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Wird der ÖPNV durch einen Verbund attraktiver?

Zweifel an Sinnhaftigkeit: Was bringt ein Verkehrsverbund dem Landkreis Altötting?

Aus allen Richtungen kommen Pendler in den Landkreis Altötting.
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Aus allen Richtungen kommen Pendler in den Landkreis Altötting.

Gäbe es ohne Schüler keinen Busverkehr im Landkreis Altötting? Und könnten in den Werksbussen der großen Unternehmen im Landkreis nicht auch private Nutzer mitfahren? Was bringt ein Verkehrsverbund und was bringt er? Diese und viele weitere Fragen kamen bei der Kreisausschusssitzung in Altötting auf den Tisch.

Landkreis Altötting – Am 3. Juli wurden den Mitgliedern des Kreisausschusses in Altötting die ersten Studienergebnisse der BPV-Consult zu den Chancen und Möglichkeiten eines Verkehrsverbundes vorgestellt. Burkhard Pohl und Manuel Norta waren zur Präsentation erster Untersuchungsresultate aus Koblenz angereist und kamen zu dem Zwischenergebnis, dass der Vorteil eines Verbundes in der Schaffung eines ÖPNV-Liniennetzes aus einem Guss wäre. Mit abgestimmten Fahrpreisen und Tarifen, sowie einer abgestimmten Verkaufstechnik (Automaten) und einheitlichen Fahrplänen. Die Abrechnung mit den Verkehrsunternehmern würden über den Verbund laufen und in der Region könnten Kompetenzen gestärkt und Synergien unterstützt werden.

Verknüpfungspunkte in Altötting und Burghausen

Die Studie prognostiziert außerdem eine Effizienz- und Nachfragesteigerung. Chancen bestünden vor allem bei der Überschreitung von Kreisgrenzen. Für die Verbundentwicklung würden zwei Verknüpfungspunkte für Bus und Bahn infrage kommen: der Bahnhof in Altötting und der Bahnhof in Burghausen. „Wir sind ergebnisoffen“, sagte Landrat Erwin Schneider (CSU). Aber und nicht nur Dr. Tobias Windhorst, Bürgermeister von Töging (CSU), hätte sich mehr von der Studie erhofft. Auch sein Kollege aus Burghausen, Florian Schneider (SPD), bezweifelte die Aussagekraft mancher Zahlen. Pohl hatte während seiner Präsentation über die Menge der Pendler gesprochen und kam zum Ergebnis, dass der Landkreis Altötting unter den Top 10-Landkreisen in Bezug auf die Anzahl der Grenzpendler sei.

Laut der Studie bestehen Chancen auf Verknüpfungen mit anderen Verbünden.

Keine Antwort auf die Kostenfrage

Doch gerade die Pendlerzahlen schienen den Bürgermeistern zweifelhaft. In der Studie würden nur sozialversicherungspflichtige Beschäftige berücksichtigt, so Pohl. Das heißt, weder Schüler noch Studenten, Beamte, Soldaten oder Selbständige wurden berücksichtigt. Für Florian Schneider war nur eines klar: „Wenn ich von Burghausen nach Rosenheim mit der Bahn fahre, dann muss ich Masochist sein.“ Die größte Frage für die „Kreisumlage-geprägten“ Bürgermeister sei, wie viel das Ganze koste, so Dr. Windhorst. Doch darauf gab es bisher keine Antwort. Es handele sich nur um den verkehrlichen Teil der Studie, der wirtschaftliche werde im Dezember beim Kreistag vorgestellt.

Von Altötting nach Rosenheim muss man 120 bis 140 Minuten mit dem ÖPNV einrechnen.

Ohne Schüler keine Busse?

Es gibt ja bereits eine Verkehrsgemeinschaft im Landkreis“, betonte Lichtenegger, „aber wir haben den Schienenverkehr nicht mit drin. Ein Verbund wäre da vorteilhaft.“ Landrat Erwin Schneider (CSU) erklärte „Wir haben uns immer auf Lösungen beschränkt, die eigenwirtschaftlich möglich sind. Wir haben viele Busangebote geschaffen wie beispielsweise den Discobus oder den Stadtbus und mussten alles wieder abschaffen, weil keine Nachfrage bestand.“ Natürlich könne man es so machen wie der Kreis Dachau machen, aber dann müsse der Kreis Altötting 10 Millionen Euro reinbuttern, so Schneider. Es gelte auch zu Bedenken, dass Busfahrer Mangelware seien und der Schülerverkehr den ÖPNV trage. „Ohne Schüler gäbe es bei uns gar keine Busse“, so Schneider.

Lichtenegger betonte aber, dass der Freisstaat Bayern Verbünde wolle. „Es geht nur darum, dass wir eine Fahrkarte haben, und Kästen, wo die Leute diese kaufen können. Das wird zu 90 Prozent gefördert.“ Es gehe nicht vorrangig um Verbesserungen, sondern um einen ersten Schritt zu einheitlichen Systemen. Benedikt Dittmann, Bürgermeister von Marktl (CSU) betonte, dass die Frage „Wie kommt man von Marktl nach Burghausen“ zu erörtern sei, und „Wie kommt man von Eisenfelden nach Altötting?“ Er bat die Studiendurchführenden um Praxisnähe: „Wir brauchen keine 1 mit Stern, sondern eine pragmatische Lösung. Dann wird es nämlich auch umgesetzt.“

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