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Premiere vor vollem Haus

Stadtsaal bebt: Trump, Stoiber, Kronberger und Hetzl sagten beim Kappenabend „Habedieehre“

So schön war die Premiere des Mühldorfer Kappenabends „Habedieehre“.
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Josef Enzinger in seiner Paraderolle als Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl.

Drei Stunden voller Wortwitz, Spitzen gegen die Politik und großer Emotionen: Beim Kappenabend „Habedieehre“ blieb kein Auge trocken – und kaum jemand verschont.

Mühldorf – Nach gut drei Stunden standen die Besucher im ausverkauften Mühldorfer Stadtsaal, klatschten und sangen mit: „Für mich bist du die Schönste. Du mein Mühldorf, Stadt am Inn.“ Der Kappenabend „Habedieehre“ war ein Erfolg, er hatte das Herz, die Köpfe und den Nerv der Besucher getroffen.

Wolfgang Baierlein, Josef Enzinger, Thomas Enzinger, Hannes Garbe, Adi Hager, Simone Krischke, Franziska Schubeck, Siegi Merkl und Irene Reiter haben die Besucher unterhalten. Sie haben die Menschen, das Leben und die Politik in und um Mühldorf mit Hirnschmalz und Wortwitz in den Blick und aufs Korn genommen; begleitet von Fritz Killermann (Keyboard), Manfred Brunner (Gitarre), Rainer Amasreiter (Bass) und Wolfgang Wagner (Schlagzeug).

Am spritzigsten und pointiertesten waren sie, wenn die Mühldorfer Kommunalpolitik ihr Ziel war. Sei es das Chaos am neuen Wertstoff-Heimerl mit der Anmutung eines zweiten Mühldorfer Gefängnisses. Sei es der Digitalbeauftragte Edmund Stoiber (Siegfried Merkl), der den Senioren im Saal den Gebrauch der Rufbus-App erklärte und dabei nebenbei und ganz, ganz fein die Finger in die Wunden legte. Beim Kappenabend finden sogar Mühldorfs Schäffler zueinander, besuchen die verbliebenen Mühldorfer und Mühldorf-nahen Biere die Beerdigung des Unertl Biers geleitet von dem indischstämmigen Pfarrer.

Natürlich sinnieren das „Münchner Tor“ (Thomas Enzinger) und das „Altöttinger Tor“ (Wolfgang Baierlein)  wieder über den Zustand der Stadt, ehe der Hund von Stadträtin Karin Zieglgänsberger die Arbeit von Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner zusammenfasst: „Du planst schon viel und baust nix.“ 

Der Frauenarzt eröffnet den werdenden Eltern, ihr Ungeborenes sei pumperlgsund, aber halt ein Pollinger, so streitlustig sei er schon im Bauch. Lorenz Kronberger und Gabriele Springer singen ihr Lied „Weil i des mog“, ehe der Napoleon von Polling schließt: „Ich lass es bleibn.“ Tosender Applaus. 

Beim „Frustikanten Stadl“ besingen Thomas Mühlbeck (Kämmerer von Waldkraiburg), Neumarkt-St. Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner und Oberneukrichens Bürgermeisterin Anna Meier ihr Leid, gefolgt von Mühldorfs Stadtchef Michael Hetzl, den Josef Enzinger in Gang, Haltung, Gestik und Mimik immer wieder treffend parodierte. 

Während sich der Mühldorfer Bürgermeister als Kaiser mit seinem Greifenstein Gruber im Rathaus langweilt, sprechen die restlichen Bürgermeister-Kandidaten – Stefan Lasner, Claudia Hungerhuber und Christoph Schützenhofer – bei Donald Trump vor. Trumps unverblümtes Fazit: „Es wird sehr schwer für Euch. Ihr könnt nur hoffen, dass der amtierende Bürgermeister dieselbe Nullnummer ist wie ihr.“

Die Besucher – unter ihnen viele Amtsinhaber, Stadträte und Kandidaten – lachten immer wieder herzhaft, klatschten begeistert, und die drei Stunden vergingen mit Schmiss und Verve rasend schnell. ​​Bei allem Hohn und Spott, bei aller beißender Ironie, Sarkasmus und der ein oder anderen auch grenzwertigen Pointe, war und ist „Habedieehre“ eines: eine ehrliche, tiefe Liebeserklärung an Mühldorf

Restkarten für die Kappenabend-Aufführungen am 27. und 28. Februar im Mühldorfer Staatsaal gibt es an der Abendkasse. Beginn ist um 20 Uhr (Einlass um 19 Uhr).

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