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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Kältewarnung zu Weihnachten: Ostwind treibt Windchill in Frostbereich – wann es besonders kalt wird

Starker Ostwind verschärft die Lage an Weihnachten massiv. Aktuelle Karten zeigen, warum scheinbar harmlose Temperaturen zur echten Gefahr werden können. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Für den 1. Weihnachtstag zeigen aktuelle Wettermodelle eine markante Kältebelastung, die eine Kältewarnung rechtfertigt, obwohl die Lufttemperaturen vielerorts nur um den Gefrierpunkt liegen. Entscheidend ist der Windchill-Effekt, der auf der vorliegenden Karte deutlich sichtbar wird. Durch einen kräftigen Ost- bis Nordostwind sinkt die gefühlte Temperatur in weiten Teilen Mitteleuropas auf minus 10 bis minus 15 Grad.

Schockgefrostet am Morgen des 1. Weihnachtstages – es wird dank des Windchill-Effekts eisig kalt sein.

Diese Werte beschreiben keine Messrekorde, sondern den raschen Wärmeverlust des menschlichen Körpers. Genau darauf zielt eine Kältewarnung ab: Sie macht deutlich, dass die Belastung für Mensch und Natur deutlich höher ist, als es der Blick aufs Thermometer vermuten lässt.

Kälte-Alarm an Weihnachten: Warum der Ostwind das Risiko für Erfrierungen erhöht

Der Windchill-Faktor beschreibt, wie schnell der Körper auskühlt, wenn Wind die isolierende Luftschicht an der Haut abträgt. Bei einer Lufttemperatur von 0 Grad und Böen zwischen 45 und 50 km/h fühlt sich das Wetter etwa wie minus 8 bis minus 12 Grad an, in exponierten Lagen sogar noch kälter. Unbedeckte Hautpartien wie Finger, Zehen, Nase und Ohren verlieren besonders schnell Wärme, da der Körper dort die Durchblutung reduziert. Hält diese Belastung länger an, können Kälteschäden bis hin zu Erfrierungen auftreten – auch ohne strengen Frost. Genau deshalb ist die aktuelle Kältewarnung ernst zu nehmen.

Was die Kältewarnung konkret bedeutet und wie man sich schützt

Eine Kältewarnung heißt nicht, dass akute Lebensgefahr besteht, wohl aber ein erhöhtes Gesundheitsrisiko bei unzureichendem Schutz. Empfohlen werden winddichte Kleidung, mehrere Kleidungsschichten, Mütze und Handschuhe sowie kurze Aufenthalte im Freien bei starkem Wind. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Durchblutungsproblemen. Auch Tiere und Pflanzen stehen unter Stress, da sie mehr Energie zur Wärmeerhaltung benötigen und kalter Wind zusätzlich austrocknend wirkt. Die Windchill-Karte macht klar, warum diese Weihnachtslage trotz moderater Temperaturen alles andere als harmlos ist.

Rubriklistenbild: © www.meteociel.fr

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