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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Wende bahnt sich an in Deutschland: Modell nennt Zeitpunkt für Wende
Nach Tagen mit Dauerfrost rückt eine überraschende Wende näher: Modelle zeigen Milderung, Tauwetter und Unsicherheit. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Sowohl das GFS-Modell der NOAA als auch neuere Berechnungen des europäischen Wettermodells ECMWF simulieren ab Dienstag eine Umstellung der Großwetterlage. Damit würde sich das bislang blockierende Kältehoch langsam abschwächen. In der Folge könnte es verbreitet zu einsetzendem Tauwetter kommen, insbesondere im Westen, Süden und Teilen der Mitte. Straßen, Böden und Gewässer würden dann allmählich auftauen, was vielerorts als spürbare Entlastung wahrgenommen würde.
Der aktuelle Winterabschnitt über Deutschland steht womöglich vor einer entscheidenden Phase. Nach dem bevorstehenden turbulenten Freitag (9. Januar) und einem nochmals winterlich geprägten Wochenende deuten mehrere Modellläufe auf eine Milderung ab der kommenden Woche hin. Vor allem aus Südwesten soll zunehmend mildere Luft einsickern, wodurch der verbreitete Dauerfrost in vielen Regionen beendet werden könnte.
Wetter-Prognose: Nordosten bleibt länger in der Kälte gefangen
Anders stellt sich die Lage im Nordosten dar. Dort hält sich die Kaltluft nach aktuellem Stand deutlich länger. Mindestens bis einschließlich Dienstagmorgen (13. Januar) bleibt es dort winterlich kalt, örtlich mit Dauerfrost. Erst ab Mittwoch (14. Januar) zeigen einige Modellläufe auch für diese Region einen Temperaturanstieg.
Doch selbst dann ist nicht sicher, ob sich die Milderung rasch durchsetzt. Der Grund liegt in einem massiven Kaltluftpolster, das sich östlich von Mitteleuropa etabliert hat. Dieses Reservoir sehr kalter Luft kann bei kleinsten Änderungen der Strömung erneut nach Westen ausgreifen. Besonders Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Osten Sachsens bleiben daher anfällig für Rückschläge.
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Vorsichtige Entwarnung mit Blick auf die zweite Januarhälfte
Trotz der Aussicht auf Tauwetter ist Zurückhaltung angebracht. Einige Ensemble-Rechnungen, insbesondere aus dem Umfeld von GFS und dem ECMWF, haben wiederholt Szenarien angedeutet, in denen sich in der zweiten Januarhälfte erneut eine markante Kältephase aufbaut.
In einzelnen Rechnungen würde dann sogar eine ausgeprägte Eisluftlage Mitteleuropa erfassen. Noch handelt es sich dabei um Unsicherheiten im erweiterten Prognosebereich, doch sie zeigen, wie fragil die kommende Wetterumstellung ist. Aktuell überwiegt zwar die Wahrscheinlichkeit einer Milderung und eines vorläufigen Endes der Dauerfrostphase für die meisten Landesteile. Eine nachhaltige Winterentspannung ist damit jedoch nicht garantiert.