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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Erster Schnee schon im November? Wettermodelle zeichnen bereits jetzt eindeutiges Bild
Nach dem trockenen Oktober bleibt das Wetter stabil. Doch wie geht es im November weiter? Droht ein früher Wintereinbruch? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München – Der Oktober präsentiert sich in diesem Jahr weitgehend trocken und ruhig. Das stabile Hoch Sieglinde bestimmt weiterhin unser Wetter und sorgt für viel Sonnenschein, Nebel und kaum nennenswerte Regenmengen. Selbst die ersten beiden Monatsdrittel dürften ohne größere Niederschlagsereignisse vergehen. Nur regional kann es durch Hochnebel oder flache Inversionslagen trüb sein. Regenfronten haben gegen das beständige Hoch keine Chance – das typische Herbstgrau bleibt damit auf weite Strecken aus.
Auch wenn das Hoch in der zweiten Monatshälfte etwas schwächer wird, bleibt das Gesamtbild gleich: Es gibt keine Anzeichen für einen Wettersturz oder für ergiebige Niederschläge. Die Böden trocknen nach dem ohnehin regenarmen Spätsommer weiter aus. Landwirte und Wasserwirtschaft schauen daher mit Sorge auf die weiter anhaltende Trockenheit.
Wetter in Deutschland: Was zeigen die Modelle für November?
Ein Blick auf die Langfristprognosen der großen Wettermodelle deutet derzeit keinen frühen Wintereinbruch an. Im Gegenteil: Die meisten Simulationen rechnen mit einem leicht zu warmen November. Im Mittel liegt die Temperatur 1 bis 2 Grad über dem Referenzzeitraum 1991–2020 – auf den ersten Blick wenig, meteorologisch aber ein deutlicher Hinweis auf einen weiterhin milden Trend. Auch beim Niederschlag zeigen sich keine extremen Abweichungen. Insgesamt wird ein weitgehend ausgeglichener Monat erwartet. Im Süden Deutschlands und an den Küsten könnte es etwas nasser ausfallen, während die Mitte eher durchschnittliche Regenmengen verzeichnet. Nach dem sehr trockenen Oktober wäre das zumindest eine kleine Entlastung, doch große Regenmengen sind nicht in Sicht.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Die oft gestellte Frage, ob es im November schon Schnee bis in tiefe Lagen geben könnte, lässt sich aktuell klar verneinen. Zwar kann es in höheren Mittelgebirgslagen und in den Alpen vereinzelt zu leichten Schneefällen kommen, doch die Modelle zeigen keine nachhaltige Kaltluftzufuhr. Weder von Norden noch aus Osten deutet sich ein massiver Temperaturrückgang an. Der Bauernkalender hat auch bereits eine erste Prognose für den Winter.
Das bedeutet: Bodenfrost und leichter Luftfrost sind in klaren Nächten durchaus möglich, vor allem bei Nebelauflösung und Windstille – aber ein flächendeckender Wintereinbruch ist nicht in Sicht. Der November dürfte damit insgesamt mild, ruhig und unspektakulär verlaufen. Der Winter muss sich also noch etwas gedulden, bevor er seine ersten frostigen Akzente setzt.