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Medizinischer Durchbruch in Barcelona

Therapie macht Krebs den Garaus: Über 50 Prozent der Patienten krebsfrei

Forschende ebnen mit einer neuen Krebs-Studie womöglich den Weg für verbesserte Behandlungen.
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Illustration einer Krebszelle im menschlichen Körper.

Spanische Ärzte entwickelten nun eine bahnbrechende Immuntherapie, die selbst bei austherapierten Krebspatienten noch wirkt. Die Erfolgsquoten sind beeindruckend. Die Forscher sprachen von einer „Hoffnung auf ein Leben“.

Forschern der Hospital Clínic Barcelona ist ein bahnbrechender Erfolg im Kampf gegen Krebs gelungen. Sie entwickelten eine innovative Immuntherapie, mit der sie große Erfolge am Patienten erzielen konnten: Mehr als die Hälfte der 500 behandelten Krebspatienten konnte durch die Therapie die Krankheit erfolgreich überwinden. Besonders bemerkenswert: Die 500 Patienten erhielten zuvor eine herkömmliche Krebstherapie, welche bei ihnen jedoch versagte.

Wie die Immuntherapie funktioniert

Die Forscher aus Barcelona entwickelten eine sogenannte CAR-T-Zell-Therapie. T-Zellen sind körpereigene Immunzellen, die kranke Zellen im Körper erkennen und zerstören. Diese wurden den Patienten entnommen und mit einem chimären Antigenrezeptor (CAR) aufgerüstet. Über diesen Antigenrezeptor können die Immunzellen die Tumorzellen besser erkennen und an ihnen andocken. Die so aufgerüsteten Zellen werden wieder in den Körper des Patienten geschleust, wo sie sich vermehren und gezielt gegen Tumorzellen kämpfen. Da die Therapie für jeden Patienten individuell entwickelt werden muss, ist sie sehr zeit- und kostenintensiv.

Beeindruckende Erfolgsquoten je nach Krebsart

Die 500 behandelten Patienten litten an diesen Krebsarten:

Die Ergebnisse der Studie sind mehr als vielversprechend: Bei der lymphatischen Leukämie sprachen sage und schreibe 90 Prozent der Behandelten auf die Therapie an. Beim multiplen Myelom lag die Erfolgsquote bei 60 Prozent, beim Non-Hodgkin-Lymphom immerhin noch bei 50 Prozent.

Die Therapie war vor allem für Patienten gedacht, „bei denen herkömmliche Behandlungen nicht anschlagen konnten“, so der Koordinator des CAR-T-Programms, Álvaro Urbano-Ispizua in einer Mitteilung des Krankenhauses. Die Therapie mache wieder „Hoffnung auf ein Leben“.

Wann gilt Krebs als geheilt?

Wenn nach einer Krebsbehandlung keine Krebszellen mehr im Körper nachweisbar sind, ist das ein großer Erfolg. Ärzte sprechen dann oft von „Remission“. Das bedeutet, die Anzeichen und Symptome des Krebses sind verschwunden. Man verwendet diesen Begriff, weil es anfangs schwer zu sagen ist, ob wirklich alle Krebszellen restlos entfernt wurden und nicht einzelne, unentdeckte Zellen überlebt haben könnten.

Von einer „Heilung“ im eigentlichen Sinne sprechen Mediziner meist erst, wenn der Krebs über einen längeren Zeitraum – häufig fünf Jahre – nicht zurückgekehrt ist (kein Rückfall oder Rezidiv). Nach dieser Zeit sinkt das Risiko eines Rückfalls bei vielen Krebsarten erheblich, und die Wahrscheinlichkeit, langfristig krebsfrei zu bleiben, ist sehr hoch. Diese Fünf-Jahres-Marke ist jedoch eine allgemeine Richtlinie; die genaue Zeitspanne kann je nach Krebsart variieren.

Therapie soll weiterentwickelt werden

Die CAR-T-Zell-Therapie soll in Spanien nun „flächendeckend ins Land“ gebracht werden. 13 weitere Krankenhäuser in Spanien arbeiten bereits mit der Klinik in Barcelona zusammen. Damit soll der Zugang für Patienten verbessert und der Zeitraum zwischen der Entnahme der Zellen und der Infusion nach der Herstellung der manipulierten Immunzellen verkürzt werden. Zudem soll die Therapie auch für andere Krebsarten wie Brustkrebs weiterentwickelt werden.

Die innovative Methode findet in abgewandelter Form auch hierzulande immer häufiger Anwendung. Derzeit wird sie in Deutschland für weitere Krebsarten getestet, darunter Tumoren in Brust, Eierstock, Lunge, Gehirn, Haut, Niere, Darm und Bauchspeicheldrüse. (rr)

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