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Finanz-Drama im Birkenhof

Insolvenz-Schock in Erharting: 80 Mitarbeiter zittern um ihre Jobs – Bewohner bleiben versorgt

Die Pflegeeinrichtung Birkenhof in Erharting geht in Insolzenz. Ivo-Meinert Willrodt (links) verwaltet die Sanierung des Betriebes.
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Die Pflegeeinrichtung Birkenhof in Erharting geht in Insolzenz. Ivo-Meinert Willrodt (links) verwaltet die Sanierung des Betriebes.

Das Seniorenpflegeheim Birkenhof in Erharting hat völlig überraschend Insolvenz angemeldet. Überraschend deshalb, weil fast alle verfügbaren Pflegeplätze belegt sind. Das sind die Gründe – und so geht es weiter.

Erharting – Die Seniorenpflegeheim Birkenhof GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Mühldorf ordnete am 22. September 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Ivo-Meinert Willrodt von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH bestellt.

71 Bewohner betroffen

Wie der Insolvenzverwalter nun mitteilt, geht der Betrieb der Einrichtung ohne Einschränkungen weiter. „Die Versorgung der derzeit 71 Bewohnerinnen und Bewohner ist sichergestellt. Insgesamt verfügt das Altenheim über 74 Pflegeplätze“, heißt es seitens des Insolvenzverwalters.

„Wir sorgen dafür, dass der Alltag in der Einrichtung weiterhin verlässlich gestaltet ist. Die motivierten Mitarbeiter des Heims gewährleisten dabei die umfassende Betreuung und Pflege aller Bewohner“, betont PLUTA-Rechtsanwalt Ivo-Meinert Willrodt.

Die Gesellschaft betreibt eine Pflege- und Therapieeinrichtung in Erharting. „In ruhiger und ländlicher Umgebung finden pflegebedürftige Menschen im Seniorenheim ein Zuhause mit kompetenter Pflege und herzlicher Betreuung“, heißt es beim Insolvenzverwalter. Die Verantwortlichen großen Wert auf ein professionelles Qualitätsmanagement legen, die Mitarbeiter über langjährige Erfahrung verfügen.

Die 80 Beschäftigten wurden in einer Mitarbeiterversammlung über die aktuelle Lage informiert, wie es in der Pressemitteilung von PLUTA weiter heißt. Die Gehälter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate bis Ende November gesichert

Heimleiterin Martina Matzke sagt: „Wir danken unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich für ihr Engagement in dieser herausfordernden Situation. Wir werden mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter gut zusammenarbeiten und hoffen, dass eine langfristige Lösung für unsere Einrichtung gelingt.“

Das Unternehmen ist Teil einer Beteiligungsgruppe und kann finanzielle Verpflichtungen, die im Rahmen des Unternehmensverbundes bestehen, nicht bedienen, wie der Insolvenzverwalter informiert. Der operative Geschäftsbetrieb sei profitabel, aber das Unternehmen sei nicht in der Lage, kurzfristig einen entsprechenden Überschuss zu erwirtschaften, um die Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zu bedienen. Aus diesem Grund habe der Geschäftsführer einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt.

Investorenprozess wird eingeleitet

„In den vergangenen Tagen konnten wir uns einen ersten Überblick über die wirtschaftliche Lage verschaffen. Operativ ist das Seniorenheim gut aufgestellt. Unser Ziel ist es, den Fortbestand des Seniorenheims zu sichern. Daher werden wir auch in Kürze einen Investorenprozess einleiten“, so Willrodt weiter. Im PLUTA-Sanierungsteam arbeiten zudem Rechtsanwalt Stefan Riegger und Industriekaufmann Hans-Christian Källner.

Bleibt das Tor zum Birkenhof ab Ende November für immer geschlossen? Bis dahin sind die Gehälter der Beschäftigten gesichert. Wie es weiter geht, das klärt sich jetzt im Insolvenzverfahren.

Bürgermeister trifft Nachricht aus heiterem Himmel

Erhartings Bürgermeister Matthias Huber trifft diese Nachricht aus heiterem Himmel. „Ich habe davon bislang nichts mitgekriegt. Bislang ist auch in der nahegelegenen Verwaltungsgemeinschaft davon nichts bekannt gewesen“, reagiert das Gemeindeoberhaupt entsprechend schockiert.

„Ich fände es sehr schade, wenn die Einrichtung insolvent gehen würde. Ich verstehe allerdings auch nicht, dass eine solche Einrichtung in diese Situation kommen konnte.“ Natürlich hofft er, dass es weitergeht. Denn nicht nur die Betreuungsplätze seien wichtig für Erharting und in der Region darüber hinaus. Es stünden auch viele Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Die Einrichtung in Erharting gehört neben drei weiteren Standorten in Hallthurm, Bayerisch Gmain und Untersberg zur Merkel Beteiligungen GmbH. Die Merkel-Unternehmensgruppe betreibt als einer der größten privaten Anbieter unter dem Namen „Domus Mea“ in Bayern Pflege- und Langzeittherapieeinrichtungen. 2018 kam das Unternehmen in die Schlagzeilen, weil es damals bereits ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu durchlaufen hatte und dies schließlich erfolgreich abgeschlossen hatte..

Domus Mea hat seine Wurzeln im Landkreis Mühldorf: Die Domus Mea Unternehmensgruppe wurde als Teil der Merkel-Unternehmensgruppe 1991 in Erharting gegründet.

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