Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Minus 31 Grad über Deutschland: Riesige Kälteblase parkt genau über uns – das hat Folgen
Die Wetterkarte ist ein echter Hingucker. Mitten im Mai schwebt eine riesige Kälteblase parkt ausgerechnet über Deutschland. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Wenn ich heute Morgen (12. Mai) auf die aktuelle Höhenwetterkarte schaue, traue ich meinen Augen kaum. Mitten im Mai zeigt sie in rund 5500 Metern Höhe Werte zwischen minus 29 und minus 31 Grad – und das nicht etwa über Skandinavien oder dem hohen Norden, sondern ausgerechnet über Deutschland. Während rundherum, in Frankreich, Polen, Österreich oder den Niederlanden, ganz normale Frühlingswerte zwischen minus 17 und minus 19 Grad herrschen, hat sich die Kälte exakt bei uns eingenistet.
Klimatologisch wären für die zweite Maiwoche Werte zwischen minus 18 und minus 22 Grad zu erwarten – wir liegen also satte zehn Grad zu kalt. Besonders frostig ist die Höhenluft über Frankfurt, Nürnberg und Stuttgart.
Was hinter der gewaltigen Kälteblase steckt
Verantwortlich für diese bizarre Verteilung ist ein sogenannter Kaltlufttropfen, der sich vom großen Westwindband abgekoppelt hat und nun träge über Mitteleuropa kreist. Solche Höhentiefs sind dafür berüchtigt, dass sie tagelang nahezu auf der Stelle verharren können, weil ihnen die Steuerung durch den Jetstream fehlt.
Wetter-Prognose: Zwölf uralte Bauernregeln, auf die Generationen schwören
Die ECMWF-Daten zeigen, dass sich das Zentrum derzeit zwischen Niedersachsen und Bayern aufhält, ohne klar erkennbare Zugbahn. Solche Strukturen entstehen typischerweise dann, wenn ein Trog aus dem hohen Norden abtropft und vom Hauptstrom getrennt wird. Übrig bleibt ein isolierter Kältekern, der seine Energie nur sehr zögerlich abgibt.
Folgen für die Eisheiligen
Für unser Wetter am Boden bedeutet das nichts Gutes. Sobald die Sonne tagsüber die Luft in den unteren Schichten anwärmt, entsteht ein gewaltiges Temperaturgefälle nach oben. Die Folge sind kräftige Schauer, kurze Gewitter und in einigen Regionen kleinkörniger Graupel. In den Mittelgebirgen kann oberhalb von 500 bis 700 Metern sogar noch einmal Schnee fallen. Pünktlich zu Servatius und Bonifatius schicken uns die Eisheiligen also nicht nur einen symbolischen Kältegruß, sondern liefern eine astrein verteilte Höhenkälte direkt über unseren Köpfen ab.
Wie lange uns dieser Kältetropfen erhalten bleibt, ist derzeit schwer abzuschätzen. Die aktuellen Modellläufe deuten an, dass er sich frühestens am Donnerstag (14. Mai) oder Freitag (15. Mai) langsam Richtung Südosteuropa verabschieden könnte. Ausgerechnet zu Pfingsten dreht das Wetter komplett. Eine solche Konstellation habe ich in diesem Frühjahr noch nicht erlebt.