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Krebsdrama um dreifache Mutter

Tögingerin gibt nicht auf: Nach schlimmer Krebs-Diagnose – so geht Angela Dittler (31) damit um

Angela Dittler zusammen mit ihrem Mann Diomi und Sohnemann Viktor. Weihnachten zu Hause zu sein, das ist der schwer erkrankten dreifache Mutter sehr wichtig. Der Adventskranz steht schon bereit.
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Angela Dittler zusammen mit ihrem Mann Diomi und Sohn Viktor. Weihnachten zu Hause zu sein, das ist der schwer erkrankten dreifache Mutter sehr wichtig. Der Adventskranz steht schon bereit.

Vor sechs Wochen trafen die OVB Heimatzeitungen erstmals die krebskranke Angela Dittler (31) aus Töging. Die dreifache Mutter kämpft weiter mit beeindruckender Offenheit und Stärke gegen ihre Erkrankung – und wird dabei für viele Menschen zur Hoffnungsträgerin.

Töging – Sechs Wochen ist es her seit dem ersten Termin der OVB Heimatzeitungen mit Angela Dittler. Die 31-jährige Tögingerin ist schwer an Krebs erkrankt, unterzieht sich aktuell einer sehr kräfteraubenden Therapie, um die Metastasen in ihrem Körper zu bekämpfen. Ein Spendenaufruf für die dreifache Mutter war der Anlass dieses ersten Besuchs Anfang Oktober. Wie ist es ihr seitdem ergangen? Eine der wichtigsten Frage an die Mutter, die den Kampf gegen ihre schwere Erkrankung aufgenommen hat und vor allem eines ausstrahlt: Selbstbewusstsein und Zuverischt.

Jammern ist keine Option

Das strahlt sie über ihren Facebook-Account aus, den sie dafür nutzt, um Bekannte, Freunde und Familie über den aktuellen Stand der Therapie auf dem Laufenden zu halten. Und sie tut das mit einem hohen Maß an Offenheit. Jammern ist keine Option. Eine Mutmacherin für andere, die ein ähnliches Schicksal ertragen müssen.

Wir haben Ende November. In vielen Orten verkündet der Lichterglanz an den Häusern: Es dauert nicht mehr lange bis Heilig Abend. Auch das Haus von Angela Dittler ist bereits weihnachtlich geschmückt. An den Wänden hängen Adventskalender. Der Adventskranz in der Mitte des Esstisches wartet darauf, dass endlich die erste Kerze brennt. Es ist wohlig warm in der Stube. „Wir machen es uns einfach schön“, erklärt ihr Mann Domi, während er Nesthäckchen Viktor füttert. Angela Dittler sitzt auf der Eckbank und lächelt, macht einen zufriedenen Eindruck. Zufrieden deswegen, weil sie gerade Zeit daheim bei ihrer Familie verbringen kann. „Natürlich möchte ich auch Weihnachten zu Hause sein“, verrät sie.

Chemo und Bestrahlung sollen helfen

Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn Angela Dittler leidet an einer Krebserkrankung, die vor einem Jahr bei der Geburt ihres Sohnes Viktor diagnostiziert worden ist. Ein Tumor hatte die Gebärmutter befallen, Metastasen haben sich zunächst an der Leber, mittlerweile auch in der Blase, gebildet. Chemotherapie und Bestrahlung muss sie seitdem über sich ergehen lassen, sie sollen ihre Chance auf Heilung erhöhen. Beim Besuch der OVB Heimatzeitungen erklärt sie, dass es ihr gerade gut gehe.

Dreifache Mutter fühlt sich in Großhadern gut aufgehoben

Sie berichtet über Vorgespräche zur weiteren Behandlung. Eine Operation hätten ihr die behandelnden Ärzte in Großhadern angeraten, um die befallene Blase zu entfernen. Sie hat abgelehnt. „Die damit verbundenen Einschränkungen wären zu einschneidend gewesen!“ Also heißt es: weiterhin Chemo und Bestrahlung, um die Krebszellen zu bekämpfen. Sie beruft sich auf Aussagen der Ärzte, dass die Metastasen in Leber in Blase wohl operabel seien. Sie bleibe zuversichtlich. Sie fühle sich bei den Ärzten in Großhadern gut aufgehoben.

Völlig baff sei die gewesen über die großartige Welle der Solidarität, die ihrer Familie entgegen geschlagen ist. Über 54.000 Euro wurden innerhalb weniger Wochen gespendet. Geld, das der Familie hilft, um zumindest von finanziellen Sorgen befreit zu sein.

Teure Medikamente und viele Fahrten nach München

„Wir haben damit einen Dispo-Kredit ausgeglichen. Und wir können das Geld ganz gut brauchen für die zahlreichen Fahrten nach München und wieder zurück. Das geht ganz schön ins Geld“, erklärt ihr Mann Domi. Dazu teure Medikamente und unbezahlten Urlaub, den sich Domi Dittler nehmen musste, um seiner Frau beizustehen oder daheim die Kinder versorgen zu können.

„Natürlich wäre es schön, wenn wir uns mal Familienzeit gönnen könnten. Das geht aber aktuell nicht, wegen der Behandlung. Vielleicht Anfang nächsten Jahres“, so Angela Dittler. Doch ein Projekt wollen die Dittlers auf jeden Fall umsetzen: „Ein Spielturm im Garten für die Kinder!“. Der soll spätestens im Frühjahr stehen. „Denn die beiden Mädels mussten in den vergangenen Monaten viel in Kauf nehmen und zurückstecken. Auch für sie ist die Belastung groß“, freut sich die dreifache Mutter darauf, dass ihre beiden Kinder, 6 und 8 Jahre alt, bald im Garten ausgelassen toben können.

Sei einfach nett und freundlich, du weißt nie, was der Andere gerade durchmacht!

Angela Dittler

Angela Dittler ist niemand, die ihr Schicksal hinnimmt. Mutig kämpft sie dagegen an. Ihre Gefühle teilt sie regelmäßig in ihren Facebook-Posts mit, schildert ehrlich, wenn es ihr nicht gut geht. Aber auch, dass sie sich vom Krebs nicht die Knie zwingen lässt. Und dass sie sich ihre Lebensfreude nicht nehmen lassen will. Immer wieder bezieht sie sich dabei auch auf Gott. „Ja“, sagt sie, „ich glaube an etwas Höheres. Doch die Welt dreht sich so schnell, dass man das manchmal vergisst!“

Sie berichtet von Begegnungen im Krankenhaus mit tollen Menschen, die ein ähnliches Schicksal mit ihr teilen. „Man weiß, man ist nicht allein!“ Natürlich stelle sie sich die Frage nach dem Warum? Warum ausgerechnet sie so schwer erkrankt sein muss. „Doch man entwickelt auch eine gewisse Demut gegenüber dem Leben. Der Charakter verändert sich. Ich versuche den Menschen mitzuteilen, wie gut sie es haben, weil sie gesund sind.“ Andere Probleme könnzen gar nicht so wichtig sein.

Es ist eine Einstellung, von der man nur lernen kann. Und eine Einstellung, die Angela Dittler gerne mit der Öffentlichkeit teilt: „Sei einfach nett und freundlich, du weißt nie, was der Andere gerade durchmacht.“ Ein freundliches Gesicht mit einem freundlichen Wort, das könne einem den Tag in der Hölle auf Erden versüßen.

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