Ergebnis einer finnischen Studie
Darum sterben Nachteulen eher als Morgenmenschen – an der Schlafenszeit liegt es nicht
Nachteulen sterben tendenziell früher als Morgenmenschen: Das ist das Ergebnis einer finnischen Zwillingsstudie. Die Ursache dafür ist aber nicht die Schlafenszeit.
Manche Menschen bleiben gerne lange wach und schlafen dafür morgens länger. Andere wiederum gehen zeitig ins Bett und stehen dementsprechend früh auf. Worauf hat unser sogenannter Chronotyp neben unserer bevorzugten Schlafenszeit noch einen Einfluss? Das haben Forschende in einer groß angelegten finnischen Studie untersucht. Ein Ergebnis: Nachteulen haben scheinbar im Vergleich zu den Lerchen ein erhöhtes Sterberisiko.
Unter den Todesfällen neun Prozent mehr Nachteulen
Für die Zwillingsstudie begleiteten die Forschenden zwischen 1981 und 2018 mehr als 23.000 Frauen und Männer. Diese mussten sich zu Beginn selbst entweder als Nacht- oder Morgenmensch einstufen, zudem wurde auch noch die tatsächliche Schlafdauer erfasst. Es stellte sich heraus: Von den etwa 8700 Todesfällen, die im Zeitraum der Untersuchung eintraten, waren die Mehrzahl Nachteulen – ganze neun Prozent mehr.
Woran liegt das erhöhte Todesrisiko? An Schlafmangel, oder ist Schlaf zu falschen Zeit etwa ungesund? Die Forschenden stießen bei der Frage nach der Ursache auf etwas gänzlich anderes: In der Studie wurden nämlich auch andere Faktoren wie der Body-Mass-Index oder der Konsum von Tabak und Alkohol berücksichtigt. Und gerade bei letzterem gibt es wohl eine verstärkte Korrelation mit Nachteulen. Nachteulen waren in der Regel jünger und konsumierten mehr Drogen und Alkohol – was wiederum zu einem erhöhten Todesrisiko führt. Das Problem scheint also nicht das längere Aufbleiben am Abend zu sein, sondern der Lebensstil, der damit oftmals einhergeht.
Schlafmangel ist gesundheitsgefährdend – die Einschlafzeit per se nicht
Die Autoren der Studie stellen klar: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Chronotyp nur einen geringen oder gar keinen unabhängigen Beitrag zur Sterblichkeit leistet.“ Die Nachteulen unter Euch können also beruhigt weiterhin die Nacht zum Tag machen – vorausgesetzt, Ihr nutzt die Zeit nicht für gesundheitsschädliche Aktivitäten wie Rauchen oder Trinken.
Und vorausgesetzt, Ihr achtet trotzdem darauf, 7 bis 8 Stunden pro Nacht zu schlafen. Denn auch wenn die Einschlafzeit an sich anscheinend keinen Einfluss auf Eure Lebensdauer hat, kann dauerhaft zu wenig Schlaf Euer Leben nicht nur akut negativ beeinflussen, sondern auch langfristig zu Gesundheitsproblemen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzproblemen führen. Menschen, die chronischen Schlafmangel haben, haben nachweislich eine erhöhte Sterblichkeit – ob Nachteule oder Lerche ist dabei aber egal.
fso