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Was mit Kindern am Wasser wichtig ist

Mühldorfer Wasserretter warnen Eltern: „Seepferdchen“ reicht nicht für sicheres Schwimmen

Seepferdchen Clemente Fendt
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Das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ reicht nicht, um alleine ins Wasser zu gehen. Da sind sich Valentin Clemente von der Kreiswasserwacht Mühldorf (links) und Alexander Fendt von der DLRG Mühldorf einig.

Wohlbehalten wurde ein 5-Jähriger im Naturbad Ampfing nach langer Suche wiedergefunden. Weil nicht jeder Ausflug ans Wasser so gut ausgeht, richten erfahrene Rettungskräfte von Wasserwacht und DLRG einen eindringlichen Appell an Eltern und stellen eine wichtige Regel auf.

Mühldorf/Ampfing – Das Verschwinden eines 5-jährigen Buben am Sonntag (24. August) in Bereich der Grünen Lagune bei Ampfing, dürfte vielen Eltern einen Schrecken eingejagt haben. Die Suchtrupps mit Tauchern und Booten vermuteten das Kind im Wasser. Je länger die Suche dauerte, um so mehr mussten sie vom Ertrinken des Kindes ausgehen. Zum Glück endete diese Suchaktion mit einem Happy End: Der 5-Jährige wurde unversehrt an Land entdeckt.

Kinder am Wasser nie aus den Augen lassen

Valentin Clemente von der Kreiswasserwacht Mühldorf und Alexander Fendt von der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) Mühldorf waren beide in Ampfing dabei. Angesichts der dramatischen Suchaktion können die beiden erfahrenen Wasserretter Eltern nur eines raten: Kinder in der Nähe von Wasser immer aufmerksam im Auge behalten!

„20 Sekunden reichen und ein Kind ist verschwunden“, sagt Fendt. Er und die DLRG-Teams, die an Badeseen und in Bädern Dienst tun, sähen leider zu oft Eltern, die sich mehr mit ihrem Handy beschäftigen, statt ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf ihre Kinder zu richten.

„Wenn bemerkt wird, dass das Kind weg ist, kann es schon überall sein und es kann schon alles passiert sein“, mahnt auch Clemente. „Dann dauert es wertvolle Zeit, bis die Suche beginnen kann und es ist verdammt schwer, den Ort, an dem gesucht werden soll, einzugrenzen.“

Alexander Fendt, der mit der DLRG auch regelmäßig Schwimmkurse für Kinder durchführt, nennt eine für ihn unumstößliche Regel, die alle Eltern von kleineren Kindern und Nichtschwimmern befolgen sollten: „Sie müssen ihren Kindern klarmachen, dass sie alleine nichts am und im Wasser verloren haben!“

DLRG bietet Schwimmkurse an

Für einen Schwimmkurs einfach auf der Warteliste der DLRG eintragen, dann werden Interessenten informiert, wenn wieder ein Kurs startet.

Für 25 Meter schwimmen gibt’s das Seepferdchen

Auch wenn die Kleinen das „Seepferdchen“ in der Tasche haben, sei das kein Grund sich am Ufer beruhigt zurückzulehnen. „Nein, das Schwimmabzeichen ,Seepferdchen‘ reicht nicht, um Kinder unbeaufsichtigt ins Wasser zu lassen“, stellt Clemente klar. Dieses Abzeichen, für das 25 Meter geschwommen werden muss, bestätige lediglich, dass Kinder grundlegende Schwimmfähigkeiten haben. „Das reicht aber nicht, um sicher über weitere Strecken zu schwimmen.“

Kein Nachweis für sicheres Schwimmen

Was das „Seepferdchen“ wert ist, kann man auch auf der Internetseite der DLRG Mühldorf nachlesen: „Das Frühschwimmerabzeichen (Seepferdchen) ist noch kein Nachweis des sicheren Schwimmens. Kinder und Erwachsene, die bisher nur das Seepferdchen-Abzeichen erworben haben, müssen weiterhin intensiv beim Schwimmen beaufsichtigt werden!“

Kinder auf SUP und im Boot nur mit Schwimmweste

Das sollten Eltern auch bedenken, wenn sie ihren Nachwuchs mit aufs SUP-Board nehmen oder mit ihnen ein Boot besteigen. „Wer dann noch gar nicht oder nur ein wenig schwimmen kann, sollte unbedingt eine Schwimmweste tragen“, so Clemente. „Da gibt es ja schon ganz leichte Exemplare, wie fürs Kajakfahren.“ Nur so wären sie vor dem Untergehen gesichert, wenn sie vom Board oder aus dem Boot fallen.

Auch geübte Schwimmer sollten sich absichern

Selbst geübte Schwimmer sollten sich beim Paddeln mit dem SUP-Brett mit einer Schwimmweste absichern. Wichtig sei auch die „Leash“, eine spezielle Fangleine, die man am Board und am Körper befestigt, damit das Brett bei einem Sturz ins Wasser nicht davon treiben kann. „Gerade bei längeren Strecken auf großen Seen und bei Wind, treibt ein solches Brett schnell ab“, gibt der Wasserwachtler zu bedenken. „Dann liegt man da mitten im See und das Ufer ist weit.“ Das könne für Groß und Klein lebensgefährlich werden.

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