Infoveranstaltung für Waldkraiburgs Bürger
Kommunale Wärmeplanung: Wie Waldkraiburg in Zukunft klimaneutral heizen will
Mehr Planungssicherheit: Die kommunale Wärmeplanung soll zeigen, wie die Energiewende hin zur Klimaneutralität vor Ort gelingen kann. Im Waldkraiburger Stadtrat stellten die Planer erste Ergebnisse und Perspektiven vor.
Waldkraiburg – Wie heizt Waldkraiburg in der Zukunft? Antworten auf diese Frage soll die kommunale Wärmeplanung liefern. Sie ist für alle Kommunen und Städte bis spätestens 2028 verpflichtend und zeigt auf, wie Grundstücke künftig klimaneutral mit Wärme versorgt werden können.
Mit der Geothermie schafft Waldkraiburg nachhaltige Wärme für Generationen. Doch es ist noch ein weiter Weg zu gehen: Bis Ende 2024 ist das Leitungsnetz auf 32,5 Kilometer angewachsen, dieses Jahr sollen insgesamt weitere knapp drei Kilometer hinzukommen. Bis zum Ausbau-Ende 2045 sollen es 110 Kilometer sein. Über die Geothermie werden bislang nicht nur 4.000 Haushalte versorgt, sondern auch öffentliche Gebäude und erste Industrie-Kunden, jedes Jahr damit rund 8.000 Tonnen CO2 eingespart.
Trotzdem besteht noch großes Ausbaupotenzial: Eine Bestandsanalyse – basierend auf Zahlen aus dem Jahr 2022 – zeigt, dass 72 Prozent der Wärme noch aus fossiler Energie stammen, während 28 Prozent aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Laut Projektingenieur Roel Montie vom Ingenieurbüro ecb, der die Ergebnisse im Stadtrat vorstellte, entwickelt sich diese Bilanz jedoch schnell in Richtung Nachhaltigkeit: „Der Anteil allein aus der Fernwärme lag 2025 bereits bei 27 Prozent.“
Strategischer Leitfaden für die Wärmewende
Die kommunale Wärmeplanung soll ein „strategischer Leitfaden“ für den Weg zur Klimaneutralität sein – eine Hilfestellung, wie sich die Stadt Schritt für Schritt entwickeln kann. Der Weg kann auf unterschiedliche Art und Weise passieren. Die Geothermie spielt dabei eine zentrale Rolle und wird ihren Anteil Jahr für Jahr ausbauen. Darüber hinaus werden auch andere erneuerbare Energiequellen berücksichtigt, etwa Solarthermie, Abwasserwärme oder Flusswasserwärme. Die beiden Letzteren besitzen zwar Potenzial, bieten laut Montie aber keine bessere Alternative zur Geothermie. Ein großes Einsparpotenzial sieht er in der energetischen Sanierung älterer Gebäude.
In Gebieten, in denen kein Anschluss an das Fernwärmenetz möglich ist, werden künftig alternative Wärmelösungen erforderlich sein. Eine wichtige Rolle sollen Wärmepumpen spielen. Allerdings müsse dafür auch das Stromnetz ausreichend leistungsfähig sein – ein Aspekt, der im Rahmen der Wärmeplanung ebenfalls betrachtet wird.
Infoveranstaltung für die Bürger
Die Wärmeplanung soll bis März 2025 abgeschlossen und voraussichtlich im Februar veröffentlicht werden. Erste Details werden die Planer bei einer Infoveranstaltung am Donnerstag (23. Oktober) ab 18 Uhr im Haus der Kultur vorstellen.
Erste Details zur kommunalen Wärmeplanung
Die Stadt stellt weitere Weichen für eine nachhaltige Energiezukunft und arbeitet aktuell eine kommunale Wärmeplanung aus. Ziel ist es, eine langfristige Strategie für eine klimafreundliche, wirtschaftliche und sozialverträgliche Wärmeversorgung zu entwickeln. Betrachtet wird dabei das gesamte Stadtgebiet. Die Ergebnisse der Wärmeplanung bilden die Grundlage für zukünftige Entscheidungen, Fördermöglichkeiten und Investitionen – sowohl für die Stadt selbst als auch für private Haushalte. Die wichtigsten Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung werden den Bürgern bei einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, 23. Oktober, ab 18 Uhr im Haus der Kultur vorgestellt.
In seinen Ausführungen ging Montie nicht auf alle Details ein, was zu Nachfragen im Stadtrat führte. Johann Vetter (UWG) vermisste insbesondere die Berücksichtigung der Außenbezirke: „Bei einem Wärmekonzept dürfen nicht 1000 Haushalte fehlen.“ Als Wärme-Alternative nannte Vetter Wasserstoff und verwies auf die Versorgungspflicht der Netzbetreiber; Gas könnte künftig teilweise durch ein Wasserstoff-Gas-Gemisch ersetzt werden.
Für die Außenbezirke sieht Montie in der Infoveranstaltung eine gute Gelegenheit, sich über mögliche Alternativen zu informieren – falls kein Anschluss ans Fernwärmenetz möglich ist. Zum Thema Wasserstoff verwies Montie auf verschiedene Studien: Demnach sei Wasserstoff für die Wärmeversorgung von Wohngebieten derzeit wirtschaftlich nicht tragfähig und technisch problematisch. „Das ist ein schwieriges Projekt, weil es sehr instabil ist.“ Zwar gewährleiste der Netzbetrieb grundsätzlich weiterhin Versorgungssicherheit, doch werde ein Anschluss an das Gasnetz zunehmend unattraktiver, da immer weniger Haushalte daran hängen werden.
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