Die Beste der Welt
Hartes Training und Reisen in die Welt: So lebt die Waldkraiburger Spitzenkarateka Jessica Vlai
Mit 20 Jahren führt Jessica Vlai das Karate-Weltranking an – nach hartem Training und Disziplin. So ist ihre Beziehung zu Waldkraiburg und alten Freunden heute.
Waldkraiburg – Eine junge Waldkraiburgerin führt im Karate-Sport das Weltranking an: Jessica Vlai aus Waldkraiburg gewann mehrere Bronzemedaillen, ist Mitglied im Bayerischen Landeskader und der deutschen Nationalmannschaft. Doch jetzt gelang ihr der große Coup: Bei der Karate 1 Youth League in der Kategorie U21 Kata Individual Female in Monterrey (Mexiko) setzte sich die 20-Jährige gegen die hochkarätige internationale Konkurrenz durch und gewann ihre erste Goldmedaille.
Täglich trainieren, mehrere Stunden
Dieser Erfolg kommt natürlich nicht von allein, hartes Training und Ausdauer sind angesagt. „Ich trainiere das ganze Jahr über – mehr oder weniger – je nachdem, was ansteht. So ein- bis dreimal am Tag, da kommen drei bis vier Stunden an Trainingszeit zusammen. Vor einem Wettkampf ist es etwas weniger, denn da heißt es Kräfte sammeln“, erzählt Jessica, die seit ihrem dritten Lebensjahr Karate macht.
Wie kommt man dazu? „Eigentlich wollte ich sowas gar nicht machen. Ich war sehr schüchtern und jemanden anschreien, war nicht so mein Ding. Doch da hat mich so ein Gürtel bei einem Freund dermaßen fasziniert, dass ich unbedingt auch so einen haben wollte“, sagt sie. „Und nun bin ich seit 17 Jahren dabei und immer noch begeistert.“
Jessica Vlai ist schon in Waldkraiburg aufgewachsen. Nach dem Kindergarten besuchte sie Grundschule und Gymnasium. „Einen Tag nach dem Mathe-Abi hatte ich die Aufnahme zur Bayerischen Polizei in Dachau, verbunden mit Spitzensportförderung, in der Tasche“, 2023 begann sie ihre Ausbildung, die viereinhalb Jahre dauert. „Pro Jahr werden wir acht Monate für Training und Wettkämpfe freigestellt“, erzählt sie über ihren Alltag. „In den vier Monaten ist es halt dann anstrengender und wir müssen das schaffen, was andere im halben Jahr lernen.“ Aber in der Prüfung werde trotzdem alles verlangt“, weiß die 20-Jährige.
Freunde sind wichtig
Freunde sind ihr wichtig, wenn sie auch zu denen von früher nicht mehr so viel Kontakt hat. „Man kann ja nicht mehr jeden Tag zusammen spielen“, lacht sie. „Aber Freunde sind da, wenn man sie braucht. Da ich ja häufig unterwegs bin, musste ich schon mal eine Party oder Geburtstagsfeier absagen.“ Dafür habe sie jetzt Karate-Freunde in der ganzen Welt. Für weitere Hobbys hat sie wenig Zeit, backen und kochen bereiten ihr Spaß: „Gut essen ist auch wichtig als Sportler“.
Jessica Vlai stand bereits mit drei Jahren auf der Matte. Seit Anbeginn ihrer Karate-Laufbahn hat sie in der Waldkraiburger Kampfsportschule „Asia Sports“ unter Adnan Akgün trainiert. Seit diesem Jahr ist ihr Trainingsort in der Sport Academy im unterfränkischen Mömlingen, Kreis Miltenberg. Dort bleibt sie immer gleich für mehrere Tage zum Trainieren. Ihr Trainer ist Mohammed Abu Wahib und die Sport Academy werden von der Firma Dickow Pumpen aus Waldkraiburg unterstützt.
Auch der Freund aus dem österreichischen Vorarlberg macht Karate
Teilweise trainiert Jessica auch in Salzburg zusammen mit ihrem Freund Adrian Nigsch. Er kommt aus dem österreichischen Vorarlberg und ist ebenfalls Karate-begeistert. Adrian macht „Kumite“ und Jessica zählt auf „Kata“.
Nach ihrem Erfolg in Mexiko, wo Vlai ihre erste Goldmedaille auf internationaler Turnierreihe gewann, führt sie in ihrer Altersklasse U21 Kata Damen die Weltrangliste an. Vor Rückschlägen ist sie trotz des Spitzenplatzes nicht gefeit. Kürzlich schied sie bei der „Karate 1 Series A“ in Salzburg schon in der Vorrunde aus.
Wettkämpfe auf der ganzen Welt
Sie kommt rum, in ihrem Sport. „Nach dem für mich erfolgreichen Gastspiel in Mexiko kam ich sportlich schon nach Spanien, Portugal, Italien, Kroatien, Griechenland oder Georgien und in die Arabischen Emirate. In fast allen Kontinenten stand ich schon auf der Matte. Im nächsten Jahr geht es nach Kolumbien“, erzählt sie.
Ihr großes Ziel sind die „World Games 2029“ in Karlsruhe, aber auch darüber hinaus hofft sie, auf das Ereignis, dass jedes Sportlerleben körnt: „Ich habe nach wie vor große Freude an meinem Sport und werde Karate definitiv noch länger machen. Die Hoffnung, dass Karate 2032 oder 2036 wieder olympisch wird, habe ich “, ist Jessica Vlai zuversichtlich.