhild hatte großes Mitleid mit Marius und machte sich Sorgen um den damaligen Jungen

Wendela Antepohl, eine der Autorinnen des Hörbuches, erklärt, sie habe besser verstehen wollen, wer Marius wirklich ist – und warum er in die Situation geraten ist, in der er sich aktuell befindet. „Natürlich kann man nie wissen, warum jemand ein Verbrechen begeht“, betont Antepohl. Trotzdem habe man Ragnhild unrecht getan.

Die verstorbene Prinzessin Ragnhild hatte seinerzeit großes Mitleid mit Marius. (Fotomontage)

Ragnhild nahm kein Blatt vor den Mund und wagte auch negative Äußerungen über die königliche Familie. Sie war offenbar ausgesprochen skeptisch, was die Heirat von Kronprinz Haakon (51) mit Mette-Marit (51) anging. „Ragnhild hoffte, vor König Harald zu sterben, um nicht miterleben zu müssen, wie aus dem Kronprinzenpaar ein Königspaar wird“, heißt es drastisch in dem Hörbuch.

Ragnhild äußerte sich auch zu Mette-Marit und ihrem Erstgeborenen Marius. „Ich habe schreckliches Mitleid mit ihrem Sohn. Wenn sie ein Kind bekommen, ist der arme Marius ein Nichts. Er ist sechs Jahre alt, wird aber verstehen, dass es einen Unterschied gibt. Damit werden sie Probleme haben“, sagte sie in aller Deutlichkeit in ihrem Interview von 2003 mit TV2, dem größten Privatsender in Norwegen. Sie fügt hinzu: „Ich hoffe, sie haben daran gedacht.“

Familienbild der norwegischen Royals zur Taufe von Prinz Svere Magnus im Jahr 2006: Kronprinzessin Mette-Marit (Mitte vorne) sitzt neben Marius mit Prinzessin Ingrid Alexandra auf dem Schoß. Prinzessin Ragnhild (rechts vorne) steht ihr Unmut ins Gesicht geschrieben.

Caroline Vagle, die Königshausexpertin des Magazins Se og Hør, ordnet die Aussage Ragnhilds ein: „Es besteht kein Zweifel, dass Marius eine ganz besondere Position innegehabt hat und dass diese sein Leben offensichtlich beeinflusst hat. Denn unsere Erziehung beeinflusst uns alle.“ Sie halte es aber für sehr zweifelhaft, daraus den Schluss zu ziehen, dass es der Grund für seine jetzige Situation ist. Dazu gehörten mehrere Faktoren und es seien nicht alle bekannt.

Es ist eben nicht alles Schwarz oder Weiß. Und so hat auch Marius in Per Morten Hansen (62) einen väterlichen Freund und Fürsprecher. Dieser versuchte im Gespräch mit Dagbladet, Marius besser dastehen zu lassen. „Das Bild von Marius, das jetzt herauskommt, ist tatsächlich zu 180 Prozent falsch“, so Hansen. Marius habe gute Manieren, sei sozial kompetent, könne mit jedem reden und sei immer höflich.“ Verwendete Quellen: dagbladet.no, seher.no, vg.no, yahoo.de

Rubriklistenbild: © FALCH, KNUT / SCANPIX NORWAY / AFP & IMAGO / PPE

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