Neu- und Umbau der Sportanlage
Ein „Batzen Geld“ für den FC Mühldorf? So viel investiert die Stadt in den Sport
Die Anlage des FC Mühldorf braucht dringend einen Umbau, die Stadt soll den Großteil davon bezahlen. Wie die Abstimmung im Stadtrat ausgegangen ist und warum es Applaus gab.
Mühldorf – Die jüngste Sitzung des Mühldorfer Stadtrates Ende Juni verfolgte eine ganze Abordnung des Fußballclubs FC Mühldorf. Mit dem beantragten Zuschuss für den Neu- und Umbau der Sportanlage an der Adolf-Kolping-Straße ging es ja auch um eine ganz große Sache in der Vereinsgeschichte. Da wollte die Vorstandschaft live dabei sein.
FC-Mitglieder verfolgten die Abstimmung
Dass der Antrag trotz der gigantischen Summe von rund 815.000 Euro für den FC wohl durchgehen würde, zeichnete sich schon zu Beginn der Sitzung ab. Nur breit lächelnde Gesichter wandten sich der FC-Abordnung zu, als Bürgermeister Michael Hetzl (UM) sie als Zuhörer im Stadtsaal begrüßte. Doch sie mussten noch bis Tagesordnungspunkt 6 durchhalten. Erst damit stand der FC Mühldorf-Antrag zur Abstimmung an. In vollem Wortlaut ging es um den „Investitionszuschuss für das Errichten eines Ersatzneubaus für die Umkleidekabinen und Modernisierung der Sportplätze am Gelände des ehemaligen ESV Mühldorf“.
Insgesamt sind die Kosten für dieses Projekt mit knapp über 1,2 Millionen Euro angesetzt. Auch vom Bayerischen Landes-Sportverband BLSV und vom Bund werden Fördergelder fließen. 120.000 Euro muss der Verein selbst berappen oder in Eigenleistung einbringen.
Zuschuss ist richtig und wichtig
„Ich bin froh, dass Mühldorf diesen Zuschuss geben und solche Investitionen stemmen kann. Ich hoffe, wir können das noch lange!“, eröffnete Stephan Schinko (Grüne) den Reigen der freundlichen Worte vonseiten der Stadträte. „Der Verein hat seine Planungen dazu mit viel Herzblut vorangetrieben.“ Auch Claudia Hungerhuber (SPD) lobte: „Der Verein hat hier sehr viel Eigenleistung eingebracht und wird das sicher auch weiter tun. Von Stadtseite ist der Zuschuss eine ordentliche Summe und es ist erfreulich, dass die Stadt die Vereine so unterstützen kann. Diese Unterstützung ist richtig und wichtig. Gerade für die tolle Jugendarbeit des FC mit seinen über 500 Kindern.“
„Der Antrag wurde von Vereinsseite sehr gut und detailliert vorbereitet“, würdigte Stefan Lasner (CSU) die akribische Vorarbeit des FC. „Der Verein beweist auch selbst großen Mut, mit seiner eigenen Investition in das Bauprojekt.“ „Aus Sicht des Bauamts hat der FC eine realistisch abgestimmte, sehr gute Planung vorgelegt“, unterstrich auch Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner.
„Es geht hier um keine unerhebliche Summe, aber sie ist gut investiert in den Verein und die Kinder“, Karin Zieglgänsberger (UM) äußerte ausdrücklich Respekt für den FC. „Auch wenn es ein Batzen Geld ist, der Stadtrat gibts gerne für diese tolle Arbeit.“ Als „perspektivische Investition in die Zukunft der nächsten Generation“ und als „Signal fürs und Stärkung des Ehrenamts“, bezeichnete Oliver Multusch (AfD) das Projekt des Vereins: „Recht viel besser könnten wir das Geld nicht ausgeben!“
Als „in dieser Größe einmalig“ wertete Bürgermeister Hetzl den vorliegenden Antrag des Vereins, vor dem er „absolute Hochachtung und Respekt“ habe. Der Vorsitzende Maxi Heinrich müsse den Kopf dafür hinhalten, Franz Steiglechner, habe aus großen Phantastereien ein Bauprojekt gemacht und Robert Salzberger müsse die Kasse gut verwalten. „Chapeau“, sagte Hetzl.
Applaus von allen Seiten
Dem Antrag stimmten die Stadträte einstimmig zu, wie Anfang Juni schon der Finanzausschuss. Danach gabs auf beiden Seite nur strahlende Gesichter. Die Vorstandschaft des FC Mühldorf applaudierte dem Stadtrat, die Stadträte klopften für den FC auf den Tischen.
In gewisser Form sei die Zustimmung des Stadtrats zu der Finanzspritze ein Geburtstagsgeschenk für Salzberger, so Hetzl, denn der hatte just am Tag der entscheidenden Sitzung Geburtstag.
Die Bauarbeiten sollen noch heuer starten. Davor steht noch eine außerordentliche Versammlung der FC-Mitglieder an.