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Kolumne von Meteorologe Dominik Jung

„Polarzunge“ sorgt für eiskaltes Winter-Wetter: Frost, Schnee und Minusgrade am Wochenende

Ein eisiges Wochenende bringt Frost und Glätte. Schnee und gefrierender Regen sorgen für kritische Bedingungen auf Straßen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Das bevorstehende Wochenende steht ganz im Zeichen eines markanten Kälteeinbruchs, der die zuvor milde Witterung vollständig beendet. Ein kräftiges Hochdruckgebiet verlagert sich über Mitteleuropa und lenkt trockene, klare und sehr kalte Luft nach Deutschland. Die Nächte fallen verbreitet sternenklar aus, sodass die Temperaturen ungehindert in die Tiefe sinken können. Weit verbreitet sind Werte zwischen minus 2 und minus 8 Grad zu erwarten.

Die polaren Luftmassen liegen wie eine ausgestreckte Zunge vom Nordpols bis zu uns nach Deutschland. Am Wochenende erreicht die Kälte ihren Höhepunkt.

In höheren Lagen wie im Erzgebirge, Bayerischen Wald, Schwarzwald oder Thüringer Wald, wo bereits etwas Schnee liegt, können durch Ausstrahlungseffekte sogar minus 10 bis minus 15 Grad erreicht werden, lokal sind in einigen Alpentälern sogar knapp minus 20 Grad nicht ausgeschlossen. Die „Polarzunge“ sorgt auch dafür, dass das Wochenende (22. und 23. November) für Mitte November außergewöhnlich kalt wird und markiert einen deutlichen Kontrast zur ungewöhnlichen Wärme der vergangenen Woche.

Kälteeinbruch setzt sich fest und prägt das Wetter am Wochenende

Der Samstag (22. November) präsentiert sich überwiegend ruhig, aber durchweg winterlich. Kalte Polarluft sorgt dafür, dass sich die Böden tagsüber kaum erwärmen. Trotz häufigem Sonne-Wolken-Mix bleibt es trocken, doch die Temperaturen steigen nur zögerlich und verharren größtenteils im niedrigen einstelligen Bereich. Diese Kombination aus klaren Nächten und kalten Tagen führt dazu, dass sich am Boden frühzeitig Reif bildet, besonders auf unbefestigten Wegen und Nebenstraßen. Die Nacht auf Sonntag setzt mit nochmals klarem Himmel fort, wodurch das Frostpotenzial erneut steigt. Schon in den frühen Morgenstunden können sich dünne, oft kaum sichtbare Eisschichten bilden, was besonders für den frühen Verkehr gefährlich werden kann.

Wetterumschwung am Sonntag mit Schnee, Glätte und gefrierendem Regen

Während der Sonntag (23. November) im Osten und Süden zunächst freundlich beginnt, kündigt sich im Westen rasch ein Wetterwechsel an. Eine aus Frankreich heranziehende Front bringt Schnee, Schneeregen und gebietsweise gefrierenden Regen, der sich im Tagesverlauf bis zur Mitte und später in die östlichen Landesteile ausbreitet. Durch die zuvor entstandene Frostluft reicht bereits geringe Niederschlagsintensität aus, um Straßen und Gehwege schlagartig glatt werden zu lassen. Die Ausbreitung der Glätte setzt sich am Abend und in der Nacht zum Montag fort. Damit endet das Wochenende nicht nur eisig, sondern auch mit teils schwierigen Verkehrsbedingungen, die erhöhte Vorsicht erfordern.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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