Jetzt gesund bleiben
Das große Immunsystem-ABC: Alle wichtigen Fakten zum Abwehrsystem unseres Körpers
Es leistet Schwerstarbeit und sorgt dafür, dass wir gesund bleiben oder schnell wieder gesund werden. Die wichtigsten Begriffe und Fakten zu unserem Immunsystem: von A wie Antikörper bis Z wie Zink.
von Raphaela Kreitmeir
Antikörper
Antikörper (auch Immunoglobuline genannt) sind Proteine, also Eiweiße. Sie bekämpfen Krankheitserreger wie Bakterien und Viren, werden allerdings erst gebildet, wenn das Immunsystem mit einem bestimmten Erreger in Berührung gekommen ist. Daher gibt die Konzentration einzelner Antikörper im Blut darüber Aufschluss, welche Infektionen akut bestehen oder überwunden wurden und ob Impfschutz besteht. Manchmal attackieren Antikörper aber auch die falschen Gegner, so sind die sogenannten IgE-Antikörper für bestimmte allergische Reaktionen beispielsweise auf Gräserpollen, Katzenhaare oder Nüsse verantwortlich.
B-Vitamine
Vitamin B ist die Bezeichnung für eine Vitamingruppe, in der acht wasserlösliche Vitamine zusammengefasst sind, die alle als Vorstufen für Koenzyme dienen. Sie sorgen dafür, dass die Organe den nötigen Kraftstoff für ihre Arbeit erhalten und wirken an der Bildung von Botenstoffen mit, die für den Signalaustausch in Nervenzellen zuständig sind. Enthalten sind B-Vitamine in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln wie Fisch, Leber, Milchprodukten, Brokkoli und Spinat. Eine Ausnahme bildet das Vitamin B12, welches kaum in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist, aber im Gegensatz zu allen anderen wasserlöslichen Vitaminen für längere Zeit im Körper gespeichert werden kann.
Vitamin C
Nahezu ein Alleskönner, was die Unterstützung des Immunsystems betrifft, ist Vitamin C. Es unterstützt aber nicht nur, sondern schützt die Zellen vor oxidativem Stress, also einem Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Radikalenfängern, was zu Schäden an Zellen oder deren Funktionen führen kann. Zudem erhöht Vitamin C die Eisenaufnahme und reduziert Müdigkeit. Ein positiver Effekt auf Erkältungskrankheiten konnte in Studien nachgewiesen werden. Die empfohlene Tagesmenge liegt je nach Gewicht und körperlicher Betätigung zwischen circa 100 mg (Frauen) bis zu 500 mg (LeistungssportlerInnen). Da eine einzelne Gemüsepaprika pro 100 g mehr als 100 mg Vitamin C beinhaltet, ist der Tagesbedarf relativ einfach zu decken. Eine Überdosierung ist nicht möglich, da ein Zuviel an Vitamin C mit dem Urin ausgeschieden wird.
Erworbene Abwehr
Um der Komplexität der Aufgaben gewachsen zu sein, hat das Immunsystem eine doppelte Strategie entwickelt. Denn es besteht aus einem angeborenen (unspezifischen) und einem erworbenen (spezifischen) Teil. Von Geburt an schützt das unspezifische Immunsystem vor Keimen und Fremdkörpern und bildet unter anderem mit seinen immer hungrigen Fresszellen sowie der Haut- und Schleimhautbarriere einen wichtigen Schutz. Falls Keime diese Barriere überwinden, kümmert sich die spezifische Immunabwehr um diese. Es muss sich allerdings erst in der Kindheit und Jugend durch Berührung mit diversen Keimen ausbilden und arbeitet langsamer als die angeborene Abwehr. Dafür ist es deutlich treffsicherer und zudem merkfähig. Denn wenn es einen Angreifer einmal kennengelernt hat, setzt die Abwehrreaktion bei erneutem Kontakt schneller ein. Krankheitssymptome fallen dann geringer aus oder treten erst gar nicht auf. Dieses Prinzip liegt auch dem Impfen zugrunde.
Fasten
Damit ist natürlich nicht Hungern gemeint, sondern bewusstes und angeleitetes Fasten. Denn ein zeitweiliger Nahrungsverzicht hat durchaus positive Auswirkungen auf die Regeneration der Immunzellen. Das legen zumindest wissenschaftliche Untersuchungen nahe, die eine Aktivierung der Lymphozythen beim Intervallfasten nachwiesen.
