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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Orkantief Elli ist da: Wetter-Lage spitzt sich in vielen Regionen zu – Schwerpunkt zeichnet sich ab
Orkantief Elli bringt Schnee, Eisregen und Sturm nach Deutschland. Straßen versinken im Chaos, Bahn und Alltag stehen vielerorts still. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München – Mit dem Durchzug von Orkantief Elli hat sich die Lage binnen kurzer Zeit dramatisch verschärft. Im Westen setzt zunächst kräftiger Schneefall ein, der rasch in Eisregen und später in Regen übergeht. Genau dieser Wetterumschwung sorgt für höchste Gefahr, denn Glatteis breitet sich explosionsartig aus. Straßen werden unbefahrbar, Fahrzeuge rutschen unkontrolliert, Brücken und Nebenstraßen sind kaum noch passierbar.
Auch Fußgänger sind stark gefährdet. Die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes gelten in vielen Regionen und wurden teils auf die höchste Stufe angehoben. Erste massive Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr sind wahrscheinlich, Verspätungen und Ausfälle nehmen zu. In Städten wie auf dem Land droht Stillstand, während sich die Wetterlage weiter zuspitzt
Vor allem Regionen in Nord und Nordost im Schneechaos
Vor allem am Freitag (9. Januar) verlagert sich der Schwerpunkt nach Norden und Nordosten. Dort setzt verbreitet Dauerschneefall ein, mit zehn bis zwanzig Zentimetern Neuschnee in kurzer Zeit. Der starke Wind verfrachtet den Schnee und türmt ihn zu meterhohen Verwehungen auf. Von der Nordseeküste über Niedersachsen bis nach Berlin und Brandenburg können Straßen vollständig zuschneien.
Sichtweiten gehen gegen null, besonders auf Autobahnen und freiem Gelände. Fahrzeuge können eingeschneit werden, ein Vorankommen ist dann kaum noch möglich. Auch der Bahnverkehr droht großflächig auszufallen. Die Lage ist hochgefährlich, da sich Schneefall und Sturm gegenseitig verstärken und Rettungswege erschweren
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Der Südwesten bekommt es zunächst mit Sturm und teils Orkanböen zu tun, begleitet von kräftigem Regen. Zum Abend sinken die Temperaturen deutlich, der Regen geht bis in tiefe Lagen in Schnee über. Am Samstag folgt dort anhaltender Schneefall. Überall sind erhebliche Behinderungen zu erwarten.
Fahrten sollten unbedingt auf das Nötigste beschränkt werden. Wer unterwegs ist, braucht Winterreifen, volle Tanks, warme Kleidung und Decken. Bleiben Sie, wenn möglich, zu Hause, meiden Sie Wälder, offene Flächen und unnötige Wege. Dieses Unwetter ist akut, dynamisch und kann den Alltag flächendeckend lahmlegen.