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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Orkanböen über Deutschland: Jetstream peitscht mit über 160 km/h über uns hinweg
Der Jetstream legt sich ab 12. September über Deutschland. Böen, Regen und Gewitter sorgen für Herbstwetter. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Der Jetstream ist ein starkes Windband in der oberen Troposphäre, also in rund 8 bis 12 Kilometern Höhe. Dort wehen Winde nicht selten mit Geschwindigkeiten von 200 bis 400 Kilometern pro Stunde von West nach Ost. Er entsteht durch den Temperaturunterschied zwischen der warmen Luft der Tropen und der kälteren Luftmassen in den Polarregionen.
Der Jetstream wirkt wie eine unsichtbare Autobahn für Tiefdruckgebiete, die sich an ihm entlang bewegen und so das Wetter in Mitteleuropa maßgeblich bestimmen kann. Gerät er in eine besonders kräftige Phase, wie es nun über Deutschland geschieht, dann wirkt sich das in Form von stürmischen Böen, markanten Wetterumschwüngen und starken Niederschlägen auf den Boden aus. Für Oktober sieht die Prognose bitter aus.
Wetter in Deutschland: Starke Böen und herbstlicher Temperatursturz
Ab Freitag (12. September) legt sich der Jetstream direkt über Deutschland und erreicht dabei über Frankfurt am Main Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Kilometern pro Stunde. Diese Werte gelten zwar in großer Höhe, sie sind jedoch ein Hinweis darauf, wie energiereich die Wetterlage ist. In Bodennähe machen sich diese Kräfte in Form von kräftigen Sturmböen, Regenschauern und Gewittern bemerkbar.
Während am vergangenen Wochenende noch vielerorts spätsommerliche Temperaturen von 25 bis 29 Grad erreicht wurden, ist nun Schluss mit der Wärme. Die Werte stürzen auf kaum 20 Grad, stellenweise darunter. Besonders im Westen werden am Samstag Schauer und teils kräftige Gewitter erwartet, die den herbstlichen Charakter der Wetterlage noch unterstreichen. Wer unterwegs ist, sollte also mit Wind und Regen rechnen und den Regenschirm besser fest im Griff behalten.
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Wetter schickt Tiefdruckgebiete im Schnellzug-Tempo
Der Grund für den abrupten Wetterwechsel liegt in der Rolle des Jetstreams als Steuerungsband für Tiefdrucksysteme. Diese bewegen sich nun rasch von Westen nach Osten und ziehen in Serie über Mitteleuropa hinweg. Jedes dieser Tiefs bringt neue Schauerfelder, zeitweise kräftigen Wind und sorgt dafür, dass sich kein stabiles Hochdruckgebiet aufbauen kann.
Damit geht die Wetterachterbahn weiter: Statt länger anhaltendem Sonnenschein dominieren wechselhaftes, nasses und windiges Herbstwetter. In kurzer Zeit hat sich die Großwetterlage komplett gedreht – vom spätsommerlichen Sonnenbad hinein in den unruhigen und kühlen Herbstmodus. Ein echter Umfaller, der zeigt, wie mächtig und launisch die Dynamik des Jetstreams sein kann.