Fresszellen
Im Organismus herrscht so etwas wie das große Fressen, denn die Phaygozythen, auch Fresszellen genannt, die zu den Leukozythen zählen, sind rund um die Uhr damit beschäftigt, Angreifer zu umschließen, sich einzuverleiben und zu verdauen. Weil sie kleine, harmlose Reste der Angreifer übrig lassen, die dann an die Oberfläche der Fresszellen wandern, leisten sie noch perfekte Vorarbeit für das erworbene Immunsystem, das dadurch die ehemaligen Angreifer erkennen lernt.
Gemüse
Alle Arten von Gemüse enthalten unterschiedliche Kombinationen von Vitaminen und Nährstoffen, die das Immunsystem mit dem nötigen „Treibstoff“ versorgen.
Honig
Honig wirkt wie ein Immunbooster durch seine Inhaltsstoffe Vitamin C, Kalzium, Magnesium, Eisen und Natrium.
Ingwer
Ingwer bringt den Kreislauf in Schwung und aktiviert den Stoffwechsel und das molekulare Abwehrsystem im Speichel. Die Antioxidantien im Ingwer stimulieren die Krankheitsabwehr.
Jogging
Bewegung an der frischen Luft trainiert das Abwehrsystem und wirkt außerdem stressreduzierend. Da Stress das Immunsystem belastet, hilft Sport wie Jogging oder Nordic Walking also gleich zweifach.
Kapuziner-Kresse
Extrakt aus der Kapuziner-Kresse gehört zu den pflanzlichen Arzneimitteln, die Erkältungen vorbeugen können.
Nasendusche
Einen intensiven Schutz vor Erkältungen stellt die tägliche Nasenspülung mit einer 0,9-prozentigen Salzlösung dar.
Q-10
Q-10 ist ein Coenzym, das in unseren Körperzellen das Immunsystem aktiviert. Es ist in vielen Lebensmitteln wie Leber, Fisch, Ei, Butter, Nüssen und Pflanzenölen enthalten.
Salbei
Durch eine Mundspülung mit Salbei-Extrakt kann die Einnistung von Erkältungserregern verhindert werden.
Schlaf
„Schlaf ist die beste Medizin.“ Da hat der Volksmund komplett Recht. So haben beispielsweis Forscher an der Uni Tübingen nachgewiesen, dass Schlafmangel die Arbeit der T-Zellen hemmt. Wohingegen sie während der Schlafphase eine Hormonsituation gemessen haben, die das Immungedächtnis fördert. Was die Forscher auch herausgefunden haben: Eine Schlafdauer von sieben bis acht Stunden pro Nacht gilt als ideal.
T-Zellen
Gebildet werden die T-Zellen im Thymus, einer Drüse, die direkt hinter dem Brustbein sitzt. Sie gehören zu den Lymphozythen und können sich ausdifferenzieren und spezialisieren. So steuern die T-Helferzellen die Übertragung von Infos zwischen den verschiedenen Abwehrzellen, die T-Killerzellen greifen dagegen erkrankte Zellen direkt an und lösen deren Selbstzerstörung aus.
UV-Strahlen
Sonnenlicht heitert nicht nur das Gemüt auf, sondern ist – in Maßen – auch überlebensnotwendig. Denn nur durch Sonneneinwirkung kann in unserer Haut Vitamin D gebildet werden. Und das ist nötig, da Vitamin D eine entscheidende Rolle bei der Immunabwehr spielt. Es reguliert vor allem bei Atemwegserkrankungen Abwehrprozesse und verkürzt die Krankheitsdauer.
Wechselduschen
Es muss keine Ganzkörper-Wechseldusche sein, bereits eine Teilbehandlung zeigt positive Ergebnisse. Wer etwa die Unterschenkel abwechselnd warm und kalt abduscht, trainiert bereits das Immunsystem. Dabei sollte die letzte Spülung mit kaltem Wasser erfolgen.
Yoga
Oder Waldbaden, Spaziergänge oder Stricken: Was immer auch entschleunigt und entspannt bietet eine perfekte Regenerationszeit fürs Immunsystem. Die persönlich präferierte Technik am besten täglich nutzen. Denn Stress bremst die Bildung und Aktivierung der Immunabwehrzellen. Das macht infektanfällig. Wer jeden Tag dagegen Stress-Auszeiten nimmt, ist immuntechnisch besser aufgestellt.
Zink
Neben Vitamin C ist Zink der wohl bekannteste Stoff, um die Abwehr zu stärken und vor Erkältungen zu schützen. Das Spurenelement kann akut oder auch vorbeugend eingenommen werden, allerdings sind bei der Einnahme von Zink als Nahrungsergänzungsmittel Wechselwirkungen mit anderen Nahrungsmitteln möglich. Daher gilt es, sich im Vorfeld beraten zu lassen.
Quellen: Gesundheitsinformation.de, Deutsches Zentrum für Infektionsforschung, Deutsche Gesellschaft für Ernährung
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