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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Eishoch steuert nach Deutschland: Jetzt droht wieder arktische Kälte
Arktische Kälte rollt heran: Wie lange Deutschland jetzt bibbert und welche Regionen besonders betroffen sind. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Ein mächtiges Hochdruckgebiet über Nordeuropa bestimmt laut Meteorologin Kathy Schrey derzeit die Großwetterlage. Dieses sogenannte Eishoch blockiert milde Atlantikluft und öffnet gleichzeitig das Tor für arktische Luftmassen. Die Strömung dreht auf Nord bis Nordost, wodurch extrem kalte Luft aus hohen Breiten nach Deutschland geführt wird. Schrey betont, dass solche Lagen besonders tückisch sind, weil sie oft mehrere Tage stabil bleiben.
Klare Nächte, wenig Wind und trockene Luft sorgen dafür, dass die Temperaturen vor allem nachts stark absinken. In vielen Regionen wird Dauerfrost erwartet, selbst tagsüber steigen die Werte kaum über den Gefrierpunkt. Besonders betroffen sind dabei Binnenland, Mittelgebirge und schneebedeckte Täler.
Das Eishoch bestimmt die Wetterlage – was die Wettermodelle aktuell zeigen
Ein weiterer Punkt ihrer Analyse sind die aktuellen Wettermodelle. Diese zeigen laut Schrey eine bemerkenswerte Einigkeit bezüglich Intensität und Dauer der Kältephase. In einigen Nächten sind verbreitet zweistellige Minusgrade möglich, lokal sogar Werte unter minus fünfzehn Grad.
Entscheidend ist dabei nicht nur die eingeflossene Luftmasse, sondern auch die Hochdrucklage selbst. Sie begünstigt Inversionswetter, bei dem sich die kälteste Luft bodennah sammelt. Nebel, Reif und Eisnebel können die Kälte zusätzlich konservieren. Selbst Regionen, die sonst vom Meer profitieren, spüren den Frost deutlich stärker als üblich. Schrey rät dazu, die Entwicklung täglich zu verfolgen, da kleine Änderungen große regionale Unterschiede erzeugen können.
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Mit Blick nach vorn erklärt Kathy Schrey, dass ein rasches Ende der Kälte nicht sicher ist. Erst wenn das Hoch an Einfluss verliert oder sich nach Osten verlagert, kann mildere Luft wieder nach Deutschland gelangen. Bis dahin bleibt Vorsicht geboten, vor allem im Straßenverkehr und bei empfindlicher Infrastruktur.
Die Expertin weist darauf hin, dass längere Frostphasen auch Energieverbrauch und Gewässer beeinflussen. Gleichzeitig zeigt die Lage, wie dynamisch der Winter sein kann. Ein kleiner Wechsel in der Druckverteilung entscheidet darüber, ob Deutschland eisig bleibt oder langsam auftaut. Für viele Menschen bedeutet das eine außergewöhnlich kalte, aber meteorologisch spannende Wetterphase bundesweit.