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Zweigleisig durch Mettenheim

Gemeinderat hat Beratungsbedarf: Sollen Strommasten der Bahn 20 oder 16 Meter hoch werden

Lärmschutzwand (Symbolwand)
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Laut DB Netz AG werden entlang der Bahntrasse von knapp drei Kilometern durch das Gebiet der Gemeinde Mettenheim rund 90 Masten aufgestellt. Die Hälfte davon entlang der Lärmschutzwand für die Oberleitung der Loks mit einer Höhe von 10 bis 12 Metern. Auf der Seite der Staatsstraße als kombinierte Masten für Oberleitung und Bahnstrom mit einer Höhe von rund 20 Metern.

Bei der Planung der DB Netz AG zur zweigleisigen Bahnstrecke wirft besonders die Höhe der Masten Fragen auf. Zunächst einmal wollte der Mettenheimer Gemeinderat von den Bahnvertretern wissen, wie deren Pläne aussehen – und bekam Antworten.

Mettenheim – Bis 2030 soll die Bahnstrecke München – Mühldorf – Freilassing zweigleisig unter Strom sein. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Mettenheim ging es um den aktuellen Planungsstand der Ausbaustrecke ABS 38 im Bereich der Gemeinde. Diesen präsentierte eine vierköpfige Abordnung der DB Netz AG.

2015: Gemeinde will Masten nur einseitig

Eingangs wies Sven Kluba, ABS 38 Abschnittsleiter West, auf eine Vereinbarung mit dem damaligen Bürgermeister Stefan Schalk (CSU) im Jahr 2015 hin. „Damals haben wir der Gemeinde die Varianten der Bahnstromleitung vorgestellt“, so Kluba. „Die Gemeinde war für die Aufstellung der 20-Meter-Masten einseitig an der Südseite der Bahntrasse, um die Stromleitung so weit wie möglich von der Wohnbebauung fernzuhalten.“

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Diesem Wunsch entsprechend sieht der Planungsentwurf im Gemeindegebiet aus, der den Gemeinderäten auf Großleinwand vorgestellt wurde. Nördlich der Trasse, zum Wohngebiet hin, verläuft die Schallschutzwand. Hier sollen die 10 bis 12 Meter Masten für die Oberleitung der E-Loks errichtet werden.

Ausschließlich südlich der Gleise, aufseiten der Staatsstraße, sind die 20 Meter hohen Hochvoltmasten geplant. Sie werden die elektrifizierte Strecke mit dem nötigen 110kV-Strom versorgen. Im ABS-Abschnitt Ampfing-Tüßling sind diese Bahnstromleitungen auf rund sechs Kilometern nötig. Läuft die Genehmigung nach Plan, soll Baubeginn in 2025 sein, Inbetriebnahme der Strecke in 2030.

20 Meter – diese Höhe schreckt ab

Besonderen Eindruck auf die Gemeinderäte machten die Abbildungen der mächtigen Bahnstrommasten. Von Ampfing her fließt der Strom beidseitig über 16-Meter-Masten. Bei Mettenheim wird er auf einseitige 20-Meter-Masten umgelegt. Mit ihren 20 Metern überragen sie die bestehende Schallschutzwand beträchtlich. Bürgermeister Josef Eisner (CSU) äußerte seine Bedenken dagegen, ebenso Hans Auer (SPD).

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Auer: „Auf beiden Seiten der Gleise 16 Meter wäre optisch sicher schöner. Die 20-Meter-Riesenmasten verschandeln die ganze Landschaft und sind auch hinter der Lärmschutzwand nicht zu übersehen.“ Sven Klubas auf die Einigung von 2015 wies Auer zurück: „Das war vor sechs Jahren, jetzt sitzen hier auch einige neue Gemeinderäte.“

Die von der DB Netz AG präsentierte Höhe der Bahnstrommasten entlang der Ausbaustrecke ABS 38 widerstrebt einigen Mettenheimer Gemeinderäten.

Bürgermeister Eisners Frage nach einer Erdverkabelung, wurde mit den Argumenten „das funktioniert mit Bahnstrom nicht“, „bei Störungen ist die Fehlersuche im Boden unmöglich“, „für ein Erdkabel brauchen wir einen 12 Meter unbebauten Schutzstreifen“, vom Tisch gefegt.

Wesentlich mehr Zugverkehr ab 2030

Johann Schaumeier (CSU) interessierte, wie sich die Zahl der Züge auf der elektrifizierten Strecke verändern wird. Kluba rechnete grob vor: „Im Fernverkehr werden es pro Tag 18 Züge sein. Der Nahverkehr mit heute 50 bis 60 Zügen wird sich mit der Zweigleisigkeit verdoppeln. Der Güterverkehr wird um ein Drittel zunehmen.“ Er wies aber auch darauf hin, dass die künftig hier fahrenden Elektro-Loks wesentlich leiser seien als die jetzigen Diesel-Loks.

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Hubert Sax jun. wollte wissen, ob es weitere Bauarbeiten am Bahnkörper geben wird. Dazu DB-Projektleiter Michael Haberl: „Das 2010 gebaute neue Gleis hat schon einen vernünftigen Untergrund. Das alte südliche Gleis zwischen Ampfing und Mühldorf muss mit neuem Untergrund, Aufbau, Schotter, Schwellen und Gleisen ertüchtigt werden.“ Schließlich soll der künftige Bahnbetrieb möglichst erschütterungsarm laufen.

Abschließend stellte Mettenheims Bürgermeister fest, dass der Gemeinderat noch über die vorgelegten Planungen diskutieren werde: „Unsere gesammelte Einwände werden wir der Bahn melden.“

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