Pressmaschinen als Auslöser
Drei Feld-Brände im Wasserburger und Haager Land: So gefährlich ist Hitze fürs Grasland
Dreimal innerhalb von zwei Stunden hat es im Wasserburger und Haager Land auf Feldern gebrannt. Wie gefährlich die Trockenheit nicht nur für den Wald, sondern auch für Felder ist, erklärt Harald Lechertshuber, Kreisbrandrat des Landkreises Mühldorf.
Maitenbeth/Eiselfing/Sankt Wolfgang – Die Hitze macht der Natur zu schaffen und sorgt bei den Feuerwehren im Wasserburger und Haager Land für viel Arbeit: Gleich dreimal innerhalb von zwei Stunden haben am Mittwoch, 2. Juli, Ballenpress-Maschinen und Stoppelfelder gebrannt.
Los ging es gegen 17.45 Uhr in Eiselfing. Wie die Feuerwehr Bachmehring mitteilt, fing hier eine Pressmaschine Feuer. Knapp eine Stunde waren die Ehrenamtlichen mit den Löscharbeiten beschäftigt, wie die Floriansjünger mitteilen. Verletzt wurde niemand, auch ein Übergriff auf die umliegenden Felder konnte hier noch verhindert werden.
Anders sah es nur eine halbe Stunde später gegen 18.15 Uhr in Maitenbeth aus. Hier mussten die Feuerwehren Maitenbeth, Haag und Winden nicht nur die Ballenpresse ablöschen, sondern auch das zuvor abgeerntete Stoppelfeld stand bereits in Flammen. Zwei Stunden waren die Maitenbether im Einsatz, eine Person wurde laut Feuerwehr durch Löschversuche in der Entstehungsphase des Brandes verletzt.
Keine halbe Stunde später dann der nächste Brand in Jeßling bei Sankt Wolfgang. Gegen 18.40 Uhr fing hier ebenfalls eine Pressmaschine Feuer, auch hier griffen die Flammen auf das Stoppelfeld über. Die Feuerwehrler aus Jeßling, Sankt Wolfgang und Isen, sowie einige Landwirte mit Odlfässern konnten die Flammen glücklicherweise schnell eindämmen. Zwei Stunden später konnten sie wieder abrücken. Verletzt wurde hierbei glücklicherweise niemand.
Draußen grundsätzlich gefährlich
Dass die drei Brände auch ein Symptom der Hitze und Trockenheit sind, davon ist auch Harald Lechertshuber, Kreisbrandrat des Landkreises Mühldorf, überzeugt. „Im Moment ist es grundsätzlich gefährlich, draußen irgendetwas zu tun.“ Die Böden seien viel zu trocken und damit sei nicht nur die Waldbrandgefahr, sondern auch die Feuergefahr im Grasland stark erhöht.
Solche Brände wie in Maitenbeth, Eiselfing und Sankt Wolfgang seien aber nicht generell nur auf die Hitze und den Klimawandel zurückzuführen. „Landwirtschaftliche Maschinen laufen heutzutage oft stundenlang. Da bleibt keine Zeit, dass sie abkühlen“, so Lechertshuber. Dadurch könne schnell ein Lager überhitzen, ein Übergreifen auf das Feld sei gerade bei dieser Trockenheit oftmals die Folge. Es sei schwer, solche Auswirkungen zu verhindern. „Meiner Erfahrung nach warten die Landwirte ihre Maschinen in der Regel sehr gut, schon aus eigenem Interesse. Sie wollen auch nicht, dass hier was kaputtgeht“, sagt Lechertshuber. Ihrer Arbeit nachgehen müssten die Landwirte trotzdem und auch in Hitzeperioden.
Keine Zigaretten und kein Glas wegwerfen
In der Bevölkerung stellt der Kreisbrandrat aber oft fest, dass die Gefahr eines Grasland-Feuers unterschätzt werde. „Grundsätzlich sollte man sich auch hier wie am Waldrand verhalten.“ Also keine Zigaretten ins offene Feld werfen, keine Autos mit heißen Katalysatoren auf leicht entzündlichen Flächen abstellen. „Auch am Inn grillen, wie es viele bei uns in der Gegend gerne tun, sollte man vermeiden“, so Lerchertshuber. Stattdessen sollten nur gekennzeichnete Plätze verwendet werden. Wichtig auch: Kein Glas wegwerfen, denn auch dieses kann Brände auslösen. „Und wenn man eine Glasflasche sieht, vielleicht nimmt man sie einfach mal mit und entsorgt sie im nächsten Mülleimer. Das würde schon viel helfen“, sagt der Kreisbrandrat.
Der Graslandfeuer-Index befindet sich am Donnerstag, 3. Juli, bei Stufe drei von fünf. Am Freitag soll der Index laut Deutschen Wetterdienst auf Stufe zwei absinken, bevor er über das Wochenende wieder auf Stufe drei steigen könnte.

