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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Eisige Polarluft kommt – vier Regionen trifft es diese Woche besonders fies
Erst sommerliche 29 Grad, dann der Absturz! Es besteht Gefahr von Bodenfrost. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Was sich gerade über Mitteleuropa zusammenbraut, hat es richtig in sich. Während der Süden noch in Sommerlaune schwelgt und Potsdam am Sonntag (3. Mai) stolze 28 Grad meldete, schiebt sich von Westen ein unscheinbares, aber heimtückisches Tief heran.
Schon am Montag (4. Mai) dreht es sich über den Alpen ein, schaufelt feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum nach Norden. Und ab Dienstag (5. Mai) dreht der Wind komplett – statt warmer Subtropenluft kommt die Polarluft. Mit voller Wucht.
Wetter in Deutschland dreht: Kaum mehr als 8 Grad bei Dauerregen
Die Modelle sprechen eine knallharte Sprache. In der Mitte und im Osten Deutschlands rauschen die Temperaturen ab Dienstag (5. Mai) in den Keller. Bei länger anhaltendem Regen kommen wir kaum noch über 8 bis 10 Grad – statt Frühling pur also Heizungsluft und Pulli. Besonders fies trifft es Bayern, Sachsen, Thüringen und Brandenburg: Hier zieht das Tiefdruckgebiet seinen Niederschlagsschwerpunkt durch, lokal mit unwetterartigen Regensummen, vereinzelt sogar Hagel. Im Westen bleibt’s dabei deutlich trockener, aber kühl ist es überall.
Bodenfrost-Gefahr ab Mittwoch (6. Mai) – Achtung Hobbygärtner!
Und dann kommt der Hammer für alle, die Tomaten, Geranien oder Petunien schon ins Freie gestellt haben: In der zweiten Wochenhälfte, vor allem in den Nächten zu Donnerstag und Freitag, wird‘s richtig knackig. Reißt die Wolkendecke auf und schläft der Wind ein, kühlt es in Senken und Tallagen rapide aus. Im Bayerischen Wald, im Erzgebirge, im Sauerland, in der Eifel und auch im norddeutschen Binnenland sind 0 bis -2 Grad in fünf Zentimetern Höhe absolut drin. Heißt im Klartext: Empfindliche Pflanzen sofort wieder reinholen oder mit Vlies abdecken!
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Eines muss man klar sagen, weil viele Medien das gerade durcheinanderwerfen: Was uns jetzt erwischt, sind nicht die Eisheiligen. Die stehen erst vom 11. bis 15. Mai an – und das europäische Wettermodell rechnet ausgerechnet für diese Tage mit deutlich zu warmen Werten. Hier handelt es sich um einen klassischen Polarluftvorstoß nach Auflösung der Omegawetterlage. Ab Freitag (8. Mai) baut sich rückseitig ein Zwischenhoch auf – und der Frühling meldet sich pünktlich zum Wochenende zurück.