ER WURDE 94 JAHRE ALT

Waldkraiburg: Peter Maffay trauert um seinen Vater Wilhelm Makkay

Der Sänger Peter Maffay und sein Vater hatten ein sehr enges Verhältnis. Jetzt ist Wilhelm Makkay im Alter von 94 Jahren verstorben.
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Der Sänger Peter Maffay und sein Vater hatten ein sehr enges Verhältnis. Jetzt ist Wilhelm Makkay im Alter von 94 Jahren verstorben.

Peter Maffay trauert um seinen Vater. Wilhelm Makkay ist vor einigen Tagen im Alter von 94 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Wie Medien berichteten, hat Peter Maffay den Tod seines Vaters bestätigt.

Waldkraiburg/Mühldorf– Peter Maffay trauert um seinen Vater. Wilhelm Makkay ist vor einigen Tagen im Alter von 94 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Wie Medien berichteten, hat Peter Maffay den Tod seines Vaters bestätigt.

Wilhelm Makkay kam am 12. Juli 1926 in Kronstadt in Rumänien zur Welt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er wie sein Bruder Egon in den Kriegsdienst eingezogen und zum Piloten ausgebildet. In Österrreich gelangte er in die amerikanische Kriegsgefangenschaft und kehrte nach deren Ende nach Rumänien zurück. Zurück in Kronstadt lernte er 1946 die siebzehnjährige Augustine Feltes kennen und heiratete sie noch im gleichen Jahr. Ihr gemeinsamer Sohn Peter kam am 30. August 1949 zur Welt.

Ein Mann mit viel Zivilcourage

Obwohl es die Siebenbürgen-Deutschen im kommunistischen Rumänien nicht leicht hatten, blieb die Familie Makkay. Wilhelm Makkay war schon immer ein Mann mit einem hohen Maß an Zivilcourage, schreibt Peter Maffay über seinen Vater in seiner Biografie „Auf dem Weg zu mir“. Auch seinen Sohn stellte er früh darauf ein, dass es „im Leben auf Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und konsequentes Eintreten für die gerechte Sache“ ankommt. Diffamierung und Unterdrückung ziehen sich durch Makkays Leben wie ein roter Faden.

Bis ihm die Ausreise aus Rumänien mit seiner Familie glückte, wurde er mehrmals von der rumänischen Geheimpolizei zu Verhören abgeholt. Darüber gesprochen hat er nicht. 1963 durfte die Familie endlich ausreisen. Obwohl die Makkays ursprünglich nach Amerika auswandern wollten, blieben sie in Waldkraiburg. Vom Probenraum im Gasthaus „Weißer Hirsch“ schaffte es sein Sohn Peter in die großen Hallen und Stadien Deutschlands.

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Wilhelm und seine Frau Augustine waren anfangs nicht sonderlich begeistert, dass ihr Sohn sich für Beat- und Rockmusik interessierte. „Die Eltern waren zwar tolerant“, aber Musiker waren Hungerleider. Trotzdem gaben sie Peter die Möglichkeit zur Entfaltung.

Peter Maffay und Wilhelm Makkay hatte ein sehr enges Verhältnis. Darüber und über die Kindheit seines berühmten Sohnes hat Makkay – von Maffay auch „Tati“ genannt – vor zwei Jahren ein Buch veröffentlicht. „Tati, erzähl“ ist ein Blick zurück in die Vergangenheit der Familie. Es sind Erinnerungen an Makkays Leben hinter dem Eisernen Vorhang und dem Weg der Familie nach Deutschland, die er für seinen berühmten Sohn und seine Enkel festhielt, wie er in einem Interview mit der Heimatzeitung vor genau zwei Jahren erzählte.

Er schrieb über die schwierige Zeit in Rumänien und die Ausreise, die die Familie nach Waldkraiburg brachte. „Ich wollte etwas zurücklassen. Als ich sehr krank wurde, habe ich mithilfe meiner Frau angefangen zu erzählen“, sagte er.

Reise in die Vergangenheit

Der Sänger und sein Vater hatten lange Zeit die Vergangenheit mit ihrem Überlebenskampf, der politischen Unfreiheit und der Bedrohung nicht gemeinsam aufgearbeitet. Erst sehr viel später haben sie gemeinsam eine Reise in die Vergangenheit unternommen.

Peter Maffay hatte ihn dazu im Jahr 2008 überredet. Nach 44 Jahren kehrt Makkay zum ersten Mal nach Rumänien zurück. „Ich denke, die Reise war für Peter und mich aufschlussreich, obwohl ich sie vorzeitig beendete. Zu viele Erinnerungen wurden wach“, erzählte er im Interview.

Arm in Arm mit dem Sohn auf der Bühne

Unvergessen für Waldkraiburg bleibt das Konzert von Peter Maffay im Haus der Kultur im Januar 2009. Es war die Generalprobe für den Auftakt zur Deutschlandtournee und für den Sänger war es einfach nur „ein schönes Gefühl wieder hier zu sein“. Maffay selbst ist von diesem Abend vor allem eine Szene in Erinnerung geblieben: Arm in Arm steht er am Ende mit seinem Vater auf der Bühne, sichtlich gerührt. „Natürlich gab es Momente vor 40 Jahren, in denen ich nicht an ihn geglaubt habe“, rief Wilhelm Makkay damals dem Publikum zu.

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Bei dieser Gelegenheit hat auch Altbürgermeister Siegfried Klika Makkay kennengelernt. Er beschreibt ihn als „starke Persönlichkeit“, der sich in seinem Leben nicht beirren ließ. „Er war ein Stehaufmann, der sich nie aufgegeben hat“, sagt Klika. Besonders stolz sei ergewesen, dass sich sein berühmter Sohn an seine Zeit in Waldkraiburg erinnert habe.

Nach dem Tod seiner Frau Augustine heiratete Makkay seine zweite Frau Elvira. Mit ihr lebte er zuletzt in Mühldorf.

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