Die Trinkwasserversorgung in Tüßling

PFOA im Trinkwasser: Konstant gute Werte sind unmöglich

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Tüßling – Rund zweieinhalb Monate ist Brunnen 1 von insgesamt vieren wieder am Netz. Die ersten Untersuchungen hatten gute Werte in punkto PFOA-Belastung gezeigt aber auch noch etwas anderes.

Im Februar ist der Brunnen 1 der Marktgemeinde wieder ans Netz der Trinkwasserversorgung der Marktgemeinde gegangen. Mit diesem Wasser den PFOA-Wert im Netz zu senken, war das Ziel. Das war nicht ganz einfach und hat, wenn auch überschaubar, eine Stange Geld gekostet.

Die Mischung macht´s

Tüßling hatte sein Trinkwasser bis vor kurzem noch ausschließlich aus Kastl bezogen und das hat aktuell einen PFOA-Wert von 0,15 Mikrogramm pro Liter. Der Leitwert liegt bei 0,1. Laut Expertenmeinung soll dieser Leitwert deutlich unterschritten werden. Nur so sei sichergestellt, dass es zu keinen gesundheitlichen Schäden kommt.

Eine UV-Filteranlage musste her, um sicherzustellen, dass keine Keime im Trinkwasser von Brunnen 1 sind. Nur so konnte er wieder ans Netz gehen. Das Wasser von Brunnen 1 wird mit dem aus Kastl „verschnitten“. Soll heißen: gemischt. Das Problem bei solchen Maßnahmen ist die Nitratbelastung.

Diese Anlage machte es möglich: Seit Februar ist Brunnen 1 der Marktgemeinde Tüßling wieder am Netz

Teufel gegen Belzebub

Jetzt treiben wir natürlich den Teufel mit dem Belzebub aus.“ So formulierte Burgkirchens Bürgermeister Johann Kriechenbauer jüngst in einem Beitrag des BR, was aktuell in den betroffenen Kommunen im Landkreis passiert: Wenn eine Kommune kann, dann steigt sie auf andere Quellen um. Das aber birgt ein anderes Gesundheitsrisiko: Nitrat.

Kastl als Trinkwasserquelle für Tüßling hat nicht umsteigen. Somit stand Tüßling vor der Wahl. Die Grenzwerte für Nitrat im Trinkwasser werden bisher noch im Trinkwassernetz jeder betroffenen Kommune eingehalten.

Die aktuellen Werte in Tüßling

Laut Geschäftsleiter der Marktgemeinde Ernst Gallhauser stellt es sich in punkto PFOA im Trinkwasser so dar:

  • Am Kindergarten: 0,05 Mikrogramm pro Liter
  • An der Schule: 0,06 Mikrogramm pro Liter
  • In Mörmoosen: 0,1 Mikrogramm pro Liter

Konstante PFOA-Werte sind unmöglich

Es sei eine komplizierte Sache, die Unterschiede zu erklären, so Gallhauser. Es gehe um die Entfernungen zum Hochbehälter und den tagesaktuellen Verbrauch und darum, wann wie viel Wasser aus Kastl gebraucht wird.

Ob aus Kastl oder aus Brunnen 1: Das Wasser wird in den Hochbehälter gepumpt und geht von dort ins Netz. Ab Hochbehälter kommt es also maßgeblich auf die Entfernung und den Verbrauch an, wie schnell PFOA-freieres Wasser beim Endverbraucher ankommt. Ein gleichbleibend niedriger Wert von PFOA im Trinkwasser ist also technisch gesehen unmöglich, die Einhaltung des Leitwertes und sogar Unterschreitung dessen aber schon.

Rubriklistenbild: © dpa/picture alliance

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