Altöttinger Kreistag befasst sich mit Klinikzahlen
Innklinikum verringert Defizit – Kreistag Altötting blickt vorsichtig optimistisch nach vorn
Das Innklinikum Altötting und Mühldorf konnte sein Defizit für 2024 spürbar senken. Im Kreistag präsentierte der Vorstandsvorsitzende Thomas Ewald die Zahlen – und zeigte, wohin die Reise bis 2026 gehen soll.
Landkreis Altötting – Das Innklinikum Altötting und Mühldorf konnte sein Defizit im Vergleich zum Vorjahr um fast fünf Millionen Euro reduzieren. Der Jahresfehlbetrag 2024 liegt bei 28,6 Millionen Euro, nach 33,4 Millionen im Vorjahr. Das Leistungsniveau von 2019 sei zwar noch nicht erreicht, erklärte Thomas Ewald, der Vorstandsvorsitzende, bei der Kreistagssitzung am 20. Oktober in Altötting, doch die Richtung stimme. Ziel sei es, das Defizit bis 2026 auf unter 20 Millionen Euro zu senken. Der Wirtschaftsplan für 2025 sieht bereits eine weitere Verbesserung auf rund 24 Millionen Euro vor.
2020 bis 2024: 48 Prozent mehr Fälle in der Notaufnahme Altötting
„Pro Jahr etwa fünf Millionen Ergebnisverbesserung seit 2023“, betonte Ewald gegenüber dem Kreistag. „Auch wenn wir noch lange nicht da sind, wo wir hinmüssen – wir sind stolz darauf, was wir erreicht haben.“ Die gesamte Krankenhauslandschaft durchlaufe aktuell eine Transformation mit sehr, sehr vielen Veränderungen bis 2027 oder 2028. Ewald betonte jedoch, dass das Innklinikum dank der fortgeschrittenen Umwandlung zu den Vorreitern gehöre.
| Geschäftsjahr | Defizit |
| 2022 | 20,3 Millionen Euro |
| 2023 | 33,4 Millionen Euro |
| 2024 | 28,6 Millionen Euro |
| 2025 | 23,1 Millionen Euro (Hochrechnung) |
| 2026 | Ziel: unter 20 Millionen Euro |
„Wir haben die Klinik weiterentwickelt, Haag und Burghausen von der Akutmedizin abgenommen und Altötting zum Schwerpunktversorger mit Notfallzentrum umgebaut“, so Ewald. In der Notaufnahme Altötting sei die Zahl der Patienten seit 2020 um 39 Prozent gestiegen, in Mühldorf um 48 Prozent. Aktuell versorge das Notfallzentrum Altötting täglich 111 Patienten, das in Mühldorf 70. Insgesamt sei die Zahl der behandelten Fälle 2024 auf rund 36.100 angestiegen – ein Plus von sechs Prozent. Auch neue medizinische Schwerpunkte wie die Neurochirurgie in Altötting und das Weaning-Zentrum in Mühldorf zeigen laut Ewald Erfolge.
Ziel bleibe weiterhin an der Wirtschaftlichkeit und Reputation des InnKlinikums zu arbeiten. So sollen die Fallzahlen weiter gesteigert, Kapazitäten effizienter genutzt, Profile aufgewertet und die Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten verbessert werden. Regelmäßig sollen Erkenntnisse aus Befragungen von Mitarbeitern und Patienten gewonnen werden, die Abläufe und Kommunikation verbessert werden.
„Es gibt keine Abteilung, die keinen Verlust macht“
Doch Landrat Erwin Schneider (CSU), der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende des Innklinikums, machte dennoch deutlich, dass die Lage ernst sei: „Es gibt derzeit keine Abteilung, die keinen Verlust macht.“ Laut dem Landrat bleibe die größte Herausforderung, die Versorgung vor Ort aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Finanzen zu stabilisieren. „Wir müssen uns auch darauf einstellen, dass der Kostendruck weiter zunimmt.“
Vor allem die geplante Erweiterung der Notaufnahme in Altötting sorge für finanzielle Spannungen. „Das kostet über zehn Millionen Euro“, erklärte Schneider. Vom Freistaat Bayern gefördert werde aber nur der stationäre Anteil. „Wir bekommen also maximal 10 bis 20 Prozent.“ Bezüglich der „Krankenhausmilliarde“ sagte er – mit ihr könnte die vom Kreis zu zahlende Krankenhausumlage einmalig aufgefangen werden. Landrat Schneider blieb jedoch zurückhaltend. „Entschieden wird das wohl nächste oder übernächste Woche – Hoffnung gibt es aber kaum.“
Schneider kritisierte zudem die hohen Gesundheitskosten in Deutschland. Laut dem Statistischen Bundesamt belaufen sich diese auf 500 Euro pro Einwohner monatlich. „Das muss erst mal erwirtschaftet werden“, betonte Schneider. „Meines Erachtens wird es da in den nächsten Jahren richtig krachen.“
