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Bauausschuss diskutiert über Projekt

Wohnen über dem Supermarkt: Nur mit „Bauchschmerzen“ oder „mutiger Plan“ für Waldkraiburg?

Auf einem Areal zwischen Daimler- und Dieselstraße sowie Keplerweg will ein Bauherr Supermarkt und Wohnen zusammenbringen.
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Auf einem Areal zwischen Daimler- und Dieselstraße sowie Keplerweg will ein Bauherr Supermarkt und Wohnen zusammenbringen.

Einkaufen und neuer Wohnraum an einem Standort – das verspricht ein Bauprojekt nördlich des Waldkraiburger Stadtzentrums. Aber wie gut lässt sich das Vorhaben in das Gebiet integrieren?

Waldkraiburg – Ein Projekt, das die lokale Infrastruktur stärken und zugleich neuen Wohnraum schaffen soll – so beschreiben die Bauherren ihr Konzept für ein Grundstück nördlich des Waldkraiburger Stadtzentrums. Ein Supermarkt mit Wohnungen darüber sowie ein weiteres großes Wohnhaus sollen dort Platz finden, wo heute noch Einfamilienhäuser stehen. Die Pläne sorgen für Diskussion im Bauausschuss.

Auf Grundstücken zwischen Daimler- und Dieselstraße sowie Keplerweg will ein Bauherr Wohnen und Nahversorgung zusammenbringen. Geplant sind zwei große Einzelgebäude, eine Tiefgarage und dazwischen 84 Stellplätze. Das Besondere daran: im östlichen Teil des Gebiets soll ein Vollsortimenter mit rund 1.600 Quadratmetern Fläche entstehen – darüber 35 Wohnungen. Im westlichen Bereich ist ein viergeschossiges Gebäude mit ebenfalls 35 Wohnungen geplant.

Areal müsste in Sondergebiet umgewidmet werden

So sieht es eine formlose Anfrage vor, über die der Stadtentwicklungsausschuss diskutierte. Da das Areal nördlich des Stadtzentrums bislang als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen ist, müsste es für den großflächigen Einzelhandel als Sondergebiet umgewidmet werden.

Bauamtsleiter Carsten Schwunck merkte an, dass sich aus Sicht der Verwaltung das geplante Bauvolumen nur „grenzwertig“ in die Umgebung einfügt: Zwar gibt es im weiteren Umfeld ähnlich hohe Gebäude, die unmittelbare Nachbarschaft ist jedoch deutlich kleinteiliger und niedriger bebaut. Der Bau könnte aber weitere Probleme nach sich ziehen – etwa wegen Lärm und Verkehr.

„Der Supermarkt soll über die Daimlerstraße erschlossen werden, die Straße ist aber bereits heute stark belastet.“ Die Verwaltung sieht das Vorhaben daher in dieser Form „kritisch“.

Die Pläne für ein Areal zwischen Daimler- und Dieselstraße sowie Keplerweg sehen einen Supermarkt und Wohnungen vor.

Dennoch sahen die Mitglieder des Bauausschusses gute Ansätze in dem Vorhaben. „Prinzipiell sehe ich das Vorhaben positiv, habe aber Bauchschmerzen wegen des Verkehrs“, merkte Ernst Schäffer (AfD) an. Johann Vetter (UWG) wertete den Entwurf als „sehr mutig“. Aber das Vorhaben wegen der Bedenken scheitern zu lassen, ist für ihn nicht der richtige Weg.

Projekt könnte Bereicherung sein

„Mir fehlt die Lösung, wie man so etwas umsetzen kann. Wir sollten kreativer überlegen, wie man es möglich machen kann“, forderte er auf. Seiner Meinung nach könnte das Projekt eine Bereicherung sein, weshalb man „den Vorhang nicht herunterlassen“ soll.

Auf eine Lösung setzen auch andere Stadträte: „Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten – das sollte doch lösbar sein“, sagte Richard Fischer.

Für Karl-Heinz Stocker (CSU) ist der Eingriff „zu massiv“. „Ohne Bebauungsplan lässt sich das ohnehin nicht umsetzen, das muss Hand und Fuß haben.“ Dennoch bleibt für ihn die Frage, wie sich solche Pläne umsetzen lassen.

Mit einer Gegenstimme lehnte der Bauausschuss das Vorhaben ab – auch wegen der zu erwarteten Lärm- und Verkehrsbelastung. Aber damit soll das Projekt nicht ganz vom Tisch sein. „Die Pläne sind zwar in dieser Weise zu massiv, aber es ist noch nichts endgültig entschieden“, hatte Schwunck zuvor noch ergänzt.

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