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Royaler Umzug

Marius Borg Høiby sorgt für Unruhe: Norwegens Skandal-Prinz zieht ins Botschafts-Viertel

Marius Borg Høiby zieht von Skaugum in eine Luxuswohnung im Diplomatenviertel. Anwohner zeigen sich besorgt – wer trägt die Kosten für den Lebensstil?

Oslo – Marius Borg Høiby (28) hat seine Zelte auf dem königlichen Anwesen Skaugum abgebrochen. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) ist kürzlich in eine luxuriöse Wohnung im Osloer Stadtteil Frogner gezogen, wie die norwegische Boulevardzeitung Se og Hør Ende November enthüllt. Das exklusive Apartment befindet sich in einem Wohnkomplex mit nur 16 Einheiten, umgeben von Botschaften und einigen der begehrtesten Adressen der norwegischen Hauptstadt. Die neue Bleibe von Marius Borg Høiby verfügt über gehobene Ausstattung mit Gegenstromschwimmbecken, Sauna und Fitnessbereich im Untergeschoss.

Marius Borg Høiby zieht kurz vor seinem Prozess Anfang des neuen Jahres ins Osloer Diplomatenviertel.

Der Umzug von Marius Borg Høiby ins Botschaftsviertel löst jedoch nicht nur Neugier aus. Die Nachricht vom neuen Mieter soll bei einigen Bewohnern der Wohnanlage für Beunruhigung gesorgt haben. Mehrere Anwohner hätten Bedenken wegen möglicher Ruhestörungen durch Partys geäußert, berichtet Se og Hør. Ein Vorstandsmitglied der Eigentümergemeinschaft wollte sich auf Anfrage nicht äußern: „Dazu habe ich keinen Kommentar“.

Nachbarn zeigen sich besorgt über Marius Borg Høibys Einzug ins exklusive Diplomatenviertel

Die monatliche Miete für vergleichbare Wohnungen in diesem Viertel liegt zwischen 30.000 und 50.000 norwegischen Kronen, umgerechnet etwa 2.500 bis 4.200 Euro. Für Marius Borg Høiby bewegt sich die Miete im mittleren Bereich dieser Spanne. Doch wer finanziert den gehobenen Lebensstil? Diese Frage beschäftigt norwegische Medien und Öffentlichkeit gleichermaßen. Bekannte Steuerdaten zeigen, dass Marius Borg Høiby selbst über ein geringes Einkommen und kaum Vermögen verfügt. Kommunikationschefin Guri Varpe vom königlichen Hof stellte gegenüber der norwegischen Zeitung VG klar: „Weder der königliche Hof noch das Kronprinzenpaar zahlen die Ausgaben.“

Der Umzug von Marius Borg Høiby erfolgt zu einem heiklen Zeitpunkt. Im Februar nächsten Jahres muss er sich vor Gericht verantworten – die Anklage umfasst 32 schwere Vorwürfe, darunter mehrere Vergewaltigungen, häusliche Gewalt und Verstöße gegen Kontaktverbote, wie die dänische Boulevardzeitung B.T. berichtet. Staatsanwalt Sturla Henriksbø präsentierte die Anklageschrift im August 2025. Neben den strafrechtlichen Verfahren belasten Marius Borg Høiby auch Anwaltskosten aus einem verlorenen Buchprozess in Höhe von rund 530.000 norwegischen Kronen, etwa 44.500 Euro.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

