Auf ehemaligen BFZ Peters-Gelände
Ankerzentrum in Waldkraiburg bleibt: Regierung verlängert den Betrieb
Die Entscheidung ist gefallen: Das umstrittene Ankerzentrum in Waldkraiburg bleibt weitere fünf Jahre bestehen. Die Regierung von Oberbayern zieht ihre Vertragsoption.
Waldkraiburg. Die Regierung von Oberbayern hat entschieden, den Betrieb des Ankerzentrums auf dem Gelände des ehemaligen BFZ Peters in Waldkraiburg bis 2030 zu verlängern. Das teilte die Stadt Waldkraiburg in einer offiziellen Mitteilung mit. Die Entscheidung betrifft eine der zentralen Flüchtlingsunterkünfte in der Region und sorgt damit für Klarheit über die Zukunft der Einrichtung.
Bereits seit 2015 betreibt die Regierung von Oberbayern das Ankerzentrum an diesem Standort. Vertragspartner für den Betrieb ist die Max Aicher GmbH & Co.KG, die das Gelände erworben hatte. Der ursprüngliche Vertrag sah eine Laufzeit von zehn Jahren vor – mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere fünf Jahre. Diese Option wurde nun gezogen. Die Entscheidung liegt ausschließlich bei der Regierung von Oberbayern, die ihr vertragliches Recht auf Verlängerung nun wahrgenommen hat, wie die Stadt Waldkraiburg betont.
Ankerzentren dienen in Bayern als zentrale Anlaufstellen für Asylbewerber. Sie bündeln die Registrierung, Unterbringung und die Entscheidung über den Asylantrag an einem Ort. Ziel ist es, Asylverfahren zu beschleunigen und Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten. Das Ankerzentrum in Waldkraiburg ist eine von mehreren derartigen Einrichtungen in Oberbayern.
Die Verlängerung dürfte in der Stadtgesellschaft erneut für Diskussionen sorgen. In der Vergangenheit war die Einrichtung nicht unumstritten, insbesondere was Integration, Sicherheitsfragen und die Dauer des Aufenthalts der Bewohner betrifft. Gleichzeitig betonen viele Hilfsorganisationen die Bedeutung stabiler Strukturen und die Notwendigkeit ausreichender Kapazitäten, um Geflüchtete menschenwürdig unterzubringen. (mz/Stadt Waldkraiburg)