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Auto nur stundenweise buchen

Mit Car-Sharing durch Waldkraiburg: Lohnt sich das Angebot der Stadtwerke?

Reporterin Anna Weinfurtner hat Car-Sharing in Waldkraiburg getestet.
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Reporterin Anna Weinfurtner hat Car-Sharing in Waldkraiburg getestet.

Mit dem Auto der Stadtwerke Waldkraiburg durch die Stadt? Das ist bereits seit Ende 2022 möglich. Bei den Stadtwerken können sich Bürger ein Auto stundenweise über Car-Sharing ausleihen. Reporterin Anna Weinfurtner hat das Angebot getestet.

Waldkraiburg – Ich halte mein Handy vor die Windschutzscheibe des Autos, das in der Friedländer Straße in Waldkraiburg steht. Auf meinem Bildschirm habe ich die App „MOQO“ geöffnet. „Fahrzeug öffnen“ steht in der App. Ich ziehe den Pfeil mit meinem Daumen von links nach rechts, das Handy schickt ein Signal, das Autoschloss knackt und ich kann die Tür öffnen.

Car-Sharing gibt es seit 2022 in Waldkraiburg

Bereits seit Dezember 2022 bieten die Stadtwerke Waldkraiburg Car-Sharing an. Über die App „MOQO“ können Benutzer den elektrischen Opel Corsa, der neben einer E-Ladesäule parkt, buchen. Der Wagen steht mitten in der Stadt und ist auch vom Bahnhof innerhalb von zehn Minuten erreichbar.

Um das zu nutzen, müssen sich Interessierte vorab in der App registrieren. Neben Namen und Wohnanschrift braucht es eine hinterlegte Zahlungsmethode. Benutzer können zwischen dem Bezahlen mit Kreditkarte und einer Sepa-Lastschrift wählen. Die E-Mail-Adresse muss für das Benutzerkonto bestätigt und auch die Führerscheinnummer hinterlegt werden. Den Führerschein muss zudem ein Mitarbeiter der Stadtwerke Waldkraiburg in der Filiale in der Berliner Straße kontrollieren.

Reporterin Anna Weinfurtner sitzt im Auto, das sie über das Car-Sharing-Angebot der Stadtwerke Waldkraiburg buchen konnte.

Nach nicht einmal einer Minute ist meine Fahrerlaubnis geprüft und mein Benutzerkonto ist nun freigeschaltet für eine Buchung. Ich reserviere mir den Opel für eine Stunde. Vor Fahrtantritt muss ich jedoch erst noch kontrollieren, ob am Auto keine Schäden sind. Dann kann es losgehen.

Ich fahre eine kleine Runde durch Waldkraiburg und stelle den Opel nach 20 Minuten wieder an seinen Platz. Auf der Homepage der Stadtwerke finden sich viele Informationen zu den Geschäftsbedingungen und der Handhabung des Autos und von Buchungen. Nachdem ich das Auto wieder geparkt, es an die Strom-Ladesäule angesteckt und meine Sachen zusammengepackt habe, beende ich in der App die Buchung. Das Autoschloss knackt wieder kurz und der Opel ist versperrt. Den Wagen benutzen kann somit auch nur diejenige Person, die es in der App gebucht hat.

An diese Stelle müssen Benutzer ihr Smartphone halten, damit sie das Auto aufsperren können.

Sobald die Autobuchung beendet ist, wird automatisch eine E-Mail mit Zeitraum der Fahrt und den anfallenden Kosten an einen geschickt. Pro Stunde werden 2,90 Euro und pro Kilometer 0,20 Euro berechnet, heißt es auf der Website der Stadtwerke. Zwischen 22 Uhr und 5.59 Uhr kostet das Auto pauschal sieben Euro, ein ganzer Tag 34 Euro und das Wochenende 54 Euro. Teuer wird es, wer erst nach Buchungsbeginn stornieren will oder nicht erscheint. 19 Euro werden dafür jeweils berechnet. Eine Sonderreinigung kostet 49 Euro und wer im Auto raucht, muss 499 Euro blechen. Die Registrierung ist kostenlos und auch die App kann im Google Play Store oder im App Store von Apple gratis heruntergeladen werden.

Car-Sharing lohnt sich für Stadtbewohner

Wer beispielsweise das Auto für zwei Stunden ausleiht und damit zehn Kilometer fährt, zahlt dafür 7,80 Euro. Car-Sharing lohnt sich laut ADAC besonders für Städter oder Bewohner im städtischen Randgebiet, die ein Auto nur für wenige Fahrten brauchen. „Wer das Auto nur für den wöchentlichen Großeinkauf oder die Fahrt zum Möbelhaus benötigt, kann über das Angebot schnell und flexibel das eigene Fahrzeug auf Zeit buchen“, so der ADAC. Für Menschen, die im ländlichen Raum wohnen oder ein Auto zum täglichen Pendeln brauchen, ist Car-Sharing laut dem ADAC keine dauerhafte Alternative.

Der elektrische Opel Corsa parkt neben einer Ladestation in der Friedländer Straße in Waldkraiburg.

In Waldkraiburg passe das Car-Sharing-Angebot jedenfalls in das Smart-City-Konzept, erklärt eine Sprecherin der Stadtwerke. „Waldkraiburg mobil“ kommt – wenn man sich die Zahlen ansieht – gut bei den Bürgern an und wird immer beliebter. 2023 verzeichneten die Stadtwerke nach eigenen Angaben 81 Buchungen, 2024 waren es schon 210. Insgesamt wurde das Auto bereits rund 530 Mal reserviert und gefahren.

Nur mit „MOQO“-App kann gebucht werden

Mit dem elektrischen Opel Corsa steht den Benutzern ein Auto mit fünf Türen zur Verfügung. Der Wagen eignet sich somit für Einkaufs- oder Ausflugsfahrten – auch mit mehr Personen. Benutzer müssen laut Geschäftsordnung mindestens 18 Jahre alt sein. Zudem brauchen sie ein Smartphone, das die App „MOQO“ installieren kann. Ohne sie ist es nicht möglich, das Auto zu benutzen.

Persönliches Fazit der Reporterin

Meiner Meinung ist das Car-Sharing-Angebot der Stadtwerke Waldkraiburg eine gute Sache. Die Anmeldung über die App war selbsterklärend und auf der Homepage der Stadtwerke werden alle Fragen beantwortet. Ich selbst benutze Car-Sharing in Wasserburg. Als Stadtbewohnerin ist das für mich eine gute Alternative und Ergänzung zum Öffentlichen Nahverkehr.

Über die „MOQO“-App können nicht nur in Waldkraiburg Autos gebucht werden, sondern auch in Haag, Schwindegg, Buchbach, Oberbergkirchen, Neumarkt-Sankt Veit, Altötting oder Neuötting.

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