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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Wahnsinn in Deutschland: Auf Sommer-Schelle folgt der Winter-Crash
Nach bis zu 22 Grad stürzen die Temperaturen zum Wochenende ab. Eine Polarfront aus Nordeuropa wirbelt das Wetter komplett durcheinander. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Was für ein Wetterumschwung: Nach den außergewöhnlich milden Temperaturen mit bis zu 22 Grad steht Deutschland ein abruptes Ende des Spätsommergefühls bevor. Eine kräftige Kaltfront aus Nordeuropa drängt zum Wochenende (15. und 16. November) südwärts und schiebt die warme Luft weit in den Mittelmeerraum zurück.
Am Wochenende (15. und 16. November) strömen Polarluftmassen in Richtung Deutschland. Treffen sie Deutschland? Je nach Wettermodell könnte das passieren.
Mit ihr kommen stürmischer Wind, ein deutlicher Temperatursturz und in höheren Lagen sogar die ersten Schneeflocken. Besonders im Mittelgebirgsraum und in den Alpen kann es weiß werden – teils bis in mittlere Höhenlagen. Damit erlebt Deutschland den wohl markantesten Wetterwechsel des Jahres.
Modell-Chaos beim Wetter: Kommt die Kälte direkt oder erst später?
Noch ist die genaue Zugbahn der Polarfront unsicher. Je nach Wettermodell reicht der Kaltluftvorstoß unterschiedlich weit nach Süden. Während das europäische ECMWF-Modell die kalte Luftmasse direkt über Deutschland führt, lässt das amerikanische GFS-Modell sie eher östlich vorbeiziehen.
In diesem Fall würde die frostige Luft erst Anfang kommender Woche nachrücken. Diese Unterschiede zeigen, wie sensibel die Wetterlage derzeit reagiert: Schon kleine Verschiebungen in der Höhenströmung entscheiden darüber, ob Deutschland direkt in die Winterluft gerät oder zunächst nur am Rand der Kälte bleibt.
Kälteeinbruch sicher – aber wie lange bleibt er?
Eines scheint festzustehen: Die extrem milden Luftmassen der letzten Tage bekommen einen kräftigen Dämpfer. Nach dem Temperatursturz folgen deutlich kühlere Tage, vielerorts mit Nachtfrost und Bodenfrostgefahr. Ob sich die Kälte aber dauerhaft festsetzen kann, ist noch offen.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Einige Modelle deuten darauf hin, dass gegen Ende November erneut mildere Atlantikluft einsickern könnte – ein typisches Auf und Ab im Übergang zum Winter. Sicher ist nur: Der ruhige, warme Herbst verabschiedet sich – und macht Platz für das erste echte Wintergefühl der Saison. Und wie wird das Wetter zum Karnevalsauftakt?