Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
„Das überrascht“: La Niña kommt zurück – droht Deutschland Winterwetter mit Schneechaos?
La Niña ist zurück und könnte Europas Winter völlig auf den Kopf stellen. Experten warnen vor Wetterextremen in Deutschland. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Ein mächtiges Klimaphänomen aus dem Pazifik rückt plötzlich wieder in den Fokus von uns Meteorologen: La Niña – die kalte Schwester von El Niño – kündigt sich laut aktuellen Langfristprognosen für den Winter 2025/2026 mit überraschender Deutlichkeit an. Noch im Frühjahr deuteten viele Klimamodelle auf ein neutrales oder sogar warmes ENSO-Signal hin. Doch nun zeigt sich in neuen Daten: Die Ozeane kühlen ab, kalte Wasserzonen breiten sich im äquatorialen Pazifik aus. Doch zunächst droht ein historischer Hitzesommer.
Besonders brisant ist die Entwicklung, weil La Niña die gesamte globale Zirkulation beeinflussen kann. Experten warnen: Auch wenn Europa nicht direkt betroffen ist, drohen über Umwege sehr wohl heftige Auswirkungen auf unser Winterwetter. Denn La Niña verändert die Luftdruckverteilung auf der Nordhalbkugel – und genau das könnte Deutschland in einen ungewöhnlich kalten und schneereichen Winter stürzen.
Polarwirbel unter Druck: Kalte Luft kann ungehindert nach Süden ausbrechen
Im Zentrum der Warnungen steht ein alter Bekannter: der Polarwirbel. Dieses gigantische Wind- und Luftmustersystem dreht sich hoch über dem Nordpol und hält normalerweise die arktische Kaltluft im Zaum. Doch in La-Niña-Wintern wird dieser Wirbel nachweislich instabiler. Stratosphärische Erwärmungen – sogenannte SSW-Ereignisse – treten häufiger auf und führen dazu, dass sich der Polarwirbel auflöst oder stark abschwächt.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Das Ergebnis: Die kalte Luft kann ungehindert nach Süden ausbrechen. Europa – und damit auch Deutschland – gerät dann unter den Einfluss von Kältewellen, wie sie zuletzt in den Wintern 2009/10 oder 2020/21 beobachtet wurden. In solchen Jahren kam es zu Dauerfrost, Schnee bis in die Niederungen und monatelangem Winterwetter – genau das Szenario, das durch die bevorstehende Rückkehr von La Niña wieder realistisch wird.
La Niña trifft auf Polarwirbel: Was bedeutet das für Deutschland?
Natürlich ist keine Wetterlage sicher, bevor sie eintritt – aber die Vorzeichen für einen echten Winter mit Biss verdichten sich. Deutschland liegt zwar am Rand des direkten ENSO-Einflusses, doch die Erfahrung zeigt: Wenn La Niña mit einem schwachen Polarwirbel zusammentrifft, entsteht eine Wetterlage mit besonderem Eskalationspotenzial. Hochdruck über Skandinavien, Tiefdruck über Süd- und Mitteleuropa – das wäre der perfekte Nährboden für Schneefälle, Dauerfrost und möglicherweise sogar Stromausfälle durch Eisregen oder Extremwetter.
Ob wir tatsächlich in einen Jahrhundertwinter schlittern, ist noch offen – doch eines ist sicher: Die Wettermodelle schlagen derzeit in eine Richtung aus, die man in Deutschland seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Wer den Winter liebt, darf hoffen. Wer ihn fürchtet, sollte sich langsam vorbereiten.