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Schicksalstag in Oslo

Marius Borg Høiby wieder vor Gericht: Was jetzt über seine Zukunft entschieden wird

Marius Borg Høiby sitzt seit drei Monaten in U-Haft – jetzt kämpft er vor Gericht um Hausarrest auf Skaugum, direkt neben seiner Mutter Mette-Marit.

Seit 1. Februar sitzt Marius Borg Høiby (29) in Untersuchungshaft. An diesem Mittwoch (6. Mai) kehrt der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) erneut vor Gericht zurück – nicht für ein neues Urteil, aber für eine Entscheidung, die seinen Alltag grundlegend verändern könnte. Sein Anwalt René Ibsen hat einen Antrag auf eine alternative Form der Untersuchungshaft gestellt, also Hausarrest auf Skaugum, dem Anwesen direkt neben dem Familiensitz des Kronprinzenpaares.

Marius Borg Høiby (li.) und sein Stiefvater Kronprinz Haakon (re.), der zukünftige König von Norwegen

Wie das norwegische Magazin Se og Hør berichtet, soll die Anhörung nur etwa eine Stunde dauern. Ibsen erklärt dazu: „Die Gesamtbelastung für ihn ist groß, und wir sind der Meinung, dass der soziale Umgang mit anderen Menschen ein wichtiger Aspekt ist.“ Hintergrund: Marius sitzt derzeit abgesondert, d. h. ohne Kontakt zu anderen Häftlingen, nur mit Gefängnispersonal und Besuchern von einer festgelegten Liste.

Marius Borg Høiby kämpft um Hausarrest: Skaugum als Alternative zur Gefängniszelle

Wie die dpa unter Berufung auf die norwegische Nachrichtenagentur NTB bereits Ende März berichtete, hatte das Gericht einen früheren Antrag auf Freilassung abgelehnt – mit dem Verweis auf „die Schwere und den Umfang des Falls sowie die hohe Wiederholungsgefahr“. Genau diese Einschätzung muss das Osloer Gericht nun erneut abwägen: ob Fußfessel und Hausarrest eine ausreichende Alternative zur Gefängniszelle darstellen.

Sein früheres Apartment in Oslo steht dem Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit offenbar nicht mehr zur Verfügung. Als neuer Aufenthaltsort ist daher seine Wohnung auf Skaugum (Residenz des norwegischen Kronprinzenpaares) im Gespräch – unweit von seiner Mutter und deren Ehemann Kronprinz Haakon (52). Im Falle einer Bewilligung würde Marius Borg Høiby auch wieder Zugang zu seinem eigenen Telefon und Computer erhalten, Besuch zu Hause empfangen und sich in der näheren Umgebung frei bewegen dürfen, wie Se og Hør weiß.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

