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Rekordbesuch beim Jubiläum des Trachtenvereins Edelweiß in Reichertsheim: 1500 kamen, um das 105-jährige Bestehen mitzufeiern. Über ein Fest wie aus dem Bilderbuch.
Reichertsheim − Über ein Fest wie aus dem Bilderbuch freuten sich die Reischamer Trachter, der Gebirgs- und Volkstrachten-Erhaltungsverein Edelweiß in Reichertsheim. Höhepunkt waren Gottesdienst und ein rund zwei Kilometer langer Festzug mit 1500 Teilnehmern.
Vorstand Gust Grundner begrüßte nach dem kurzen Kirchenzug vom Zelt beim Meier-Hof zum Freialtar auf der Wiese beim Pfarrhof mehr als 40 Vereine und Ehrengäste.
Pfarrer Pawel Idkowiak hat ein besonderes Verhältnis zu dem Jubiläumsverein, denn gleich nach dem Gottesdienst schlüpfte er in die Vereinstracht und tat es seinen Ministranten gleich, die ihm zuvor schon in Lederhose zuarbeiteten. In seiner Predigt beschrieb er das Edelweiß in seinen reinen und schönen Eigenschaften und auch als Symbol des Vereins. Dabei bewahre der Verein die Erinnerung an „kulturelle Werte”, denn sonst bestünde durchaus die Möglichkeit, dass so etwas verloren gehe. Das habe durchaus mit Glauben zu tun, also das, „was man sich erhofft”. Auch für den „aufgeklärten Menschen” sei es wichtig, daran zu glauben „dass Gott dient und gerne gibt”, auch wenn das nicht immer mit den eigenen Erwartungen übereinstimme. Musikalisch umrahmt haben das die Trachtenblaskapelle und die Herzkirsch Dirndln als Dreigesang.
Die Fürbitten widmeten sich dem Respekt und der Fähigkeit aus Fehlern zu lernen, dem Wunsch dass die Trachtenkinder ihre Freude behalten und sich Menschen daran erinnern, dass Frieden nicht selbstverständlich ist.
Im Jahr 1920 gegründet, ist das Jubiläum mit 105 Jahren aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht ganz rund, aber die ausgefeilte Planung mit vielen Helfern samt Festleiter Josef Bibinger und Gust Grundner junior, die durchgehend Dank erhielten und lobend erwähnt wurden, hat gefruchtet. Auch die Schirmherrin und Altbürgermeisterin Annemarie Haslberger fiel Landrat Max Heimerl auf, der spontan fragt, ob sie für solche Zwecke auszuleihen sei. Denn, so war zu hören, bat sie selbst im Wallfahrtsort Altötting mit Erfolg um gutes Gelingen. Die Angesprochene zeigte sich zufrieden darüber, dass im Verein „geistiges Erbe” gepflegt und bewahrt werde. Das verglich sie mit einem „Leistungskurs Demokratie, den ihr mit Sehr gut bestanden habt”.
Landrat Max Heimerl bekannte: „Tracht ist Heimat auf der Haut”. Solche Feste hätten eine „besondere Stimmung und Atmosphäre”, das sei auch hier deutlich zu spüren.
Bürgermeister Franz Stein freute sich über den aktiven Nachwuchs, „mehr als 40 Buam und Dirndl”, da bleibe der Verein mit den Abteilungen Schnoizer, Theater, Leonhardi und der Trachtenblaskapelle lebendig, „das ersetzt eine professionelle Jugendarbeit”. Er lobte das ausgestaltete Fest mit „viel Liebe zum Detail”.
Gauvorstand Michael Hauser erhielt spontan Beifall für seine kurzen und treffenden Worte: „Wer seine Heimat liebt, der zerstört sie nicht” und „Tradition heißt dem Zeitgeist widersprechen und dazu stehen was wir haben!”.
Anschließend ging es in acht Zügen mit genausoviel Kapellen und nochmal acht Kutschen samt weiteren Ehrengästen, darunter die Landtagsabgeordneten Sascha Schnürer und Sebastian Friesinger, Altlandrat Georg Huber sowie einem historischem Lastwagen über die Lexenbergstraße in Richtung westlicher Ortsausgang und zum Teil im Gegenzug wieder zurück ins Zelt.
Heute am Montag (11. August) wird noch einmal gefeiert. Dazu gibt es ab 18.30 Uhr Kesselfleisch und Spareribs, ab 20 Uhr wird der Sieger des Wettmelkens ermittelt, dazu unterhält die Trachtenblaskapelle Ramsau.