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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Hochdruckwetterlage blockiert ganz Europa: „Rita“ und „Sieglinde“ bringen Deutschland in Wetter-Schlaf

Ein mächtiges Hochdruck-Duo legt das Wetter in Deutschland lahm. Es dominieren Nebel, Hochnebel und ruhige Tage. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Ein außergewöhnlich stabiles Hochdrucksystem sorgt derzeit für eine nahezu komplette Wetterpause über Mitteleuropa. Hoch „Rita“ liegt fest verankert über Zentraleuropa und wird in den kommenden Tagen von einem weiteren kräftigen Hoch namens „Sieglinde“ unterstützt. Dieses Hochdruck-Duo blockiert die Westwindzone und damit den Nachschub an Tiefdruckgebieten. Für Deutschland bedeutet das: Mindestens sieben bis zehn Tage, möglicherweise sogar deutlich länger, bleibt die Wetterlage nahezu unverändert. Die führenden Wettermodelle zeigen bis weit in die zweite Oktoberhälfte hinein keinerlei Anzeichen für einen grundlegenden Musterwechsel.

Hoch Rita hat die Wetterlage in Mitteleuropa fest im Griff. Vom Atlantik kommt schon das nächste Hoch als Unterstützung.

Herbst ohne Wind, Regen oder Sturm

Typische Oktoberwetterlagen mit durchziehenden Fronten, lebhaften Winden und den ersten kräftigen Herbststürmen bleiben vorerst komplett aus. Stattdessen herrscht weitgehend windstilles, ruhiges und trockenes Wetter. Regen ist in weiten Teilen Deutschlands kein Thema – nicht einmal schwache Schauer sind in Sicht. Auch Sturmfreunde, die auf kräftige Böen oder gar erste Orkantiefs hoffen, müssen sich gedulden. Selbst das klassische Drachensteigenlassen wird vielerorts schwierig, da kaum nennenswerter Wind weht.

Trübe Stimmung durch Nebel und Hochnebel

Wer nun auf tagelangen Sonnenschein hofft, wird allerdings ebenfalls nicht überall belohnt. Die eingeflossenen Luftmassen sind relativ feucht, was vor allem in den Morgen- und Vormittagsstunden zu verbreitetem Nebel und Hochnebel führt. Häufig kämpft sich die Sonne nur mühsam durch die graue Schicht, und mancherorts bleibt es sogar den ganzen Tag über trüb. Besonders in Flusstälern und Beckenlagen kann sich der Nebel hartnäckig halten. Nur in höheren Lagen oder bei leichtem Wind kann sich die Sonne besser durchsetzen.

Keine Änderung in Sicht – Wetterblockade bleibt bestehen

Die Großwetterlage ist festgefahren: Ein kräftiges Hochdruckband reicht von den Azoren über Mitteleuropa bis nach Osteuropa und verhindert das Vordringen atlantischer Tiefs. Nach aktuellem Stand deuten weder die europäischen noch die amerikanischen Wettermodelle auf eine baldige Umstellung hin. Im Gegenteil – die Hochdruckdominanz könnte sich sogar noch verstärken. Damit steuert Deutschland auf die längste zusammenhängende Hochdruckphase des Jahres 2025 zu. Für die Natur bedeutet das weiter ausbleibenden Niederschlag, für das Wetterempfinden vieler Menschen jedoch eine ruhige, aber auch zunehmend graue Herbstphase. Für den Winter gibt es bereits die ersten Prognosen.

Rubriklistenbild: © Wetterdienst Q.met / www.wetter.net

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