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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Regen-Juli in Deutschland, Hitze-Rekorde weltweit: Warum das Wetter nichts übers Klima aussagt

Der Juli war wechselhaft – und prompt wird der Klimawandel geleugnet. Warum das nicht nur falsch, sondern brandgefährlich ist. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Der Juli 2025 verlief in Teilen Deutschlands kühl und nass. Und wie immer, wenn sich das Wetter einmal nicht nach Hitzerekorden anfühlt, melden sich die Leugner des menschengemachten Klimawandels lautstark zu Wort – in sozialen Medien, auf Parteitagen, in Stammtischen und leider auch in Kommentaren einzelner Fachleute. Die Argumentation ist stets gleich und ebenso falsch: „Es regnet, also gibt es keine Klimaerwärmung.“ Das zeigt in erster Linie eines – ein fundamentales Missverständnis über den Unterschied zwischen Wetter und Klima. Wetter ist das, was wir täglich erleben. Klima ist der statistische Durchschnitt über Jahrzehnte. Und dieser zeigt weltweit und auch in Europa eine klare Erwärmung, mit drastischen Auswirkungen.

Kopie von Dominik Jung Wetter-Net Vorlage - 2025-08-07T090045.530.jpg

Der menschengemachte Klimawandel ist messbar – und längst Realität

Ob man es nun wahrhaben will oder nicht: Der Klimawandel ist längst kein theoretisches Konstrukt mehr. Er ist sichtbar, messbar, dokumentiert. Die Gletscher in den Alpen ziehen sich rasant zurück. Die Anzahl der Tropennächte nimmt in Mitteleuropa deutlich zu. Waldbrände, Dürren, Hitzewellen und Extremniederschläge häufen sich weltweit – auch in Deutschland. Einzelne kühle oder regnerische Wochen ändern daran überhaupt nichts. Im Gegenteil: Solche Schwankungen sind Teil der natürlichen Wettervariabilität, und es ist wissenschaftlich unseriös, daraus den globalen Klimatrend infrage zu stellen. Wer sich heute noch ernsthaft hinstellt und behauptet, der Klimawandel sei eine Erfindung, ignoriert Jahrzehnte seriöser Forschung und beobachtbarer Fakten.

Verharmlosung ist gefährlich – und zynisch gegenüber den Leidtragenden

Es ist nicht nur falsch, sondern zutiefst respektlos, die Realität des Klimawandels zu leugnen, nur weil es in Deutschland ein paar Wochen geregnet hat, auch hier kommt der Sommer zurück. Millionen Menschen weltweit verlieren schon heute ihre Lebensgrundlage durch steigende Meeresspiegel, versalzene Böden, Wasserknappheit und extreme Hitze. Ganze Inselstaaten ringen um ihre Existenz. Gleichzeitig diskutieren wir hierzulande über das Wetter als wäre es ein Beweis gegen jahrzehntelange Klimaforschung. Diese Verharmlosung ist nicht harmlos – sie gefährdet die öffentliche Akzeptanz für dringend notwendige Klimaschutzmaßnahmen. Wir dürfen nicht zulassen, dass kurzfristige Wetterlaunen als Vorwand dienen, um wissenschaftliche Fakten zu ignorieren. Dafür ist es längst zu spät.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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