Was mich freut, was mich ärgert
Riskante Abkürzung: Waldkraiburger Thomas Drobnik ärgert sich über zwei Minuten Zeitersparnis
Immer wieder nehmen Autofahrer in Waldkraiburg eine riskante Abkürzung – mitten durch ein Privatgrundstück, direkt gegenüber einer Kita. Anwohner Thomas Drobnik schlägt Alarm, nachdem sein Kind fast verunglückt ist.
Waldkraiburg – „Um 7 Uhr morgens geht es mit dem Berufsverkehr los”, erzählt Anwohner Thomas Drobnik: Wenn die Ampel an der Kreuzung Karlsbader Straße zur Peter-Rosegger-Straße auf Rot springt, würden viele Autofahrer über das Privatgrundstück abkürzen. Rechtlich sei das kein Problem, solange der Eigentümer kein Verbot ausspreche, weiß der Anlieger. „Man kann das also machen, um sich zwei Minuten zu sparen, aber ist es das wirklich wert?”, fragt Drobnik.
Er sorgt sich vor allem um die Kinder, die hier insbesondere morgens und mittags unterwegs sind. Denn in der Peter-Rosegger-Straße, direkt gegenüber der „Abkürzungs-Ausfahrt”, befindet sich die Käthe-Luther-Kindertagesstätte. „Die Eltern parken hier, holen ihre kleinen Kinder aus dem Auto, wenn da einmal eines davon läuft, wird das ein Riesen-Problem”, beschreibt Drobnik die Situation vor Ort.
Breite Einfahrt lädt zum Abkürzen ein
Auch seinen zwölfjährigen Sohn hätte ein Autofahrer kürzlich fast erwischt, wenn auch außerhalb der geschilderten Stoßzeiten. „Nur ein paar Zentimeter ist er an unserem Kleinen vorbei – der Getränkemarkt hatte schon zu und es war kein Anwohner”, unterstreicht Drobnik, der selbst in einer Wohnung oberhalb der vermeintlichen Durchfahrt wohnt.
Der Anlieger gibt zu, dass die breite Einfahrt an der Karlsbader Straße geradezu prädestiniert sei, um eine Abkürzung zu nehmen. „Aber das ist nicht im Sinne des Erfinders.”
Deshalb wünscht er sich, dass die Hausverwaltung reagiert – und zwar nicht erst, wenn etwas passiert ist. Schon seit bald vier Jahren bemühe er sich um eine entsprechende Lösung. Bisher habe sich die Hausverwaltung allerdings auf ein kleines Schild berufen, das nur auszeichnet, dass es sich um ein Privatgrundstück handle. „Das ist alles, was wir haben.”
Hausverwaltung ist um eine zeitnahe Lösung bemüht
Frank Nagl von der Hausverwaltung ist das Problem bekannt, wie er gegenüber den OVB Heimatzeitungen am Telefon versichert. „Aber dass es so ausartet, ist neu.” Selbstverständlich sei die Hausverwaltung bemüht, in Absprache mit der Eigentümergemeinschaft eine passende Lösung zu finden. Er sagt aber auch: „Es ist das erste Mal in den ganzen letzten Jahren, dass eine Gefahr für ein Kind entstanden ist”.
Ideen gibt es bereits: Temposchwellen zum Beispiel oder eine zeitgesteuerte Schranke, die sich nach den Geschäftszeiten schließt. Schnellstmöglich soll es an die Umsetzung gehen. „Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, müssen wir natürlich reagieren”, betont Nagl.
„Abkürzer“ nehmen zuletzt Überhand
Bis es so weit ist, wünscht sich Drobnik von den Verkehrsteilnehmern ein bisschen mehr Geduld. „Warum wegen der paar Minuten ein Risiko eingehen”, sagt er. „Natürlich haben wir hier einen furchtbaren Kreuzungsverkehr, aber in letzter Zeit nehmen die Abkürzer Überhand.” Immer wieder würden Leute durch das Privatgrundstück rasen, in seinen Augen ein gewaltiges Risiko.



