Weniger Babys im ganzen Land
Deutlich weniger Geburten in Deutschland: Überraschung in Altötting und Mühldorf
Massiver Geburtenrückgang in Deutschland: Die Zahl der Geburten ist in den vergangenen Jahren deutlich weniger geworden. Ist auch die Region davon betroffen?
Mühldorf – Bundesweit, das meldet das Statistische Bundesamt, geht die Zahl der Geburten zurück. Nach Angaben der Statistiker in den letzten 20 Jahren um knapp 100.000 von 773.114 auf nur noch 677.117 pro Jahr. Ganz anders ist die Situation in den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Auch dort gab es zuletzt einen Rückgang der Geburten, ihre Zahl ist aber höher als vor fünf Jahren.
Landkreis Mühldorf gegen den Trend
Kamen im Landkreis Altötting im Jahr 2005 nur 883 Babys auf die Welt, so waren es im vergangenen Jahr 975. Noch mehr Kinder sind es im Landkreis Mühldorf. In ihm stieg die Zahl der Geburten seit 2005 von 967 auf 1059 Kinder an.
Beide Landkreise erlebten damit in den vergangenen Jahren einen deutlich stärkeren Anstieg als das ganze Land. Dieser Anstieg fand im Corona-Jahr 2020 seine Höhepunkt, als im Landkreis Altötting 1069 und in Mühldorf 1115 Kinder geboren wurden. Im Jahr danach ging die Geburtenzahl dann leicht zurück.
Auch in ganz Deutschland stiegen die Babyzahlen in diesem Zeitraum, allerdings bei weitem nicht so stark wie in der Region..
Eine eindeutige Erklärung für die durchschnittlich höhere Zahl der Geburten gibt es nicht. Allerdings hat im gleichen Zeitraum auch die Zahl der Menschen in der Region deutlich zugenommen. Durch Nachwuchs und Zuzug ist der Landkreis Mühldorf in den vergangenen 20 Jahren deutlich gewachsen.
2005 lebten nach Angaben des Landratsamts 110.930 Menschen im Landkeis, 2024 waren es 11.107 Menschen mehr, also 122.037. Das ist der Höchstwert in den vergangenen 20 Jahren, in dieser Zeit stieg die Zahl in jedem Jahr an. Auf 1.000 Einwohner im Landkreis kamen 2023 9 Neugeborene (8,989) und damit deutlich mehr als im Bundesgebiet, wo es nur 8,2 Babys auf 1.000 Einwohner waren.
Im Landkreis Altötting stieg die Zahl der Einwohner im 20-Jahrs-Zeitraum ebenfalls an, von 109.227 auf 113.988.
Klinik hat Zusammenschluss gut überstanden
Diese Entwicklung spiegel sich auch in den Zahlen des „InnKlinikums“ wieder. Seit 2015 steigt die Zahl der Geburten relativ gleichmäßig an, sieht man von den Spitzenwerten während Corona ab. Wurden 2015 in den beiden Kliniken Mühldorf und Altötting 1303 Kinder geboren, so waren es im vergangenen Jahr 1752. Sie kamen allerdings durch die Schließung der Geburtshilfe in Mühldorf 2023 alle in Altötting zur Welt. Einen Rückgang gab es in den vergangenen zehn Jahren nur 2023, als die Zahlen nach den Corona-Spitzenwerten wieder zurückfielen. Höhepunkt war das Jahr 2021 mit 2092 Kindern.
Damit hat das „InnKlinikum“ die Zusammenlegung der Geburtshilfe an einem Standort relativ unbeschadet überstanden. „Das freut uns sehr“, sagt Vorstandsvorsitzender Thomas Ewald. Er macht das Angebot der Kliniken für diese höhere Nutzung verantwortlich. „Die werdenden Mütter schätzen die hohe Fachkompetenz des gesamten Teams sowie die enge Vernetzung mit der Kinderintensivstation und dem pädiatrischen Zentrum.“ Mit der hohen Anzahl an Geburten nimmt die Geburtshilfe des „InnKlinikums“ laut Ewald einen Spitzenplatz bei den Kliniken im südostbayerischen Raum ein.



