Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Winter-Wetter 2026: Klima-Modell deutet für Januar auf massives Problem hin

Nach einem extrem trockenen Dezember droht nun auch der Januar auszufallen: Hochdruck, kaum Niederschläge und wachsende Sorgen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Die aktuellen Berechnungen des Climate Forecast System zeichnen für den Januar ein ungewöhnlich stabiles Hochdruckszenario über Mitteleuropa. Solche Wetterlagen blockieren atlantische Tiefdruckgebiete, die normalerweise im Winter für Regen und Schnee sorgen. Stattdessen dominieren trockene Luftmassen, wenig Bewölkung und nur vereinzelte Niederschlagsereignisse.

Nach dem Dezember 2025 soll auch der Januar 2026 deutlich zu trocken ausfallen.

Dass dies ausgerechnet nach einem der zehn trockensten Dezember seit Beginn der Messungen 1881 geschieht, verschärft die Lage deutlich. Klimatologisch ist der Winterhalbjahresniederschlag entscheidend, weil Verdunstung gering ist und Wasser effektiv in Böden und Grundwasser gelangen kann. Bleibt dieser Nachschub aus, entsteht ein strukturelles Defizit, das selbst niederschlagsreiche Frühjahre oft nicht vollständig ausgleichen können.

Winter-Wetter ohne Wasser: Warum das Grundwasser leidet

Grundwasserreserven reagieren träge, aber genau darin liegt die Gefahr. Zwei aufeinanderfolgende zu trockene Wintermonate bedeuten, dass selbst tiefe Bodenschichten kaum durchfeuchtet werden. Flüsse und Talsperren können kurzfristig stabil wirken, während unterirdische Speicher weiter schrumpfen. Besonders kritisch ist dies für Regionen mit sandigen Böden oder ohnehin niedrigen Grundwasserständen.

Wissenschaftlich betrachtet erhöht eine solche Ausgangslage die Wahrscheinlichkeit für Sommerdürren erheblich, da Pflanzen früher unter Stress geraten und zusätzliche Bewässerung nötig wird. Das verstärkt wiederum den Druck auf Wasserressourcen, ein klassischer Rückkopplungseffekt.

Hydrologisches Defizit: Wie schlimm ist das wirklich?

Noch handelt es sich um Wetter-Prognosen, keine Gewissheit. Dennoch ist die zunehmende Übereinstimmung der Modellläufe ein ernstzunehmendes Signal. Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Situation nicht akut katastrophal, aber klar besorgniserregend. Entscheidend ist, ob sich im späteren Winter noch eine Umstellung der Großwetterlage ergibt. Bleibt sie aus, starten wir mit einem hydrologischen Defizit ins Frühjahr. Die eigentliche Gefahr liegt weniger im Januar selbst, sondern in der Kettenreaktion für das gesamte Jahr.

Rubriklistenbild: © US-Wetterdienst NOAA / CFS - Klimamodell

Kommentare