Stadt wegen fehlender Betreuungsplätze unter Druck
Die nächste Kita ist geplant: Waldkraiburg baut mobile Anlage im Adalbert-Stifter-Weg
Die Stadt muss handeln. Und zwar schnell. Denn es fehlt an Betreuungsplätzen für Kinder. Deshalb will die Stadt bis September 2022 eine temporäre Kinderbetreuungsanlage im Adalbert-Stifter-Weg bauen. Der Stadtrat steht hinter dem Projekt.
Waldkraiburg – Aktuell tut sich gerade eine große Lücke auf. 35 Kindergarten- und 49 Krippenplätze fehlen aktuell in der Stadt. Noch im Sommer sprachen die Zahlen eine andere Sprache, ergeben haben sie sich im Oktober beim Abgleich der Wartelisten. Bis September 2022 können sich die Zahlen zwar ändern, aber in welche Richtung?
Fest steht, dass die Kinder an bestehende Einrichtungen untergebracht werden können oder an bestehende Einrichtung angedockt werden kann. Als Lösung bleibt eine temporäre Anlage, wie es die Stadt bereits am Kalander getan hat. Geplant sind zwei Krippen- und vier Kindergartengruppen auf einem städtischen Grundstück im Adalbert-Stifter-Weg. „Parallel dazu sollten wir uns Gedanken über eine feste Einrichtung machen“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) in der jüngsten Sitzung im Stadtrat.
An bestehende Einrichtung andocken
Für die mobile Lösung hat die Stadt bereits das Gespräch mit den Trägern der bestehenden Einrichtungen gesucht. Dass die Stadt für die mobile Lösung die Trägerschaft übernimmt, dagegen gibt es keine Einsprüche. Denn das große Problem sehen alle Beteiligten darin, das Personal zu finden. „Die Stadt hat natürlich dabei die gleichen Schwierigkeiten, nur kann sie verklagt werden von Eltern, wenn es nicht genügend Betreuungsplätze gibt“, sagte Pötzsch.
Je Krippengruppe braucht es eine Erzieherin, eine Kinderpflegerin sowie eine Berufspraktikantin oder alternativ eine weitere Kinderpflegerin. Je Kindergartengruppe sind je eine Erzieherin sowie eine Kinderpflegerin nötig, für die KiTa-Leitung braucht es eine Vollzeit-Fachkraft. Die meisten Anfragen für einen Betreuungsplatz kommen aus Waldkraiburg-Süd beziehungsweise West. Für die Stadt ist daher der Standort am Adalbert-Stifter-Weg ideal.
Alternativen seien aber ohnehin nicht mehr vorhanden. Nach Meinung von Richard Fischer (SPD) hätte die Stadt schon vor fünf Jahren die Weichen anders stellen müssen. „Hätte man damals schon gebaut, dann bräuchte es jetzt keine Container“, sagte er im Stadtrat. Dies könne nicht die Zukunft sein, stattdessen müsse man umdenken. Denn die Kosten für Container-Anlagen seien nicht gerade billig.
Die Kritik hat allerdings einen finanziellen Haken: Denn wie Bürgermeister Pötzsch erklärte, werde beim Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen eben nur das finanziell gefördert, was tatsächlich an Bedarf vorhanden ist.
Die Anmeldungen werden nicht weniger
„Wir werden uns in Zukunft weiter mit dem Thema beschäftigen müssen“, sagte er ganz klar. Mobile Einrichtungen seien eine gute Möglichkeit, um kurzfristig auf den tatsächlichen Bedarf zu reagieren. Auch Charlotte Konrad (CSU), Leiterin der Kita Maria Schutz, pochte auf eine schnelle Lösung. „Es werden nicht weniger Anmeldungen, und wir müssen weiter planen.“ Auf Dauer könnten die Container keine Lösung sein. Den Bau einer mobilen Kita stellte keiner infrage, weshalb der Stadtrat geschlossen dafür stimmte. Damit wurde der Finanzierung zugestimmt und der Beauftragung der Planung bis zum Jahresende.