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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Massiver Wintereinbruch im Süden Deutschlands: Nach der Rekordwärme droht das Schneechaos

Nach frühlingshaften Temperaturen kündigt sich eine markante Wetter-Wende an. Die Polarfront bringt Schnee bis in Täler. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Nach außergewöhnlich milden Tagen mit Spitzenwerten bis zu 22 Grad am Alpenrand steht ein drastischer Wetter-Wechsel bevor. Ursache dafür ist die vorrückende Polarfront, die am Wochenende (15. und 16. November) zunächst den Norden Deutschlands erreicht.

Im Süden von Deutschland geht der Regen am Montagvormittag (17. November) in Schnee über.

Während sich im Süden noch einmal spätherbstlich anmutende Wärme halten kann, erfolgt bereits in der Nacht zum Montag ein markanter Temperaturrückgang. Die Luftmassengrenze verschiebt sich bis zum Vormittag rasch in Richtung Alpen, wo sie mit deutlich kälterer Polarluft zusammenstößt. Dadurch setzt über den Mittelgebirgen und später auch im Voralpenland ein spürbarer Wettersturz ein, der das frühlingshafte Flair abrupt beendet.

Schneefallgrenze rauscht ab – verbreitet winterliche Verhältnisse

Mit Eintreffen der kalten Luft sinkt die Schneefallgrenze schnell und teils rasant ab. Während sie am Montagmorgen (17. November) noch um 1500 Meter liegt, kann sie bis zum Nachmittag auf 600 bis 800 Meter fallen. Im Allgäu, im Berchtesgadener Land und in höheren Lagen Oberbayerns sind dann erste nasse Schneeflocken bis in Tallagen möglich.

Besonders am Alpennordrand intensivieren sich Niederschläge durch Stauwirkung, sodass lokal fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee zusammenkommen können. Oberhalb von 1000 Metern sind sogar zehn bis 20 Zentimeter realistisch, je nach Dauer und Intensität des Schneefalls. Dieser plötzliche Übergang von fast frühsommerlicher Wärme zu winterlichen Bedingungen könnte viele überraschen.

Glättegefahr und Winterausrüstung dringend empfohlen

Die Kombination aus stark fallenden Temperaturen, nassen Straßen und ersten Schneeschauern kann zu teils gefährlichen Straßenverhältnissen führen. Besonders in höheren Lagen Süddeutschlands besteht erhöhte Glättegefahr, die sich durch überfrierende Nässe zusätzlich verstärken kann. Pendler und Reisende sollten sich frühzeitig auf verzögerte Fahrtzeiten einstellen.

Auch in den Tälern der Alpen sollten Fahrzeuge wieder mit Winterreifen ausgestattet sein, da der schnelle Temperatursturz zu abrupt einsetzender Glätte führen kann. In den Nächten nach dem Wintereinbruch sind weitere Schneeschauer möglich, sodass sich die Lage regional zuspitzen könnte. Wer unterwegs ist, sollte den Wetterverlauf aufmerksam verfolgen und vorsichtig fahren.

Rubriklistenbild: © Wetterdienst Q.met / www.wetterdata.de

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