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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Schluss mit Spätsommer-Wetter: Modelle warnen vor krassem November-Kipppunkt – Sahara-Luft bricht ein
Mitte November droht ein abrupter Wintereinbruch. Wettermodelle zeigen kalte Polarluft, Schnee und einen Temperatursturz. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
In einigen Regionen Deutschlands fühlt es sich derzeit eher nach Oktober oder gar Spätsommer an. Viele nutzen die milden Tage noch für Ausflüge und Gartenarbeit, bevor die dunklere Jahreszeit richtig beginnt. Doch das scheinbar stabile Muster steht womöglich vor einem radikalen Umschwung. Denn hinter den Kulissen bereiten die Modelle eine deutliche Kursänderung vor. Besonders das europäische ECMWF-Modell deutet eine markante Umstellung der Großwetterlage an, die ab der Monatsmitte greifen könnte. Statt weicher Atlantikluft würde dann zunehmend kontinentale Kaltluft Einfluss auf Mitteleuropa nehmen.
Von Sommer- zu Winter-Wetter: Großer Temperatursturz im November erwartet
Wenn der prognostizierte Druckaufbau über dem Atlantik und Skandinavien eintritt, kippt das Wetter buchstäblich auf Wintermodus. Kalte polare Luftmassen könnten offen den Weg nach Mitteleuropa finden und bis nach Deutschland strömen. Ein solcher Strömungswechsel fällt oft abrupt aus, sodass die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit deutlich nach unten rauschen.
Besonders in den Mittelgebirgen ab 500 bis 600 Metern wären dann erste Schneefälle möglich. Bei kräftigen Schauern könnten selbst in tieferen Lagen nasse Schneeflocken auftauchen. Auch Frostnächte wären denkbar, nachdem wir bislang eine fast durchgehend milde Phase erleben. Für viele könnte dieser harte Übergang im November überraschend kommen, denn aktuell erinnert wenig an einen nahenden Winter.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
So vielversprechend diese Kaltluftsignale für Winterfans wirken, sicher ist der Wetterwechsel noch nicht. Langfristprognosen bergen immer Unsicherheiten, insbesondere in Übergangsmonaten wie November. Das ECMWF-Modell tendiert zwar klar zu einem Abkühlen in der zweiten Monatshälfte, allerdings kann eine einzige Verschiebung der Druckzentren den gesamten Ablauf verändern. Bleiben Atlantiktiefs dominant, setzt sich milde Luft länger durch. Kommt hingegen ein blockierendes Hoch ins Spiel, rutscht kalte Polarluft leichter Richtung Mitteleuropa.
Fest steht vorerst: Nach einer sehr milden ersten Novemberhälfte sind ab etwa dem 15. November deutlich kühlere oder gar kalte Witterungsphasen möglich. Ob daraus ein richtiger Wintervorstoß wird oder nur ein kurzes Aufflackern, müssen die kommenden Modellläufe zeigen.