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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
„Spanische Hitzezunge“ bringt bis zu 40 Grad – Hitzewelle flutet Europa
Eine extreme Hitzewelle rollt über Europa. Experten warnen: Die Belastung für Menschen, Tiere und Städte erreicht in den nächsten Tagen regional ein lebensbedrohliches Niveau. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Die Hitzewelle hat Europa fest im Griff. Von der Iberischen Halbinsel aus breitet sich eine „spanische Hitzezunge“ aus, die weite Teile des Kontinents erfasst. Besonders betroffen sind derzeit Westeuropa und Großbritannien. „Das sieht heftig aus, das ist gesundheitsgefährlich“, warnt Wetterexperte Johannes Graf von wetter.net.
In London werden am Wochenende mehr als 30 Grad erwartet – Temperaturen, die für die britische Hauptstadt schon als außergewöhnlich gelten. In Paris jedoch spitzt sich die Lage zu: Dort könnten am Sonntag (22. Juni) laut aktuellen Wettermodellen bis zu 40 Grad erreicht werden. Und das ist nur der Anfang. Die Wetter-Prognosen zeigen für die kommenden zwei Wochen nahezu täglich Höchstwerte jenseits der 30-Grad-Marke, teilweise sogar wiederholt um die 40 Grad.
Besonders nachts sinken die Temperaturen kaum noch unter 20 Grad – eine enorme Belastung für die Bevölkerung, insbesondere für Ältere, Kranke und Kinder.
Erste 40-Grad-Werte auch für Deutschland in Sicht
Auch Deutschland rückt zunehmend in den Fokus der Extremhitze. Am Mittwoch (18. Juni) tauchten erstmals in diesem Jahr in den Modellberechnungen für Ende Juni und Anfang Juli Temperaturen um 40 Grad auf. Zwar handelt es sich bisher nur um einen ersten Ausreißer in den Langfristprognosen, doch solche Signale zeigen: Die Lage ist ernst. Noch ist unklar, ob und wie stark sich diese Werte realisieren – doch die Entwicklung muss genau beobachtet werden. Der Trend zeigt klar nach oben: Schon jetzt liegen die Temperaturen vielerorts deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. In Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit steigt das Risiko für Kreislaufprobleme, Hitzeschläge und sogar Todesfälle.
Hagel-Chaos, Überflutungen, Autobahn-Crashs: Die Unwetter-Bilder aus Deutschland
„Früher war das nicht so“ – die Realität der Klimakrise
Extreme Hitzeereignisse wie diese nehmen europaweit zu – in Häufigkeit und Intensität. Die Folgen für Mensch, Tier und Natur sind drastisch: ausgetrocknete Böden, sterbende Wälder, erhöhter Wasserverbrauch, überhitzte Städte. Trotzdem gibt es immer wieder Stimmen, die solche Entwicklungen kleinreden. Aussagen wie „Das gab es doch früher auch schon“ halten sich hartnäckig. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache.
Diese Hitzewellen sind kein normales Sommerphänomen, sondern ein klares Symptom der globalen Erwärmung. Die Wissenschaft ist sich einig: Solche Temperaturen wären ohne den Einfluss des menschengemachten Klimawandels so nicht möglich. Ignoranz gegenüber diesen Fakten hilft niemandem – am wenigsten den Menschen, die unter der Hitze leiden.