Norwegens König Haakon VIII. legt am 1. September 2026 im Storting den Eid gemäß der Verfassung ab.
König Haakon VIII. ist zwar zwei Jahre jünger als seine Schwester Prinzessin Märtha Louise, ursprünglich hatten die Männer in Norwegens Monarchie jedoch Vorrang. Erst in den 1990ern wurde die Verfassung geändert, jedoch nicht rückwirkend. Demnach folgte Haakon seinem Vater Harald nach dessen Tod auf den Thron. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Am 25. August 2001 heiratete Haakon Mette-Marit Tjessem Høiby und machte sie so zur zukünftigen Königin Norwegens. Mette-Marit brachte ihren damals vierjährigen Sohn Marius mit in die Ehe, gemeinsam mit Kronprinz Haakon hat sie zwei Kinder. Wie 2018 bekanntgegeben wurde, ist die Kronprinzessin unheilbar an chronischer Lungenfibrose erkrankt. © Lise Åserud/NTB/AFP
Königin Sonja und König Harald 2023 bei einer Audienz im Palast vor der Verleihung des Friedensnobelpreises.
König Harald V. von Norwegen übernahm am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. († 87) das Zepter und blieb seinem Versprechen treu, bis zu seinem Lebensende zu regieren. Seine bürgerliche Ehefrau Sonja durfte er erst heiraten, nachdem er gedroht hatte, andernfalls für immer ledig zu bleiben. Sonja trägt auch nach Haralds Tod am 28. August 2026 weiterhin den Titel Königin. Am 29. August 2026 hätten die beiden ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. © picture alliance/dpa/NTB/Hanna Johre
Norwegens Kronprinzessin Ingrid Alexandra bei der Vereidigung ihres Vaters König Haakon VIII. am 1. September 2026 im Storting in oslo.
Kronprinzessin Ingrid Alexandra ist das erstgeborene Kind von König Haakon und Königin Mette-Marit, nach der Verfassungsänderung hat sie in der Thronfolge Vorrang vor ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Sverre Magnus, Prinz von Norwegen, trifft im Storting ein, wo König Haakon VIII. am 1.9.2026 gemäß der Verfassung seinen Eid ablegt.
Prinz Sverre Magnus ist der jüngere Bruder von Prinzessin Ingrid Alexandra und belegt in der norwegischen Thronfolge aktuell Rang zwei. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Terje Pedersen
Prinzessin Märtha Louise von Norwegen 2025 bei der Aufzeichnung einer Talkshow in Stockholm.
Prinzessin Märtha Louise ist das älteste Kind von König Harald und Königin Sonja, aufgrund der damaligen Verfassung landet sie in der Thronfolge allerdings hinter ihrem älteren Bruder Haakon und dessen Kindern. In erster Ehe war Märtha Louise mit dem Schriftsteller Ari Behn († 2019) verheiratet, die beiden ließen sich 2017 scheiden. © IMAGO/TT
Maud Angelica Behn, Emma Tallulah Behn und Leah Isadora Behn bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett in Geiranger.
Maud Angelica, Emma Tallulah und Leah Isadora stammen aus Prinzessin Märtha Louises Ehe mit Ari Behn. Maud belegt in der norwegischen Thronfolge Platz 5, dahinter folgt Leah auf Rang 6, an 7. Stelle steht Emma. © picture alliance/dpa/NTB/Cornelius Poppe
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett bei ihrer Hochzeit am 31. August 2024 in Geiranger.
Am 31. August 2024 heiratete Prinzessin Märtha Louise in Geiranger den selbsternannten Schamanen Durek Verrett. Die Beziehung ist in Norwegen umstritten, nach der Verlobung kündigte Märtha Louise an, keine offiziellen Aufgaben mehr für das Königshaus zu übernehmen. Ihren Prinzessinnen-Titel will sie zudem nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Durek Verrett ist trotz Hochzeit kein offizielles Mitglied der norwegischen Königsfamilie. © IMAGO/PPE
Marius Borg Høiby 2022 bei den Feierlichkeiten zu Prinzessin Ingrid Alexandras 18. Geburtstag.
Ebenfalls kein offizielles Mitglied der königlichen Familie ist Marius Borg Høiby. Der erstgeborene Sohn von Mette-Marit wuchs gemeinsam mit seinen beiden Halbgeschwistern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus auf, sorgte jedoch regelmäßig für negative Schlagzeilen. Im August 2024 wurde der negative Höhepunkt erreicht, nachdem Marius wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen wurde. Hinzu kam der Vorwurf der Vergewaltigung, weshalb Marius im November 2024 eine Woche in Untersuchungshaft verbrachte. © Lise Åserud/NTB/AFP
Prinzessin Astrid 2024 bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett.
Prinzessin Astrid ist die ältere Schwester von König Harald. Prinzessin Ragnhild, die älteste Tochter von König Olav V., verstarb 2012 im Alter von 82 Jahren. © IMAGO/PPE

Das Urteil im eigentlichen Verfahren wird erst Anfang Juni erwartet. Bis dahin bleibt Marius Borg Høiby in einem Zustand der Ungewissheit, die für ihn und seine Familie täglich spürbar ist. Ob das Osloer Gericht nun anders entscheidet als im März und ob Skaugum bald wieder sein Zuhause wird, soll noch direkt am Mittwoch verkündet werden. Verwendete Quellen: seher.no, dpa

Rubriklistenbild: © Bernard Rubsamen/Imago

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