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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Prognosen für Oktober-Wetter – ungewöhnliche Szenarien bahnen sich an
Prognosen sehen einen warmen, aber ungewöhnlich nassen Oktober. Wie zuverlässig diese frühen Vorhersagen wirklich sind. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Viele hoffen jedes Jahr auf einen goldenen Oktober mit klarer Luft, golden gefärbten Bäumen und sonnigen Nachmittagen. Doch die neuesten Langfristprognosen lassen diesen Traum schwinden. Mehrere Wettermodelle, darunter das viel beachtete europäische ECMWF-Modell, zeichnen für den Oktober ein eher nasses und wechselhaftes Bild.
Statt längerer Hochdruckphasen mit stabiler Witterung soll häufiger Regen das Wettergeschehen bestimmen. Immerhin deuten die Temperaturtrends darauf hin, dass es dabei eher zu warm als zu kalt sein könnte. Von einem klassischen Altweibersommer im Herbst ist allerdings wenig zu sehen, vielmehr deuten die Daten auf einen feuchten Monat mit deutlich überdurchschnittlicher Niederschlagsmenge.
Wetter im Oktober – das sind die Grenzen der Vorhersagbarkeit
Solche Langfristtrends basieren nicht auf einer klassischen Wettervorhersage, wie sie Meteorologen für drei bis sieben Tage berechnen. Stattdessen greifen die Modelle auf klimatologische Wahrscheinlichkeiten zurück. Dabei werden unzählige Simulationsläufe gerechnet, die mögliche Entwicklungen skizzieren. Für den Oktober bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit für einen zu nassen und zu warmen Verlauf ist erhöht, sicher ist das jedoch nicht. Für den September hingegen dürfte die Prognose bereits zutreffender sein.
Die Erfahrung zeigt, dass Vorhersagen über Wochen und Monate hinweg mit großen Unsicherheiten behaftet sind. Im Sommer etwa lag das europäische Modell mit seiner Prognose deutlich daneben, da es extreme Wärme übertreiben ließ. Das amerikanische CFS-Modell traf die Realität besser, indem es zwar Wärme, aber auch nasse Phasen einbezog.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Sollten sich die aktuellen Trends bewahrheiten, könnte der Oktober in Mitteleuropa ungewöhnlich viele Regentage bringen, möglicherweise sogar mit Unwettern, die für diese Jahreszeit bislang eher selten sind. Überschwemmungen oder länger andauernde Regenperioden sind zwar nicht ausgeschlossen, dennoch bleibt offen, wie stark sich die Prognosen tatsächlich durchsetzen. Auch ein Auf und Ab zwischen milden, fast spätsommerlichen Tagen und kühlen, grauen Abschnitten ist wahrscheinlich.
Für die Natur hätte ein feuchter Oktober durchaus Vorteile, da die Böden vielerorts nach dem Sommer ausgetrocknet sind. Wer sich jedoch auf einen goldenen Herbst freut, muss sich darauf einstellen, dass der Wunsch wohl nicht erfüllt wird. Die endgültige Wahrheit bringt wie immer erst die tägliche Beobachtung – und die kann in Mitteleuropa manchmal noch für Überraschungen sorgen.