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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

„Beunruhigender Vorbote“: Wetter-Modell prognostiziert bis zu 39 Grad an Pfingsten

Ein Wettermodell sagt für Pfingsten extreme Hitze voraus. Auch kräftige Unwetter sind zu erwarten. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Nach aktuellem Stand könnten weite Teile Deutschlands rund um das Pfingstwochenende unter einer ungewöhnlich starken Hitzewelle leiden. Das europäische Wettermodell ECMWF berechnet bereits seit Tagen Temperaturen von bis zu 39 Grad – mitten im meteorologischen Frühsommer.

Laut Meteorologin Kathy Schrey von wetter.net sei dies ein „beunruhigender Vorbote für einen möglicherweise außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer“. Besonders bemerkenswert sei die Konsistenz, mit der das Modell diese Extremwerte seit Anfang Mai andeutet. Auch die Dynamik des Jetstreams könnte eine entscheidende Rolle spielen: Dieser schwankt derzeit stark und bringt abwechselnd sehr heiße und wieder kühlere, feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa. Eine gefährliche Mischung aus Hitze, Schwüle und Unwettern sind die Folge.

Um Pfingsten herum rechnet das ECMWF-Modell mit sehr warmen bis heißen Luftmassen aus Südwesteuropa, die auch Deutschland erreichen könnten.

Wettermodell mit Prognose: Hitze erreicht frühsommerliches Rekordniveau

Die ECMWF-Prognosen zeigen für den Zeitraum um Pfingsten eine markante Hitzelinie, die sich von Frankfurt am Main bis nach Berlin zieht. In diesem Streifen werden Temperaturen von 35 bis lokal sogar 39 Grad simuliert – eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit. Kalendarisch ist noch Frühling, meteorologisch beginnt der Sommer am 1. Juni.

Sollte sich diese Entwicklung bewahrheiten, wäre dies einer der heißesten Pfingstzeiträume, die jemals in Mitteleuropa verzeichnet wurden. Nicht nur Deutschland, sondern weite Teile Europas wären von der Hitzewelle betroffen. Die Kombination aus trockener Heißluft und gleichzeitig zunehmender Schwüle in der Atmosphäre erhöht die Gefahr von lokalen, schweren Gewittern deutlich. Dabei könnten laut WMO-Bericht die 1,5 Grad bald überschritten sein.

Jetstream als Wettermotor – Saharaluft im Wechselspiel mit Gewitterfronten

Ein entscheidender Faktor für die Wetterentwicklung ist der stark mäandrierende Jetstream. Dieser sorgt aktuell dafür, dass heiße Luftmassen aus Nordafrika wiederholt nach Mitteleuropa transportiert werden. Doch es bleibt nicht konstant heiß: Immer wieder gleiten kühlere, feuchtere Luftmassen dazwischen, was eine instabile Wetter-Lage fördert.

Diese Kontraste sind der ideale Nährboden für heftige Gewitter, die sich lokal zu Unwettern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen entwickeln können. Das Zusammenspiel aus Hitze und Gewitter birgt ein enormes Unwetterpotenzial – insbesondere, wenn die Luftschichtung labil bleibt. Erst kürzlich fegten Unwetter über Deutschland.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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