Norwegens König Haakon VIII. legt am 1. September 2026 im Storting den Eid gemäß der Verfassung ab.
König Haakon VIII. ist zwar zwei Jahre jünger als seine Schwester Prinzessin Märtha Louise, ursprünglich hatten die Männer in Norwegens Monarchie jedoch Vorrang. Erst in den 1990ern wurde die Verfassung geändert, jedoch nicht rückwirkend. Demnach folgte Haakon seinem Vater Harald nach dessen Tod auf den Thron. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Am 25. August 2001 heiratete Haakon Mette-Marit Tjessem Høiby und machte sie so zur zukünftigen Königin Norwegens. Mette-Marit brachte ihren damals vierjährigen Sohn Marius mit in die Ehe, gemeinsam mit Kronprinz Haakon hat sie zwei Kinder. Wie 2018 bekanntgegeben wurde, ist die Kronprinzessin unheilbar an chronischer Lungenfibrose erkrankt. © Lise Åserud/NTB/AFP
Königin Sonja und König Harald 2023 bei einer Audienz im Palast vor der Verleihung des Friedensnobelpreises.
König Harald V. von Norwegen übernahm am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. († 87) das Zepter und blieb seinem Versprechen treu, bis zu seinem Lebensende zu regieren. Seine bürgerliche Ehefrau Sonja durfte er erst heiraten, nachdem er gedroht hatte, andernfalls für immer ledig zu bleiben. Sonja trägt auch nach Haralds Tod am 28. August 2026 weiterhin den Titel Königin. Am 29. August 2026 hätten die beiden ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. © picture alliance/dpa/NTB/Hanna Johre
Norwegens Kronprinzessin Ingrid Alexandra bei der Vereidigung ihres Vaters König Haakon VIII. am 1. September 2026 im Storting in oslo.
Kronprinzessin Ingrid Alexandra ist das erstgeborene Kind von König Haakon und Königin Mette-Marit, nach der Verfassungsänderung hat sie in der Thronfolge Vorrang vor ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Sverre Magnus, Prinz von Norwegen, trifft im Storting ein, wo König Haakon VIII. am 1.9.2026 gemäß der Verfassung seinen Eid ablegt.
Prinz Sverre Magnus ist der jüngere Bruder von Prinzessin Ingrid Alexandra und belegt in der norwegischen Thronfolge aktuell Rang zwei. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Terje Pedersen
Prinzessin Märtha Louise von Norwegen 2025 bei der Aufzeichnung einer Talkshow in Stockholm.
Prinzessin Märtha Louise ist das älteste Kind von König Harald und Königin Sonja, aufgrund der damaligen Verfassung landet sie in der Thronfolge allerdings hinter ihrem älteren Bruder Haakon und dessen Kindern. In erster Ehe war Märtha Louise mit dem Schriftsteller Ari Behn († 2019) verheiratet, die beiden ließen sich 2017 scheiden. © IMAGO/TT
Maud Angelica Behn, Emma Tallulah Behn und Leah Isadora Behn bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett in Geiranger.
Maud Angelica, Emma Tallulah und Leah Isadora stammen aus Prinzessin Märtha Louises Ehe mit Ari Behn. Maud belegt in der norwegischen Thronfolge Platz 5, dahinter folgt Leah auf Rang 6, an 7. Stelle steht Emma. © picture alliance/dpa/NTB/Cornelius Poppe
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett bei ihrer Hochzeit am 31. August 2024 in Geiranger.
Am 31. August 2024 heiratete Prinzessin Märtha Louise in Geiranger den selbsternannten Schamanen Durek Verrett. Die Beziehung ist in Norwegen umstritten, nach der Verlobung kündigte Märtha Louise an, keine offiziellen Aufgaben mehr für das Königshaus zu übernehmen. Ihren Prinzessinnen-Titel will sie zudem nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Durek Verrett ist trotz Hochzeit kein offizielles Mitglied der norwegischen Königsfamilie. © IMAGO/PPE
Marius Borg Høiby 2022 bei den Feierlichkeiten zu Prinzessin Ingrid Alexandras 18. Geburtstag.
Ebenfalls kein offizielles Mitglied der königlichen Familie ist Marius Borg Høiby. Der erstgeborene Sohn von Mette-Marit wuchs gemeinsam mit seinen beiden Halbgeschwistern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus auf, sorgte jedoch regelmäßig für negative Schlagzeilen. Im August 2024 wurde der negative Höhepunkt erreicht, nachdem Marius wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen wurde. Hinzu kam der Vorwurf der Vergewaltigung, weshalb Marius im November 2024 eine Woche in Untersuchungshaft verbrachte. © Lise Åserud/NTB/AFP
Prinzessin Astrid 2024 bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett.
Prinzessin Astrid ist die ältere Schwester von König Harald. Prinzessin Ragnhild, die älteste Tochter von König Olav V., verstarb 2012 im Alter von 82 Jahren. © IMAGO/PPE

Die fehlende Transparenz über die Finanzierung sorgt für Kritik in norwegischen Medien. Die Tageszeitung Dagbladet forderte in einem Kommentar mehr Offenheit in dem Fall, der das Königshaus betrifft. Königshausexperten äußerten sich kritisch gegenüber der norwegischen Zeitung Nettavisen über die mangelnde Einsicht in die finanziellen Verhältnisse. Die neue Wohnung von Marius Borg Høiby liegt nur wenige Gehminuten von Oslos Ausgehvierteln entfernt – unter anderem von der Bar F6 im Stadtteil Frogner, wo er im November trotz bestehendem Kontaktverbot mit einer seiner Ex-Freundinnen gesehen wurde. Verwendete Quellen: seher.no, dagbladet.dk, nettavisen.no, bt.de, vg.no

Rubriklistenbild: © IMAGO / PPE

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